Auf dem alljährlichen Investorentreffen von Nintendo haben Anwesende die Gelegenheit, Satoru Iwata persönlich Fragen zu stellen.
Normalerweise sollte man in jeder Situation den Grundsatz hochhalten, dass es keine dummen Fragen gibt, aber könnte man bei den folgenden Exemplaren vielleicht eine Ausnahme machen? Bitte?
Denn ein ziemlich unzufriedener Aktionär richtet folgende Frage…, nein, folgende Aneinanderreihung von Sätzen an den Firmenchef:
Mit bereitet der fallende Aktienkurs Sorge. Ich besitze Aktien, aber kein einziges Produkt von Nintendo. Ich glaube, dass Games reine Zeitverschwendung sind. Übrigens, die Gründe, warum ich Nintendo-Aktien besitze, sind der schön klingende Name und die Tatsachen, dass das Unternehmen in Kyoto angesiedelt ist und in meinem Geburtsjahr erstmals gelistet wurde.
Manch einer könnte bei solchen Aussagen ins Schwitzen geraten, doch Iwata konnte souverän antworten:
Es gibt Menschen auf dieser Welt, die glauben, dass Games keine Zeitverschwendung sind, daher wird Nintendo weiterhin existieren. Wir versuchen, die Meinung zu zerschlagen, dass sich das einsame Spielen negativ auf den Spieler auswirke oder dass Verbrechen sofort auf Videospiele zurückzuführen sind. Wir würden gerne die soziale Bedeutung von Games höher ansetzen und arbeiten daran, die Zahl an Gamern erweitern, Sie mit inbegriffen.
Diese Antwort schien dem Aktionär nicht zu genügen, wusste aber zu diesem Thema wohl nichts mehr zu sagen und änderte es daher schnell zu einem für Iwata weitaus gefährlicherem:
Während der Tohoku-Erdbebenkatastrophe, werden die Menschen in den Notunterkünften an mangelnder Bewegung gelitten haben. Warum haben Sie Ihnen keine Exemplare von Wii Fit geschickt? Wieso haben Sie den Medien nicht deutlich gezeigt, dass Sie mehr für die Opfer tun?
Iwata antwortete nicht minder beeindruckend wie zuvor. Er sagte, dass sich Manche bestimmt über Wii Fit gefreut hätten, aber Andere zu sehr unter dem Verlust geliebter Menschen zu leiden hätten. Es wäre kein guter Zeitpunkt gewesen, wahllos Produkte zu verteilen. Nintendo bot den betroffenen Regierungsbezirken jedoch Hilfe an und schickte dringend gebrauchte Güter in die Krisengebiete und die Notunterkünfte. Dabei sahen sie es nicht als notwendig an, ihr Handeln im großen Stile der Welt zu präsentieren. Man hatte die Vereinbarung getroffen, die Medien nicht mit einzubeziehen. Nintendo werde daher diese Frage auch nicht im offziellen Protokoll der Fragerunde mit aufführen.
Ein inoffizielles Dokument schaffte es jedoch ins Internet, wodurch wir nicht auf diese Paradebeispiele von Dummschwätzertum und rhetorischer Gewandtheit verzichten müssen.








