Exzessives Zocken braucht ein starkes Eingreifen. Das fand auch die Regierung in Südkorea und hat angeordnet, dass ab dem 20. November Spieler unter 16 Jahren in der Republik eine “Login-Sperre” für Online Gaming Seiten erhalten. Nur leider weiß die Regierung nicht exakt, wie das umzusetzen ist.
Irgendwann ist eben Schluss: Noch ein letzter Bosskampf, eine letzte Runde oder ein letztes Item finden. Oder doch nicht? Südkorea hat mit Videospielsüchtigen zu kämpfen, denn die Republik in Ostasien ist bekannt für seine Online Gaming Leidenschaft.
Genau dieser Aktivität will die Regierung einen gesetzlichen Riegel vorschieben. Beginnend ab dem 20. November müssen sich alle Einwohner unter 16 Jahren an eine Internet-Ausgangssperre halten, wie The Korea Herald berichtet. Diese “Login-Sperre” soll es der jungen Bevölkerung unmöglich machen sich zwischen 12 Uhr abends und 6 Uhr morgens in Online Gaming Seiten einzuloggen. Das Programm wurde entwickelt, um Videospielsucht bei Teenagern zu unterbinden.
Das Problem an der Idee: Zwei unterschiedliche Zweige aus der Regierung haben Probleme ihr Projekt zu koordinieren und vor allem umzusetzen. Zusätzlich ist offen, welche Spiele von dem neuen Gesetz betroffen sein werden. Das verwirrt im weiteren Zuge auch die dort ansässige Spieleindustrie. Während große Spieleentwickler eine derartige Login-Sperre wirtschaftlich verkraften können, sind kleinere Unternehmen und Start-Ups wahrscheinlich die Leidtragenden dieser neuen Regelung.
Anfang Oktober hatten sich bereits Vertreter der Spieleindustrie mit Beamten aus dem Ministerium für Gleichstellung und Familie getroffen, um Konsolenspiele, Flash Games, nur für Testzwecke entwickelte Spiele sowie Functional Games von dem Verbot auszuschließen. Eine Entscheidung ist hierbei noch nicht getroffen, das betreffende Ministerium hat noch keine Stellung bezogen.
In der Zwischenzeit äußerte Blizzard Entertainment, dass es die Verwendung von älteren Versionen des angebotenen Gaming-Dienstes Battle.net einschränken will, um sich an das neue koreanische Gesetz zu halten. Allerdings listet die ältere Version von Battle.net nicht das Alter des Spielers auf. Das bedeutet für viele junge Spieler wie Erwachsene womöglich in den nächsten Wochen eine ungewollte Auszeit von Spielen wie Star Craft, Diablo 2 und World of Warcraft 3.








