
God of War III ist nichts heilig, geht es doch darum, dass der Kriegsgott Ares vom Fenster gewischt wurde, um für den Helden der Geschichte – Kratos – Platz zu machen. Als die SCE Studios Santa Monica vor einigen Jahren den ersten God of War Teil für die PlayStation 2 herausbrachten, regnete es viel Lob für Handlung und Handhabung. Auch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) und Pan European Game Information (PEGI) kamen voll auf ihre Kosten, haben sie doch bisher allen Teilen einen “maturity”/”ab 18″ Stempel verliehen. Ein Kriegsgott mag es eben blutig.
Was God of War III genau wie seine Vorgänger interessant macht, ist nicht das altbekannte System von Hack and Slay, sondern auch der mythologische Hintergrund und das Verlangen selbst Gott spielen zu dürfen. Das Hau-Drauf-Prinzip braucht eigentlich wenig Erklärung, außer dass es früher darum ging in Rollenspielen sein Gegenüber mit Stift und Papier zu besiegen. Mit God of War III erhält das Hack and Slay Prinzip einen ernsten Ton, bei dem die Fragen nach Rache und Loyalität neu aufgeworfen werden.
God of War III bedient sich auch dieses Mal wieder großzügig an mythologischen Vorlagen, die gut durcheinander gewürfelt so etwas wie die Grundlage für das Game ergeben. Dabei wird es wie Joystiq im Interview mit John Hight, dem Leiter der internen Entwicklung, schrieb zwar der letzte Teil der Saga werden, die zukünftige Vermarktung weiterer Ableger, bleibe aber erhalten. “Wir werden sehr vorsichtig sein, was wir als nächstes machen”, bekannte sich Hight.
Die Schöpfung von Kratos ist durch und durch auf den Anti-Helden zugeschnitten und als echter Spartaner erfüllt er damit das historische Bild des kriegssüchtigen Söldners. Das Spartanische und das Lakonische werden im Gameplay als typische Merkmale übernommen, es sei ein für die Reihe einprägsamer Stil wie Hight weiter meint:
“Certainly God of War is a mature game. It’s going to stay mature. We know our audience for that. That doesn’t mean as a studio organization, we won’t do other games that won’t be a little tamer.”
Kratos hat den Kriegsgott Ares mittlerweile ersetzt und befand sich am Ende des zweiten God of War Ablegers auf dem Weg zum Olymp. Der dritte Teil geht diesen Weg weiter, wenn der alte Streit zwischen den Göttergeschlechtern ausbricht. Die Geschichte ist allgemein bekannt: die Titanen gehen schwer bewaffnet gegen den Olymp vor. Die Titanomachie, der Kampf der Titanen, dauert in der griechischen Mythologie insgesamt elf Jahre. Die Titanen wurden angeführt von Kronos und kämpften gegen Zeus und die Olympioi.
Nun halten die Santa Monica Studios sich nicht unbedingt an die Theogonie des Hesiod, die bedeutende schriftliche Erzählung über den Kampf der Titanen. Stattdessen werden Positionen gemischt und es sterben Götter, von denen man dachte, es sei eigentlich sinnvoll sie eher zu behalten. So wurde in der offiziellen Spieledemo gezeigt wie Kratos im Kampf Helios umbringt. Nur zur Erinnerung: Helios ist der Sonnengott und sein Tod hätte ungefähr den gleichen Effekt wie das Kappen der Stromzufuhr.
Doch darum geht es in God of War III nicht. Es ist so betrachtet eine Prise deftiger schwarzer Humor und beantwortet heilig gehütete Fragen der Mythologie ganz unbedarft. Ein wunderbares Beispiel dafür ist immer noch der erste Teil von God of War. Hier benötigte Kratos um Ares zu töten die Büchse der Pandora. Der kleine Kasten (oder Krug, wenn wieder um Übersetzungsschwierigkeiten gestritten wird) ist mittlerweile ein Synonym geworden für alles Unheil der Welt. Wer es eigentlich öffnete, ist bis heute ein Rätsel. Auch ist es ungewiss, was passiert, wenn sie zum dritten Mal geöffnet wird. Kratos hat dafür wenig Nerven übrig und entwendet das Objekt kurzerhand aus einem Tempel, um Ares das Leben zur Hölle zu machen.
Es ist dieser Wiedererkennungseffekt, der auch die Entwickler zu weiteren Teilen verleitet hat. Kratos soll genau wie der Rest der Story Ecken und Kanten haben, nichts soll zu leicht oder zu logisch daherkommen. Dafür erscheint das Spiel in einer grafisch einwandfreien Oberfläche, die das letzte aus der PlayStation 3 herausquetschen wird. Tatsächlich geht es neben der weiterführenden Story auch darum, das maximale Potential der PS3 auszuschöpfen.
Die Entwickler hätten nach Angaben von Eurogamer vor der Xbox 360 schon kapituliert. Sony wird es jedenfalls tierisch freuen, was vielleicht ein weiterer Grund ist, warum so verbissen an ‘Projekt Natal’ gearbeitet wird. Die Spielewelt ist schnelllebig und so soll God of War III als letzter Teil der Reihe auch einen Meilenstein im kompetitiven “maxing out” (also dem Ausschöpfen der Grafik) setzen.
Stig Asmussen, der Direktor von God of War III verriet beim ersten Blick auf das Spiel gegenüber IGN UK, dass das Kampfsystem neue Ausmaße annehmen soll. Wie im realen Kampf ist alles möglich, alles kann erklettert und mitgenommen werden, somit ist also nicht nur der Charakter sondern auch die Umgebung absolut dynamisch. Alles was zerstört werden kann, wird zerstört und so schwärmt Asmussen im Vergleich:
“The best way that I can describe it is take D-Day, the Battle at Normandy, combine it with the movie Cloverfield, and put Kratos smack dab in the middle of it.”
Ob der Direktor hier nicht historische Ereignisse mit trivialen Sequenzen zusammenwirft, bleibt dem Urteil des Lesers überlassen.
Im März dieses Jahres wird das Spiel weltweit für die PlayStation 3 erscheinen. Wir werden am Ball bleiben, ob das Game der mythologischen Schlacht gerecht wird und ob God of War III auch inhaltlich mit seinen Vorgängern mithalten kann.








