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Free-to-play: Genial oder Gnadenbrot?


Der Spieler soll die Helden der Welterlösung neu erleben und steuern können, und somit startet die Geschichte nach dem “Fluch der Menschheit” (die Verdammung von Adam und Eva aus dem Paradies) mit Abraham. Es wird interessant, wie die Beta bei bibelfesten und bibelneutralen bis -kritischen Gamern ankommen wird – vielleicht gibt es sogar ein paar göttliche Bugs. Neben der Umsetzung des Bibel-Browser-Games ist der Inhalt groß und vielseitig; hier gibt es für die Entwickler genug Material, um den Kunden neu zu überraschen. Das Thema ist also definitiv nicht verfehlt, denn bei Online-Spielen können Anbieter nicht mehr mit schmucken Grafiken allein locken.

Sind die Free-Player einfach zu faul den Arm in Richtung Portemonnaie zu schwenken und den PIN für Premium-Inhalte einzutippen? Nicht unbedingt. Einige von ihnen bevorzugen es auch einfach, das freie Spiel bis zum Ende und vorerst ohne “Hilfe” durchzuspielen. Unter Hilfe können gewitzte Gamer durchaus auch übermächtige Waffen und Items verstehen. Das ist das zweite Problem, wenn Premium-Klassen und freie Spieler aufeinandertreffen: Erstere haben immer einen kleinen Vorteil. Oder sie könnten ihn zumindest haben, denn die zu kaufenden Vorteile im Online-Shop machen die Premium-Spieler zu mächtig mit ihren Charakteren. Das kann großen Frust bei den wirklichen F2P-Gamern hervorrufen und viele werfen das Spiel lieber hin als den Geldbeutel zu belasten. Hier kommt dann der Punkt, an dem jeder Spieler für sich allein entscheiden muss: Ist mein Kauf von Premium-Inhalten oder das Verzichten auf solche eine Bereicherung oder Belastung?

Genau unterschieden werden sollte zwischen Browser-Game und gekauftem Spiel mit F2P-Option. Für den Browser explizit erdachte Spiele besitzen mehr Flexibilität und manchmal auch mehr Mühe, denn sie sind ständigen Neuerungen und (mit wachsender Mitgliederzahl) stetigem Druck ausgesetzt. Zuerst gekaufte Games hinken der Zeit somit etwas hinterher und der Free-to-play-Modus soll die Kunden stärker an sie binden. Denn, wer sich sein Spiel mit Zahlungen selbst einrichtet und erweitert, der wird es nicht wieder verkaufen wollen. Dies ist vor allem für die momentane Debatte um gebrauchte Games ein eleganter Schachzug.

Trotz der Kritik und einiger kritischer Knackpunkte wie dem Geld und limitierten Spaß bieten F2P-Games einen wunderbaren Einstieg in die Welt des Online-Gaming. Es ist wohl wahr, wer nicht gerade ein Spiel auswählt um der oder die Beste zu sein, sondern wegen der Freude, der/die hat wesentlich mehr. Auf Punkte, Level und “Ich-brauche-wirklich-jeden-Gegenstand!”-achtende Gamer werden es da etwas schwieriger haben, wenn irgendwann in der virtuellen Endloswelt ein Stopschild auftaucht und nach einer Kreditkarte hustet.

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