L.A. Noire ist im Moment eines der gefragtesten Spiele überhaupt und steht auch in der Gunst unserer Leser ganz weit oben. Deshalb haben wir uns einmal etwas näher mit Rockstars neuem Meisterwerk beschäftigt.
Jahrelang war es in der Entwicklung, von vielen wird es als GTA-Verschnitt angepriesen und mit revolutionärer Hollywood-Technologie wurde es produziert. Damit ist L.A. Noire sicherlich eines der spannendsten Spieleprojekte des Jahres.
Obwohl es nahe liegen würde L.A. Noire als GTA Verschnitt abzutun, ist das Spiel doch grundlegend anders aufgebaut und sieht sich mehr als Kriminalsimulation in einer offenen frei erkundbaren Welt.
Von den cineastisch geschnittenen Zwischensequenzen über die tollen Dialoge bis hin zu unzähligen authentischen Details wirkt L.A. Noire wie ein richtig guter interaktiver Krimi.
Rockstar typisch sind die Charaktere ebenfalls absolut denkwürdig gestaltet worden. Egal ob es sich um eine Nebenfigur oder den zentralen Held handelt, jede Person hat ihre eigenen Beweggründe, ihre eigenen Stärken und Schwächen, ihre eigene persönliche Geschichte.
Hierfür wurden echte Hollywood Schauspieler herangezogen, um möglichst realistische Gesichtsanimationen herstellen zu können.
Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Manchmal fällt es schwer zwischen Spiel und Film zu unterscheiden.
L.A. Noire unterscheidet sich aber auch im Kern seiner Spielbarkeit von der GTA Reihe. Im Kern ist es nämlich ein reinrassiges Adventure – die Action-Passagen machen gerade mal ein Drittel des Spiels aus und fungieren eigentlich nur als Bindeglied zwischen Tatorten und Verhören.
Dieser Aspekt ist allerdings positiv aufzufassen, denn damit spielt es sich erfrischend anders und unverbraucht, weil die detektivischen Hauptelemente allesamt sehr packend und innovativ aufgebaut sind.
Der Verlauf der insgesamt 21 Storyfälle orientiert sich dabei immer am selben Muster. Man wird zu einem neuen Fall gerufen und fährt dann zuerst zum Ort des Verbrechens (wahlweise kann auch euer KI-Partner fahren bzw. ihr überspringt die lange Anreise!).
Am Ort des Verbrechens angekommen, sucht ihr nach Hinweisen und Beweisen, um den Täter oder den Komplott aufzudecken. Auch die Vorgehensweise ist dabei recht unterschiedlich. Mal reicht das bloße Ansehen eines Gegenstands, mal müsst ihr erst noch den Tatort genauer unter die Lupe nehmen und bestimmte Details betrachten.
Wichtige Hinweise können in euer Notizbuch eingetragen werden. Außerdem unerlässlich, um einen Fall zu lösen: Die Befragung von Verdächtigen und Zeugen. Das Geplauder läuft über Multiple-Choice-Dialoge ab.
Dabei gilt das Prinzip: Je mehr Beweise man vorweisen kann, desto mehr Palaveroptionen stehen einem zur Verfügung. Jede Antwort müsst ihr nun versuchen richtig einschätzen zu können: Spricht euer Gesprächspartner die Wahrheit? Wollt ihr ihn weiter unter Druck setzen? Oder sogar der Lüge bezichtigen? Letzteres funktioniert aber nur, wenn ihr das Gesagte mit einem entsprechenden Beweis widerlegen könnt.
Das alles erfordert Geduld macht aber einen Großteil des Reizes von L.A. Noire aus.
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