Wenn der Antrieb zum Laufen fehlt: Pokéwalker!

Ein ähnliches Prinzip gab es schon für Final Fantasy VIII, wo die PlayStation Version des Spiels eine PocketStation brauchte, um in die Chocobo World abzutauchen. Hier konnten dann Items erworben werden, die es sonst im Spiel nicht gab; ebenfalls konnte der sonst schwache kleine Chocobo gestärkt werden. Amüsant zum Teil, aber kein wirklicher Thrill für den eingefleischten RPG-Fan.

Die Grundidee ist trotz kritischer Denkfehler nicht schlecht: eine enorm erfolgreiche Franchise kann faszinierte Spieler wirklich dazu animieren, etwas für sich zu tun. Vielleicht könnte der Pokéwalker sogar an das Belohnungszentrum appellieren, den spielerischen Ehrgeiz außerhalb des Wohnzimmers zu suchen. Es bliebe dann aber lediglich beim Animieren.

Außer Cosplay und Halluzination, gibt es kein Pokémon, was eingefangen und umsorgt werden muss. Hier schlägt die Realität zurück und das gewünschte Glumanda wird doch nur ein handelsüblicher Hamster. Das Pferd wird von hinten aufgezäumt, wenn über Technologie wieder in die Natur geführt werden soll und es als Anreiz digitale Erfahrungspunkte gibt. Eine Argumentation, die stark an die Zukunftsvision des ehemaligen Disney-Visionärs Jesse Schell erinnert.


Der Pokéwalker sollte nicht unterschätzt werden, denn auch sein ähnlicher Vorgänger Pokémon Pikachu hat es in das Buch der Guinness World Records geschafft, als meist genutztes Fitnessgerät seiner Zeit. Es scheint, als wäre es wirklich angebracht den Begriff Fitness zu überdenken und spielerisch anzugehen oder komplett neu zu definieren. Ein Fitnessgerät dient immer einem bestimmten Zweck: Fett verbrennen, Muskelaufbau, Ausdauer steigern. Kann der Pokéwalker das?

Auf Knopfdruck wird nichts von den drei genannten Stadien passieren, aber er kann sehr wohl ein Anreiz für kindliche Neugier sein. Ob der Pokéwalker den durchschnittlichen 35 Jahre alten Amerikaner, der jede Gesundheitsbehörde schwitzen lässt, vom Abspecken überzeugt, lassen wir einmal unbeantwortet. Eventuell gibt es in ein paar Monaten Nachrichten über eine Person, die dank Pokéwalker ein neues Lebensgefühl erhalten hat. In einer Welt, wo gewöhnliche Spiele mit dem Hinweis auf gesundheitliche Förderung veröffentlicht werden, ist wohl so ziemlich alles möglich.

Via time.com, msnbc.msn.com, nindb.net

Kommentare

Lass hören was deine Meinung ist!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Verwende Gravatar für deinen Avatar!

*