US-Senate-blumenthal_psn_fail_hack_300

US-Senator richtet offenen Brief an Sony wegen Datendiebstahl im PSN

Nicht nur PlayStation-User haben auf Antworten von Sony bezüglich des PSN-Angriffs gewartet. Auch US-Senator Richard Blumenthal bemängelt die Informationspolitik des Konzerns.

So richtete dieser einen Brief an den Präsidenten und CEO von SCEA, Jack Tretton, in dem er ihm vorwirft, die User nicht rechtzeitig über den Angriff und den damit einhergehenden Datendiebstahl informiert zu haben.

Ein Auszug aus dem Brief von US-Senator Blumenthal an Jack Tretton:

Ich bin mir bewusst, dass das PlayStation Network die Möglichkeit bietet, Kreditkarten-Daten zu speichern, um damit Content wie zum Beispiel Spiele oder Filme kaufen zu können.
Ein Sicherheitsleck bei einem solch stark genutzt Dienst wirft jedoch sofort Bedenken über den Datenschutz, Identitätsdiebstahl und anderer Verwendung von sensiblen Daten — wie etwa finanzieller Details, Namen, E-Mail-Adressen und Kreditkarteninformationen — auf.

Wenn ein Datenleck auftritt, ist es unerlässlich, dass Kunden sofort mitgeteilt wird, ob und in wie weit ihre persönlichen und finanziellen Daten davon betroffen sind.
Ich bin besorgt darüber, dass persönliche und finanzielle Daten von PlayStation Network-Usern in unbefugte Hände gelangt sein könnten.

Zudem sollten PlayStation Network-User für zwei Jahre eine Garantie erhalten, dass Kosten, die durch Kreditkarten-Melde-Services entstehen, durch Sony abgedeckt werden. Auch sollten betroffene PlayStation-Network-User eine Versicherung erhalten, die sie durch Identitätsdiebstahl schützt.

Darüber hinaus weißt Blumenthal auch auf die – seiner Ansicht nach – verspätete Reaktion Seitens Sony hin:

Ich bin besorgt darüber, dass Dritte widerrechtlich finanzielle Informationen von PlayStation Network-Usern erhalten haben könnten.

Verstärkt wird diese Sorge dadurch, weil Sony zu Beginn keine Informationen zu der Art der Datenpanne veröffentlichte. Der Angriff erfolgte vor einer Woche und Sony versäumte es, Informationen bereit zu stellen, die User über den Umfang des Datenlecks informieren hätte können. Auch hat Sony nicht offengelegt, wie es die betroffenen User schützen möchte.

US-Senator Blumenthal verblieb mit den Worten, dass er eine prompte Beantwortung seiner Fragen wünsche. Der vollständige Brief kann auf der Website von US-Senator Blumenthal eingesehen werden.

In der Tat reagierte Sony erst verspätet auf den Angriff auf das PSN, der bereits am 19. April stattgefunden hat.

Erst am 26. April 2011 wurden PlayStation Network-User über die aktuelle Situation informiert. Zudem wurde gleichzeitig von Sony umfangreiche FAQ veröffentlicht, die betroffenen Usern helfen soll.

Senior-Direktor Patrick Seybold — zuständig für Kommunikation und Social Media — verteidigte indes die Informationspolitik und nannte die Gründe für die verspätete Antwort bezüglich des PSN-Angriffs. So mussten erst forensische Analysen vorgenommen werden, um den entstandenen Schaden überhaupt beurteilen zu können.

Das PlayStation Network ist derzeit weiterhin offline. Konkrete Informationen, ab wann das PSN wieder online sein wird, stehen noch nicht fest.