Nintendo rümpft die Nase: Mit Hobby-Entwicklern will der leitende Geschäftsführer Fils-Aime von Nintendo Amerika nichts zu tun haben und zieht eine klare Grenze. Argument: In der Musikindustrie liefe es auch nicht anders ab!
Die “Garagen-Phase” ist der erste Schritt eines jeden Entwicklers wirklich das Gefühl zu haben, etwas mit seinem Basteln bewirken zu können – selbst dann, wenn die Eltern Junior den Strom abdrehen. Reginald “Reggie” Fils-Aime, Präsident von Nintendo Amerika, sieht das anders und will mit den “Garagen Entwicklern” und “Hobby-Bastlern” nichts zu tun haben.
Bei jeder neuen Plattform gibt es irgendwann die Frage: Auf welche Art von Spiel legt die Firma besonderen Wert? Die Wii ist beispielsweise prädestiniert für Sportspiele, auf der Xbox 360 blühen viele (auch schnell dahin programmierte) Indie-Games auf. Doch gerade auf die letzteren kann Fils-Aime gut verzichten, wie gamesindustry.biz schreibt. COO von Nintendo Amerika zog dabei Parallelen zu der Musikindustrie, in der stark zwischen kleinen, professionellen Studios und Teilzeit-Entwickeln entschieden wird, also den sogenannten “Hobby-Bastlern”:
“Ich würde unterscheiden zwischen wirklich unabhängigen Entwicklern und Bastlern. … Wir reichen Independent Entwicklern durchaus die Hand. Wo wir eine Grenze ziehen ist die Zusammenarbeit mit ‘Garagen-Entwicklern’. Unserer Ansicht nach ist das kein Geschäftsmodell an dem wir uns beteiligen wollen.”
Fils-Aime bekräftigt damit Satoru Iwatas Vortrag auf der diesjährigen GDC. Dieser hatte sich kontrovers darüber geäußert, dass Apple viel mehr Wert auf Quantität als auf Qualität lege.
“Wir entwickeln Plattformen, die geschaffen wurden, um den hohen Stellenwert hochwertiger Qualität von Videospiel-Software zu demonstrieren,”
bekräftigte Iwata. In die gleiche Kerbe schlägt nun auch Fils-Aime, wie er weiter ausführt:
“Wenn wir über den Wert von Software reden, könnte es guter Inhalt für 1$ oder 50$ sein. … Der springende Punkt ist: Behält dieser seinen Wert im Laufe der Zeit oder ist es einfach Einweg-Inhalt, dessen Wert schnell gegen Null geht? Wir wollen, dass Verbraucher den Wert der Software sehen, ganz egal wie der dazugehörige Nutzen ist. Und wir wollen, dass dieser Wert die ganze Zeit über erhalten bleibt.”
Wahrscheinlich haben Iwata und Fils-Aime mit ihrer Quantit-Qualität-Debatte durchaus recht, aber es sind gerade die kleineren Hobby-Bastler, die das Potential und kreative Energie für neue Spiele haben. Sicher ist auch, dass sich jedes neue Entwickler-Studio erst einen Rang und Namen erarbeiten muss, bevor die bereits etablierten Verleger aufmerksam werden. Dann wiederum entscheiden die Spieler selbst welches Produkt sie am Ende kaufen…








