Ist das Leben nur ein einziges Farmville Spiel?


Mit dem Leben wird nicht gespielt. Dieser Grundsatz ist dem Gamer wohlbekannt, denn Privatleben und gespieltes Leben eines Charakters sollten im Idealfall unterschieden werden. Spätestens seit es offizielle Entzugskliniken für Suchtfälle gibt oder Nachrichten über Zocker, die sich bei Spielen wie World of Warcraft zu Tode spielen, wissen wir, dass es nicht immer geht. Unter dem Oberbegriff ‘Online Social Gaming’ gab es innerhalb der letzten Dekade den Trend, sich mehr und mehr mit seiner digitalen Schöpfung zu identifizieren.

Social Games, das sind grob übersetzt eigentlich nur Spiele mit sozialer Interaktion, also das, was früher als Mühle und Holzsteinchen übers Brett geschoben wurde. Mittlerweile sind natürlich der Computer oder die Konsole das Medium schlechthin und es gibt diverse Unterkategorien des Social Gaming wie Multiplayer-Spiele (MMO, MMORPG, LAN), RPGs und sogenannte Social Casual Games. In die letzte Kategorie fallen beispielsweise die mit einer Hass-Liebe wahrgenommenen Games auf Facebook über Farmville und Mafia Wars bis hin zur Pet Society.


Einladungen und Annahmen dieser Spiele in sozialen Netzwerken haben Konjunktur. Fakt ist, dass das Social Game-Konzept laut allfacebook.com mit rund 80 Millionen Nutzern monatlich eine absolute Spitzenposition erreicht. Das Prinzip ist dabei schneeballartig: je mehr Leute sich bei Facebook registrieren, desto mehr Einladungen können theoretisch verschickt werden. Da der Anbieter mit gestrickten Nachrichten wie “XYZ benötigt deine Hilfe beim Ausbau seiner Farm” lockt, helfen viele gerne mit. Obwohl Social Gaming als solches kostenfrei ist und damit einen großen Vorteil gegenüber handelsüblichen Abonnements von etwa MMORPGs hat, lässt sich mit zusätzlichen Features viel Geld erwerben.