Max Payne 3 – beim dritten Mal wird alles anders

Spiele mit Sprachausgabe waren schon immer so eine Sache, denn wenn der Synchronsprecher wie Ernie aus der Sesamstraße klingt, braucht man ein anderes lautes Geräusch um eine weitere schreckliche Vertonung zu überspielen. 2001 hat Take 2 Interactive mit dem Verlegerlabel Label Gathering und später Rockstar Games den Sprung geschafft mit  Max Payne.

„I released my finger from the trigger and then it was over“ – ein verschmitztes Lächeln und eine raue Stimme mit Hang zum Sarkasmus, den die Gamewelt schon seit Metal Gear Solid liebt, so schleicht sie Max Payne im ersten Teil ins Bild. Dabei ist das Wort “Bild” nicht zu verachten. Ein Großteil des Games liest und spielt sich wie ein Comic: auf Bildern mit Sprechblasen lässt sich die Geschichte mit verfolgen, zeitgleich schlüpft der Spieler immer wieder in Paynes Rolle und hat selbst Handlungsgewalt. Max Payne ist ein Spiel mit künstlerischer Ästhetik und einem Schuss Film Noir, durch den Kriminalität fast etwas Elegantes erhalt.

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Am meisten beeindruckt wohl, dass Max Payne eben nicht bloß eine James Bond Figur mit Rachemotiv ist. Payne schießt und schläft nicht im Namen der Queen durch die Reihen, sondern findet im ersten Teil seine ermordete Familie. Schlüssel ist natürlich gemäß dem Film Noir Genre die Gradwanderung zwischen zu viel Wissen und dem stetigen Verhindern einer mehr oder minderen Verschwörungstheorie. Im ersten Teil handelte es sich dabei um die erfundene Designerdroge Valykur, die ursprünglich nur für das Militär vorgesehen war, aber dann wie so oft doch den Weg nach draußen findet. Der zweite Teil knüpft in Rückblenden wieder nahtlos an Teil eins an – was bleibt also für Teil 3? Das Ende des zweiten Teils schloss eine Rückkehr nicht aus, aber ist es wirklich empfehlenswert Max Payne zu einer eventuellen Endlosreihe zu vermarkten?

Wie jedes neue Game wurde Max Payne kritischer Prüfung unterzogen, was vor allem die deutsche Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien nicht beeindruckte und das Spiel nach seiner Erstveröffentlichung prompt indizierte. Für Max Payne 3 wurde die Veröffentlichung mehrere Male nach hinten verschoben, soll aber nicht vor August 2010 erscheinen. Was den Gamer in Teil 3 für den PC, PS3 und Xbox 360 erwartet ist noch nicht komplett raus, aber wie so viele seiner Kollegen ist Max älter geworden, reifer und damit natürlich auch bitterer. Die Entwickler werden versuchen im dritten Teil die letzten 12 Jahre von Max Payne, mehr oder weniger gut, aufzuarbeiten. Dass sich dabei natürlich auch die äußere Gestalt von Payne verändert hat ist auf den kursierenden Bildern für einige ziemlich ‚payneful‘.

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Die im Internet kursierenden Bilder bestechen jedoch durch Qualität, was allerdings auch die Erwartungen der Gamer Gemeinde stark nach oben schraubt. Die Entwicklung von Max Payne erinnert stark an John McClane aus Stirb Langsam, denn auch Payne trägt im dritten Teil ein dreckiges Unterhemd und kämpft sich als Sicherheitsmann durch São Paulo. Dort wird er sich durch die Favelas schlagen müssen, das gefährlichste Ghetto der Welt. Die eigene Polizei hat hier keine Chance, Payne versucht die Reichen des Landes zu schützen, wird dabei aber immer tiefer in die Kriminalität reingezogen.  An Action wird es nicht mangeln, aber auch nicht an neuen Features. So bekommt der Spieler, sollten Paynes Lebenspunkte niedergestreckt werden, noch einige Sekunden Zeit um den Täter doch noch zur Strecke zu bringen, um dabei das gefürchtete “Game Over” zu vermeiden. Dennoch steht Take 2 auf Messers Schneide: entweder es wird den Erwartungen gerecht oder Max Payne 3 wird ein eher peinliches Kapitel für seinen gleichnamigen Helden.

via kotaku, golem

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