Räumlich homelich – Sony und die 3D-Technologie


Die ständige Verzögerung im Bereich 3D scheint auch daran zu liegen, dass sich räumliches Sehen für Spiel und Spaß oft zahlreichen Kritiken entgegensetzen muss. Sonys LX900-Reihe ist beispielsweise die einzige der drei, welche einen Sensor enthält, der angibt ab wann man zu dicht vor dem Gerät sitzt, um Augenschäden zu verhindern. Warum nur dieser? Fragwürdig ist auch, ob sich 3D nicht nur als marketingtüchtige Hype-Welle verkaufen lässt (wie 3D-Kinofilme zu leicht überhöhten Preisen) sondern auch als feste Verkaufsstrategie.

Christian Brown, Senior Category Marketing Manager für die Firma Sony, sagte in einem Interview gegenüber TechRader, dass Sony anstrebt, der absolute Pionier in Sachen 3D-Übertragung zu werden:

“Sony really wants to be the leader on 3D. The fact that we create the content and also bring it to the home is massive for us.
Things like the Fifa World Cup will be filmed in 3D, with our technology, and we have the rights to this. In fact 3D crosses all of Sony’s product ranges, except for Sony Ericsson. … It’s about educating and inspiring people with 3D.”

Aber nicht nur im Bereich Film und Game boomt die Idee von 3D. Auch in anderen Disziplinen wie der Fotografie wird 3D immer wichtiger. Sony hatte auch hier schon im Oktober letzten Jahres eine 3D-Kamera mit nur einem Objektiv entwickelt. Es ging hierbei darum, dem späteren Zuschauer ein 2D-Bild zu liefern, welches er auch ohne Polarisationsbrille nach Filmen des 3D-Materials als natürlich erkennen würde. Dazu wurden zusätzliche bewegliche Spiegel in und an die Kamera montiert. In der Industrie hat eine Wende stattgefunden: es wird nicht mehr etwas erschaffen, was künstlich wirken soll, sondern es wird etwas Künstliches erschaffen, was als natürlich glänzen soll.


Sonys kompetitives Denken und Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt, denn über die letzten Jahre hat die Firma Standards eingeführt wie die damalige 3.5 Inch Floppy Disk (1982) oder moderne Kreationen wie den Memory Stick, Digital8, PSP Universal Media Disc (2003), HDV (2004) oder Blu-ray Disc (2006). Nun soll sich die 3D-Technologie der Liste hinzugefügt werden. Das einzige Problem ist, dass der 3D-Effekt als solcher auf allen System immer gleich abläuft.

Es gibt keinen schlechten 3D-Effekt, sondern nur fehlerhafte beziehungsweise unzureichende technische Darstellungen. Das wiederum bedeutet, dass Sony bei Mängeln ordentlich an der Hardware schrauben muss, da sie räumliches Sehen selbst nicht verändern können. Es wird diesen Sommer heiß hergehen und wir werden am Ball bleiben, ob und wie die neue 3D-Technologie sich längerfristig behaupten wird.

Via Blogs.ft.com, Mcvuk.com, Taintedgreen.com, Hartware.de, Techradar.com, Chip.de

Kommentare

4 Kommentare zu “Räumlich homelich – Sony und die 3D-Technologie

  1. scareme am 11. März 2010

    Sehr sehr guter Artikel muss ich sagen! Nur zwei Dinge verstehe ich nicht... "Zusätzlich muss noch ein Transmitter für die Übermittlung der Signale angeschafft werden" Was ist damit gemeint? Wenn damit das Kabel gemeint ist, die neuesten HDMI Spezifikationen sehen voll 3D Unterstützung vor, was der PS3 durch ein Firmware-Update "beigebracht" werden kann. 3D Brillen sind ohnehin unentbehrlich, jedoch teurer wie 40 euro. Zum letzten Absatz mit schlechten 3D Effekten und dass Sony dann an der Hardware schrauben muss. Wenn sichs um Spiele dreht, dürft das ja nicht der Fall werden?! Die müssen eben ordentlich entwickelt werden. Das einzige Problem das ich sehe, ist, wenn nachträglich ein Film, der "normal" (also in 2D) aufgenommen wurde, nachträglich "3D-isiert" wird. Wenn das nicht ordenltich gemacht wird, kommt der 3D Effekt "unschön" rüber. An der Hardware kann man da aber nichts mehr machen. Avatar zB hat bis dato die besten 3D Effekte, da eben komplett in 3D gedreht. Bei Alice im Wunderland hingegen wurde zuerst in 2D gedreht und nachträglich das Material am PC nach 3D umgesetzt. Zwar gibt es Programme/Abläufe, die dies auch automatisch machen können, allerdings steigt dabei die Fehlerrate von falsch interpretierten Bildern die dann wie gesagt "unschön" rüberkommen. Bei Alice im Wunderland hat man sich jedoch die mühe gemacht das ganze per Hand (!!) zu 3D-isieren. Aber wie gesagt, an der Hardware liegt nicht (zumindest die Darstellung).

  2. Svenja Schrahe am 11. März 2010

    Bei dem Transmitter handelt es sich in der Regel um einen kleinen schwarzen Kasten, der extra mit dem jeweiligen Anschluss des Fernsehers verbunden wird. Bei Sony wird es nicht anders sein ;) Beim 3D Effekt ging es eigentlich um Folgendes: Effekt ist Effekt. Ein Effekt als solcher kann nicht perfektioniert werden, da er schon perfekt ist. Nun geht es darum, diesen Effekt in Hardware und Software einwandfrei darstellen zu können. Da die Grafik maßgeblich von Grafikkarten und somit in erster Linie der Hardware abhängt, muss daran nachgebessert werden. Sony wird also mit der 3D-Technologie endlich wieder etwas auf den Markt bringen, was sich besonders auf die Hardware stützt (im Vergleich dazu sind die präsentieren Neuerungen auf der GDC im Bereich Hardware sehr gering dieses Jahr).

  3. scareme am 11. März 2010

    Ok, den Punkt mit Effekt ist Effekt kann ich nun nachvollziehen. Aber wegen dem Transmitter. Da muss ich sagen dass ich das zum ersten mal höre. Ich denk mir mal (muss mich nochmal genau informieren) dass wenn ich einen 2,8k 3D TV hab, dass mit Sicherheit entfallen würde. (Ansonsten ist der Preis absolut nicht gerechtfertigt). Da eben im besten falle die TVs ja einfach nur 200hz beherrschen müssen um abwechseln für das linke und rechte auge (ausreichend) ein Bild darstellen zu können. Ok, abgesehen von dem viel höheren Helligkeitswert der Panels der notwendig wird, da durch die Shutterbrillen ja viel "Licht" gefressen wird.

  4. Pingback: Samsung gibt Warnhinweise zu 3D-TVs aus: Nicht für Kinder, alte Leute, Schwangere oder Alkoholiker | eLhabib.at

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