Final Fantasy im Lauf der Zeit – Teil 1

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Im Jahr 1987 fing alles an, ganz genau dann, als der japanische Videospielentwickler Hironubu Sakaguchi mit der Final Fantasy Reihe einen Meilenstein im Rollenspiel Universum setzte. Final Fantasy ist mit seiner Hauptserie und den Ablegern im Bereich Film, Buch und Plüsch eine der meistverkauften Marken weltweit. Doch mit dem Begriff “Serie” beginnt auch zugleich das Dilemma: ist es eine zusammenhängende Reihe oder doch eher verschiedene Experimente unter dem Schirmbegriff Final Fantasy? Der getreue Gamer wird das Gefühl nicht los, dass die neuesten Spiele vor allem “final” aber nicht mehr so richtig Fantasy sind.

Die ersten drei Teile Final Fantasy erschienen damals noch von Squaresoft (heute Square Enix) zwischen 1987 und 1990 und sind für Sammler der Reihe wahres Gold wert. Der erste Part setzte die grundlegenden Maßstäbe und Zutaten der noch heute gebräuchlichen Standards im RPG Universum: verschwundene elementare Kräfte von Erde bis Wind am besten in Kristallform, diverse Fabelwesen von Elf bis Meerjungfrau und das altbewährte Klassensystem zum Sortieren seiner Mistreiter – egal ob Krieger, Novize, Dieb, Magier oder Heiler.

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Obwohl schon innovativ in Form und Darstellung, hatten die Klassen damals noch keinen Einfluss auf das Spiel, erlernten zwar Fähigkeiten, die aber im langen Lauf das Spielgeschehen nicht beeinflussten. Erst in den Folgeteilen kamen die charaktertypischen Namen wie Biggs und Wedge hinzu, die heute in den Ablegern und auch anderen Games gerne als Running Gag genutzt werden.

Final Fantasy hat sich nach Angaben von kotaku seit der ersten Veröffentlichung mehr als 85 Millionen Mal verkauft, dennoch stand es in seinem Einfluss als Computer-Rollenspiel nicht alleine da. Erst ein Jahr zuvor, im Mai 1986, brachte Enix unter Direktor Yūji Horii Dragon Quest auf den Markt. Auch hier gibt es diverse Nachfolger der Hauptreihe, welche bis Ende 2010 in die zehnte Runde für die Nintendo Wii gehen soll.

finalfantasy4_farrell_300Ursprünglich war gar kein zweites Final Fantasy geplant, doch durch den überragenden Verkaufserfolg wurde dies innerhalb kürzester Zeit fertiggestellt und ist seit 2003 mit Teil I als Final Fantasy Origins zu ergattern. Mit dem neuen Final Fantasy II wurde das begehrte Level-up-System eingeführt, die quietschgelben Chocobos und die Möglichkeit Mitglieder der aktuellen Partie in vordere und hintere Reihe zu unterteilen. Es ist das erste Final Fantasy gewesen, dass active-time battles (ATBs) nutzte, wo während des Kampfes eine kleine Zeiteinheit den Handlungsrahmen vorgibt.

Final Fantasy III sorgte für ein kleines Ende einer Ära, denn es war der letzte Teil für das Nintendo Entertainment System. Neu waren die Möglichkeiten der Namensgebung und der Einfluss der Charaktere. Der erste Schritt für eine größere Kombinationsfreude, wie man es aus den späteren Episoden kennt, war gelegt. Das Remake in 3D-Grafik für den Nintendo DS im Jahr 2006 im speziellen Final Fantasy III Crystal Edition Bundle war bereits am ersten Tag komplett ausverkauft.

Durch die Nicht-Veröffentlichung des japanischen Final Fantasy II, wurde Final Fantasy IV außerhalb Japans zum zweiten Teil gekürt. Nordamerika schien sich an der Länge des Spieles zu stören und so wurden verschiedene Hintergrundelemente einfach gekürzt, wodurch der zweite/vierte Teil nur als “light” Version erschien. GameSpy hat sich den Moment retrospektiv zum Anlass genommen, Nintendos Forderung das Wort “blood” aus dem vierten Teil zu Streichen in ‘Die 25 Dümmsten Momente der Gamergeschichte’ aufzulisten.

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Die Ur-Version ist in Europa erst 2002 als Teil der Final Fantasy Anthology für die gute alte Playstation erschienen. Es kristallisierte sich schon eine gewisse Ähnlichkeit in Kombination aus Magie, Charakterpalette, Musik und ATB heraus, die heutzutage als “typisch Final Fantasy” beschrieben werde kann. Zusätzliche Würze gab dem Spiel, dass die Handlung erste Überraschungen bereithielt und nicht mehr allzu vorhersehbar war; auch persönliche Konflikte der Charaktere untereinander haben hier ihren Anfang genommen. Im Interview mit G wie Gorilla verriet Spieleentwickler Hiromichi Tanaka, dass dies durchaus beabsichtigt sei:

I’ll tell you how we did it with the first three Final Fantasy-games. When we did the first Final Fantasy, we worked on the basic systems, especially the battle system. The next one was then more story based. After that, we thought again about gameplay details of the first two games that we might improve. Well, and after part IV, it was rather straight forward – the gameplay systems were established, they worked and so the future titles became more similar to each other.

Nostalgie für die Zukunft sozusagen. Mit Final Fantasy V und VI wurde ein durchdachtes Spielesystem präsentiert, was sich durchaus halten sollte. Der Spieler konnte in fünftem Teil beispielsweise aus 25 Berufsklassen wählen, Fähigkeiten erlernen und kombinieren – das geniale Job-System war geboren, weswegen es sich lohnte Nummer 5 mehr als nur einmal anzuspielen. Die Höhlen auf dem Streifzug wurden mit kleinen Rätseln erweitert und bekannte Figuren wie Gilgamesh hatten hier zum ersten Mal ihren Auftritt. Natürlich bat Teil fünf etwas für jeden taktischen RPGler: die Endgegner waren hier deutlich schwerer, wodurch es kreative Kombinationen bis zum Abwinken gab.
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Final Fantasy VI wartete mit noch mehr kleinen Sidequests auf, die aber alle optional waren, wie beispielsweise die wunderbare World of Ruin. Die Endgegner waren deutlich leichter, das Lösen der Rätsel nahm daher einen größeren Teil ein. Die Storyline wurde merklich tiefer, mit den mystischen Geschöpfen namens “Esper” konnten einzelne Figuren ausgerüstet werden, um so die Fähigkeiten zu erweitern. Ebenfalls stechend ist die Musik, die damals noch Nobuo Uematsu komponierte. Der sechste Teil unterschied sich deutlich in der Intensität der Musik, sie plätscherte nicht nur im Hintergrund, sondern untermalte aktiv das Geschehen der Geschichte.

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Im Final Fantasy Universum zählte die Grafik zu Beginn herzlich wenig. Es wurde sich auf die wesentlichen RPG-Elemente konzentriert: zahlreiche Charakter, Rätsel, die zum Teil handlungsträchtig oder zumindest charakterweisend sind, Atmosphäre und kreative Kombinationsfreiheit. Bis zum sechsten Teil der Reihe hielten sich die Designer an diese Vorgaben. Doch schon mit dem siebten Teil sollte die Atmosphäre düsterer und dichter werden, die Charaktere erhielten eine Komponente an persönlicher Tragik, die neue Maßstäbe setzen sollte…

Teil 2 des Überblicks

Via kotaku, Mobygames, Consolewars, GameSpy, G wie Gorilla

Kommentare

Ein Kommentar zu “Final Fantasy im Lauf der Zeit – Teil 1

  1. Sinisa Maletic am 22. Februar 2010

    oh gott ich weiß noch wie ich den 4er teil (ich glaub es war der 4er) aufn nintendo gezockt habe :D

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