Kolumne “Pixel-Weise”: Die Öko-Spiele kommen!

Es grünt so grün, wenn… Bei Youtube geht das Licht aus, auf Facebook werden Pflanzen angesiedelt: Computer- und Videospiele waren noch nie so “grün”. Sie sollen zwar keine wissenschaftlichen Probleme lösen, aber dafür Unterhaltung mit Umweltbewusstsein verbinden. Gibt es denn überhaupt massentaugliche Öko-Spiele?

Öko-Spiele im Social Games Bereich



Zu der alljährlichen Freude beim Uhrenumstellen um eine Stunde beraubt worden zu sein, höre ich immer wieder das Argument: Das spart an Energie! Das ist gut für die Umwelt! Das soll auf alle Bereiche des Lebens zutreffen. Also auch auf all unsere geliebten Spiele? Die meisten Gehversuche ökologischer Spiele finden bei den Social Games statt. Das ist natürlich recht einfach, weil das soziale Netzwerk sofortige Rückmeldung und gegebenenfalls auch Verbesserung bietet. Zudem spart es enorme Kosten für die Werbung, weil das Marketing wesentlich schneller vorangeht. Mit dem ganzen Sparen an Papier freuen sich bestimmt ein paar Bäume, die Stromkosten lassen wir einmal außen vor und fragen nur: Qualifiziert die Aufforderung zur ‘Sparsamkeit’ ein Spiel umweltbewusst zu sein? Öko-Spiele sind oftmals sehr simpel, klein und nach dem Einheitsbrei-Prinzip aufgebaut.

Gerade bei einem so wichtigen Thema wie Umweltschutz müsste man schon die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen: Bitte kein Social Game! Ecotopia für Facebook versucht dennoch sich zu behaupten. Aber wer würde einfach so in den Laden stürmen und ein Spiel verlangen, dass einem über wichtige Punkte von Flora und Fauna aufklärt? Wenige, denn derartige Spiele haben keinen massentauglichen Reiz. Selbst wenn es Entwickler schaffen sollten mehrere verruchte Grashalme so unterhaltend wie GTA zu gestalten, gebe es dennoch wenig Blut – oder Grassaft – zu sehen. Das Action-Niveau mit wild um sich schießenden Pflanzen wäre eine Seite der Öko-Spiele.

Hier geht es nicht um die Video- und Computerspiele, die zerstörerische Kräfte der Natur besonders betonen, denn dort gibt es durchaus Kracher wie Bioshock oder Hydrophobia. Vielmehr sind Spiele gemeint, die entweder selber etwas an der Umwelt verändern wollen oder ihren Spielern einen Spiegel im Umgang mit der Natur vorhalten. Die Mehrzahl der ökologisch versierten Spiele ist aber an Kinder gerichtet. Wahrscheinlich um anzuzeigen, dass bei ausgewachsenen Menschen alle Hoffnung verloren ist – aber zum Frustabbau gibt es immer noch die Ego-Shooter.

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