Der Tablet-PC ist tot! Lang lebe das iPad!


Apples ganzer Stolz ist das neu vorgestellte iPad und wird bereits gelobt als Vorreiter für eine Generation ohne die gute alte Tastatur, wenn der Touchscreen der neue Standard werden soll. Die Konkurrenz schläft bekanntlich nie und so hat sich auch Microsoft bereits im vorherigen September ans Werk gemacht und Gerüchte über einen Tablet-PC gestreut mit dem Prototyp Courier. Die erste Fertigstellung von Courier sollte bis Anfang 2011 erfolgen, die Entscheidung über einen Verkauf wäre aber noch nicht gefällt. Anders als das iPad besitzt er zwei vertikale Displays für Tätigkeiten wie Schreiben, Verwalten und Zeichnen, steuerbar mit Hand oder beigefügtem Stift.

Nach damaligen Angaben von Gizmodo wäre Courier eine Ergänzung zu Apples bisherigen Erfindungen gewesen, nannten sie es doch die “Kung Fu Adlerkralle zu Apples Tigerstil”. Einer von vielen Prototypen, hat auch Hewlett Packard an einem Slate-PC gearbeitet und diesen bereits im Frühjahr als Eröffnungs-Keynote auf der Consumer Electronics Show (CES) 2010 präsentiert. Steve Ballmer war besonders wagemutig und bekräftigte diese neue Art des Tablet-PCs sei so stark wie der heimische Rechner, laufe mit Windows 7 und sei so benutzerfreundlich wie ein Netbook.


Jetzt ist sogar die Idee der Serienproduktion eingestellt worden, obwohl die Geräte dennoch Unterschiede in Handhabung und Design (gemessen an den Prototypen) aufweisen, wohl auch ein Grund warum ein Testblogger aus Mexiko von HP eher als “Netbook ohne Tastatur” bezeichnet und somit keine Konkurrenz für Apple darstelle. Überraschenderweise ist der Bericht auf Wunsch von HP Mexico offline genommen worden. Waren die Hersteller etwa unzufrieden mit den ersten Resultaten?

Auf eine Nachfrage von gizmodo.com für explizite Gründe der Einstampfung, meldet sich der Frank Shaw, Corporate Vizepräsident für die Kommunikationsabteilung, zu Wort. Er erklärt, dass das Courier Projekt schon gute Ansätze gezeigt hätte, aber nicht ausreichend wäre um den eigens gesetzten Maßstäben von Kreativität und Produktivität gerecht zu werden.

“At any given time, we’re looking at new ideas, investigating, testing, incubating them. It’s in our DNA to develop new form factors and natural user interfaces to foster productivity and creativity. The Courier project is an example of this type of effort. It will be evaluated for use in future offerings, but we have no plans to build such a device at this time.”

Dies ist auch eine diplomatische Formulierung um zu sagen, dass Apple schneller war. Es geht einher mit Microsofts Angaben vor einigen Wochen sich demnächst stärker auf die Zukunft konzentrieren zu wollen. Ab in die Zukunft, damit nicht stetig Zweitplatzierter in der Gegenwart? Durchaus möglich. Weitere Gründe für die Einstampfung ist die Meinung des Unternehmens, dass ein Tablet-PC mit Windows 7 nicht innovativ genug wäre, zusätzlich hätten die Prototypen zu viel Energie verbraucht (was allerdings angemerkt ein übliches HP-Problem ist).

Allgemein sind Tablet-PCs für alle nicht-Designer zum Must-Have aufgestiegen. Die Mobilität ist klar im Vorteil, auch die Hardware der liebevoll genannten “virtuellen Brieftaschen” rüstet immer weiter auf Notebook-Niveau auf. Sofern nicht gerade am nächsten Bestseller geschrieben werden muss, werden Tablet-PCs in nächster Zeit stark wachsen. Zumindest war das bis zum geplanten plötzlichen Aus der Konkurrenz der eingeschlagene Weg. Die Einführung erinnert stark an den Hype um Fotohandys, Blootooth und UMTS. Hier ist Microsoft grandios unter dem Druck eines anderen Marktführers zusammengebrochen.

Via gizmodo.com, gizmodo.de, areamobile.de

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