Die Bibel als Action-Game – Wal-Mart wirbt um christliche Gamer


Der Höllenhund ist los! Zumindest wenn es um das Thema christliche Games geht. Seitdem der Einzelhandelskonzern Wal-Mart in den USA stärker auf die Gemeinde christlicher Gamer eingehen will, steht die Industrie Kopf. Die neue Strategie zu diskutieren ist ein Drahtseilakt, weil Auseinandersetzungen zwischen konservativen und liberalen Christen sowie eingefleischten Spielern eigentlich unvermeidlich sind.

Fangen wir klein an: Wal-Mart ist ein Konzern, dessen Hauptanliegen natürlich in der Erwirtschaftung von Geld liegt im Ausgleich gegen den Verkauf von Konsumgut. Mit über 300 Millionen Einwohnern hält sich die Mehrheit der US-amerikanischen Bevölkerung nach einer Umfrage von Princeton Survey Research Associates für durchweg christlich (hauptsächlich Evangelikale Protestanten, Katholiken, Protestanten). Genau deswegen sieht die Wal-Mart Führungsspitze eine gute Gelegenheit darin, den Verkauf von Spielen explizit auf Christen auszuweiten. Das klingt erst einmal nach einem guten Geschäft und so will auch der christliche Spielverleger Left Behind Games seine Vorteile aus dem neuen System ziehen.


Spiele mit religiösem Hintergrund oder basierend auf religiösen Schriften sollen auch außerhalb des Bible Belt geltend gemacht werden. Dabei läuft die Idee laut Industrygamers erst einmal in einer generellen Testphase an, um zu schauen wie sich die Verkaufszahlen zum Einkauf verhalten. Besonderes Augenmerk werden natürlich die christlichen Feiertage in den USA erhalten, denn der Umsatz soll dann tüchtig steigen.

Wal-Mart hat schon über die letzten Jahre sein Sortiment an christlicher Thematik deutlich ausgeweitet. Über Gospel und Kirchenmusik bis hin zu Büchern ist alles vertreten, nun sollen Spiele eine kaufkräftige Nische füllen. Trotz der Neuerungen und Ausweitungen hagelt es auch Kritik, denn Wal-Marts Verkaufsstrategien seien unmoralisch und unfair. Schon 2005 beschäftigte sich die Zeitschrift Christianity Today mit der Frage: Quo vadis, Wal-Mart? Der ehemalige Manager des Konzerns, Don Soderquist, gab dabei offen zu, dass Wal-Mart kein christlicher Konzern sei, seine Entscheidungen aber durchaus auf Basis der Heiligen Schrift treffe.

Kommentare

Lass hören was deine Meinung ist!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Verwende Gravatar für deinen Avatar!

*