
Wie bei jedem guten Match kommt irgendwann der Zeitpunkt wo der Gegner frustriert zurückschlägt. In der Auseinandersetzung zwischen Activision Blizzard und der ehemaligen Führungsspitze Jason West und Vince Zampella ist nun die offizielle Anklageschrift von Activision aufgetaucht, welche bei IGN UK nachgelesen werden kann.
Den beiden wird schwerer Vertragsbruch vorgeworfen, haben sie doch alle ihre Pflichten verletzt und sich lediglich über Privilegien und Zuschüsse hergemacht. Trotzdem muss Activision gleich zu Beginn eingestehen, dass mit der Kündigung auch ein großer Verlust einhergeht:
“In certain respects, West and Zampella were valuable executives at the company, as reflected by the success of the products developed by the team at the Infinity Ward studio (“IW”) that they supervised, and by the tens of millions of dollars of extraordinary compensation that they received from Activision.”
Trotz dieses Minimal-Eingeständnisses hagelt es Vorwürfe: West und Zampella hätten nur zu ihrem eigenen Vorteil gehandelt, mit Drittparteien über zukünftige Entwicklungen geplaudert und damit gedroht die Entwicklung der Call of Duty-Franchise zu unterbrechen. Letzeres habe den vertraglich festgelegten Entwicklungsprozess unnötig in die Länge gezogen und extra Kosten verursacht. Zusätzlich hätten die beiden schon vor dem Verlassen von Activision mit dem Abwerben von Mitarbeitern begonnen.

Nun sei es für Activision eine Frechheit, dass ihre beiden ehemaligen Kinder den Mutterkonzern mit einer Entschädigungsklage ausnehmen wollen. Selbstverständlich behält Activision die Auszahlung der Anteile durch Modern Warfare 2 dann lieber für sich. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass West und Zampella zu mächtig geworden sind; immerhin wollten sie die Call of Duty-Reihe revolutionieren, damit der Name nicht komplett ausgeschlachtet würde. Activision hingegen will seinen Goldesel weiterhin peitschen, bis er endgültig zusammenbricht.





