Kolumne “Pixel-Weise”: Medienpädagogik oder so ticken Videospiele

Nach der “Killerspiel”-Debatte war es lange Zeit ruhig um die Motivation der Spieler und wozu Video- wie Computerspiele überhaupt gut sind. Doch die Beschäftigung mit dem was hinter den Spielen leise vor sich hin tickt hört nicht auf. Die Fachhochschule Köln fährt gemeinsam mit der Donau-Universität Krems in Österreich schweres Geschütz auf und bietet einen neuen Masterstudiengang im Themenfeld Medienpädagogik an. Und wozu?

Medienpädagogik



Da schwingt dieses in der deutschen Sprache doch unschöne Wort ‘Pädagogik’ mit. Ein verhasster Begriff, der Erziehung auf die Säulen ‘Ignoranz’ und ‘Sommerferien’ reduziert, zumindest ist das die gefühlte Wahrnehmung vieler Ex-Schüler und Lehrer in spe. Bei dem Wort ‘Medienpädagoge’ schlägt auch die feine Antenne vieler Spieler aus – das sind doch sowieso alles nur Leute, die dafür sorgen, dass die pingeligen Selbstkontrolleure der Unterhaltungssoftware (USK) genug zu tun haben! Es sind doch jene Experten, die bei Kindern mit Wasserpistolen immer zuerst an Shooter denken. So geht die verbale Hexenjagd auf das Feindbild des besserwisserischen Medienpädagogen weiter. Was viele der Jäger nicht wissen: Medienpädagogen erheben den Zeigefinger nur selten und gehen bei ihrer Arbeit wissenschaftlich vor. Zumindest, wenn man dem neuesten Studiengang zwischen Köln und Krems Glauben schenken kann.

Bereits letzte Woche habe ich versucht die verbale Auseinandersetzung über Video- und Computerspiele mit Ludologie etwas zu beschwichtigen. Medienpädagogik und Ludologie sind dabei nicht gleich und gehen bei ihrer Arbeit mit Video- und Computerspielen unterschiedlich vor. Zum Verständnis: Die Entwickler kreieren ihr Werk, die Verleger bringen es der Öffentlichkeit näher, die Ludologen untersuchen nachher das Produkt auf Herz und Nieren und die Medienpädagogen beäugen kritisch welchen erzieherischen Nutzen das ganze Konstrukt aus Bits und Bytes überhaupt hat. Medienpädagogen beschäftigen sich, theoretisch wie praktisch, mit neuen Medien und den daraus resultierenden Fragen oder Problemen davon zum Thema Erziehung. Neben dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, E-Learning, digitaler Spielkultur und virtueller Gewaltprävention, beschäftigen sie sich auf mit der Spielsucht. Ein Thema, das beispielsweise 2011 auf einer Fachtagung in Düsseldorf zu überwiegend positiven Erkenntnissen geführt hat. Dinge also, die der eingefleischte Gamer als höchst informativ in sein Kurzzeitgedächtnis verfrachtet.

Wie wird man Medienpädagoge?



Da es sich nur um ein Teilgebiet der großen Schwester ‚Pädagogik‘ handelt, sollte dies das Hauptfach sein. Für alle die ihr Grundstudium bereits mit schwitzenden Händen und ohne Guttenbergsche Note hinter sich haben, kommt der Master in Frage. Die Fachhochschule Köln bietet gemeinsam mit der Donau-Universität Krems (Österreich) zum Sommersemester 2011 einen berufsbegleitenden Masterstudiengang an, der auf den langen Namen “Handlungsorientierte Medienpädagogik – Spielerische Ansätze in der Jugendmedienarbeit” hört. Was verbirgt sich dahinter?

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