Videospiele sind heute längst nicht mehr das, was sie mal waren. Phantastische Singleplayer-Erfahrungen in riesigen, magischen Welten die in jedem Winkel ein Geheimnis verbergen und zum freien Erkunden einladen, haben seit den Jahren von Final Fantasy VII oder Ocarina of Time ihren Platz an der Spitze der Charts verloren. An ihre Stelle sind aufwändig produzierte und sich doch immer mehr ähnelnde Shooter oder Fußballsimulationen mit Lizenzen für jeden Kreisspieler getreten.

Als Spielerveteran kann man sich darüber ärgern (so wie ich es viele Jahre lang getan habe), oder aber man akzeptiert die Evolution und setzt sich mit den neuen Unterhaltungsansätzen auseinander. Es ist ja nicht so, dass der heutige Markt nur noch inhaltsleeren Mist produzieren würde. Doch während man mit Nathan Drake durch die bei jedem Schritt perfekt inszenierten Level von Uncharted 3 latscht oder den 83. Weltkrieg der Call of Duty-Reihe nicht verhindern kann, ist man zwar vielleicht immer noch bestens unterhalten, kann sich dieser nostalgischen Sehnsucht nach der Zeit großer Fantasie-RPGs und -Adventures aber nie ganz entledigen.

Der magische Moment

Vermutlich ist gerade diese Sehnsucht der Grund dafür, dass es beim Spielen von Skyrim einen geradezu magischen Moment gibt. Unsere Reise durch Himmelsrand hat noch gar nicht wirklich begonnen. Die erste Tutorial-Mission liegt gerade hinter uns und wir sind immer noch damit beschäftigt, unsere bisherigen Erlebnisse (eine widerliche Hinrichtung, ein imposanter Drache, Verliese, Folter, riesige Spinnen und gar ein Braunbär(!) ) zu verarbeiten. Plötzlich lässt uns unser Begleiter alleine zurück – Wir sind auf uns gestellt. Zum ersten Mal blicken wir richtig auf und sehen eine hügelige Wald- und Felder-Gegend. Wohin das Auge auch schaut ist nur der Horizont die Grenze.

Gamer wie ich sacken in diesem Moment regelrecht zusammen. Wir brauchen keine Map, kein Quest-Tagebuch und keine coole Zwischensequenz: Ein Blick über die Felder und wir haben dieses Spiel und seine tiefe innere Botschaft sofort verstanden. Skyrim fordert den Spieler nicht dazu auf, Quest für Quest bis zum Endkampf zu hetzen. Die wirkliche Herausforderung ist die Spielwelt mit ihrer grenzenlosen Phantasie und ihren ebenso unbeschränkten Möglichkeiten. Sie zieht den Spieler immer weiter in sich hinein und provoziert ihn dazu, jeden Stein in ihr umzudrehen um ihr auch das letzte noch so kleine Geheimnis zu entlocken.