
Die eLhabib-Awards 2009 haben ihren ersten Medaillengewinner! Die Bronze-Medaille für die News des Jahres geht an eine Anzeigenkampagne aus dem beschaulichen Großbritannien. “Ausgerechnet dort” werden sich viele Branchenkenner gesagt haben, als im Frühjahr dieses Jahres mehrere große Printmagazine auf der Insel eine Anzeige geschaltet hatten, auf der ein Kind gelangweilt vor einem Spielcontroller sitzt. Unter der Überschrift: “Risk an early death, just do nothing!”verbarg sich ein aggressiver Angriff auf die Videospielindustrie.
Ein Aufschrei ging durch die Videospielergemeinde. Die plakativen Vorwürfe der Kampagne schlugen hohe Wellen. Das man sich als Videospieler gelegentlich schlecht durchdachten Vorwürfen aus Politik und Medien ausgesetzt sieht, ist bittere Gewöhnungssache geworden. Die Werbeserie der Change4Life-Organisation fügte aber in ungewohnter Offenheit eine qualitativ neue Note zu der Hexenjagd hinzu. Nicht nur die Videospieler ärgerten sich über den Vorstoß, auch die Industrie selber zeigte sich über den Angriff auf das eigene Image empört und drohte mit einer Welle von Klagen – Der Streit eskaliert.

Change4Life selber zeigte sich überrascht von der Kritik. Offenbar hatte man nicht damit gerechnet, dass die Kampagne derart offensive Reaktionen hervorrufen würde. Die Industrie suchte jede schwache Stelle in der wohltätigen Organisation. Sony beispielsweise dachte über rechtliche Schritte aufgrund der ungenehmigten Verwendung eines PlayStation-Controller auf den Fotos nach.
Das Wort der Videospielindustrie hat auf der Insel großes Gewicht, schlussendlich gab die Change4Life Institution nach. In einer 180° Grad Wende erkannte man plötzlich die vielen Vorzüge des Videospiels und revidierte seine mit der Anzeigenkampagne geschaffenen Vorwürfe.
Es mag nur ein kurzes Flackern gewesen sein, aber die Change4Life Kampagne im Frühjahr dieses Jahres schaffte eine neue Hoffnung für die Gemeinde der Videospieler. Wenn sich Industrie und Spieler auf einer Wellenlänge bewegen, wenn man seine Kräfte bündelt, dann ist es möglich, wirksam gegen überzogene Angriffe von außen vorzugehen.
Es war ein gutes Zeichen, in einem Jahr, in dem die abstrusen Vorwürfe gegen Videospieler, vor allen Dingen aus der Politik, noch einen neuen, traurigen Höhepunkt erreichen sollten.





