Das neue Übel: gebrauchte Games


Ist das neu erschienene Game zu teuer, dann warten einige Spieler lieber ab bis es dieses als Gebrauchtversion gibt. Viele Online-Flohmärkte oder normale Online-Shops bieten die gleiche Version eines Games als neu oder gebraucht an. Ginge es nach InstantAction Chef Louis Castle, dann sind Gebrauchtspiele das neue Feindbild der Industrie.

Im ersten Rückblick lässt sich schon eine “anti-Gebrauchtspiel”-Haltung feststellen. Neuestes Beispiel ist der Onlinepass von Electronic Arts, der einen Online-Zugangscode für gebrauchte und/oder zweitverkaufte Spiele ausschloss. Zwischen Louis Castle und der US-amerikanischen Einzelhandelskette GameStop Corporation ist darüber ein Machtspiel ausgebrochen. Während Niall Lawlor von GameStop Gebrauchtspiele als wirtschaftliche Stütze des Unternehmens sieht, betrachtet Castle derartigen Handel aus überaus geschäftsschädigend und geradezu “parasitisch”.


Dabei ist GameStop selbst nicht erfreut an dieser Art des Gebrauchthandels teilzuhaben und braucht dennoch die Verkaufszahlen dringend, um sich über Wasser halten zu können. Trifft hier Rezession auf eine kauzige Chefetage? Die Bedenken von Castle sind ansatzweise gerechtfertigt. Wenn eine riesige Einzelhandelskette anfängt neben neuen und alten Games auch Gebrauchtspiele anzubieten, dann schädigt dies deutlich das Image der eigentlichen Publisher. In diesem Sinne ist die Wut von Castle durchaus nachzuvollziehen, doch es kann auch eine persönliche Abneigung gegen GameStop erahnt werden.

Das Unternehmen ist bekannt dafür öfter für kontroverses Management in die Schlagzeilen zu geraten. Erst im April 2009 wurden nach Informationen von kotaku dem Unternehmen illegale Maßnahmen zur Angebotsdarstellung vorgeworfen. Das hieß neue Spiele wurden “ausgeschlachtet” und somit schon geöffnet ausgestellt. Greift sich der kauffreudige Gamer jenes Exemplar heraus und läuft damit zur Kasse, erhält er ein eingeschweißtes Spiel. Für die Ursprungsverkäufer ist dies eine klare Verletzung ihrer Garantie, dass die Spiele “neu” verkauft werden. Sobald die Schutzfolie fehlt, ist das Spiel nicht mehr neu, höchstens neuwertig.

Kommentare

4 Kommentare zu “Das neue Übel: gebrauchte Games

  1. Hongii am 14. Juli 2010

    Werde weiter gebrauchtspiele keufen oder eben fast gar nix

  2. Harm-Diercks Gronewold am 15. Juli 2010

    Was bedeutet der Satz "Wenn eine riesige Einzelhandelskette anfängt neben neuen und gebrauchten Games auch Gebrauchtspiele anzubieten, dann schädigt dies deutlich das Image der eigentlichen Publisher" Ich versteh den Unterschied zwischen Gebrauchtspiel und gebrauchten Games nicht so ganz. IMO müsste das doch ein und dasselbe sein oder?

  3. Svenja Schrahe am 15. Juli 2010

    Sehr richtig, da hat sich sogleich der Fehlerteufel eingeschlichen ;) Es muss natürlich "neuen und alten Games" heißen

  4. Happypapierkorb am 15. Juli 2010

    Ich mag Gamestop nicht.

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