
The Saboteuer ist das neue Spiel der Pandemic Studios, einem Zweig der amerikanischen Spielefirma Electronic Arts (EA), wo der Gamer sich im besetzten Paris des Zweiten Weltkrieges durchschlagen muss. Wortwörtlich wurde mit The Saboteur etwas Sabotage betrieben, denn die Entwickler sind nun größtenteils nach Hause geschickt worden. Der Spieleriese EA scheint sich mächtig verkalkuliert zu haben in seiner Übernahme von Firmen der letzten Jahre.
Der Unmut ist groß und der Prozess ging eher schleichend voran, bevor das große Erwachen kam. Finanziell gesehen haben Firmen, die mit EA kooperieren eine Achterbahn hinter sich. Wie die Seite BusinessWire im Oktober 2007 bekannt gab, hatte EA die VG Holding Group, die Besitzer von Bioware und der Pandemic Studios, für rund 620 Mio. US Dollar erworben sowie rund 155 Mio. Dollar in Firmenkapital. Danach war es recht still geworden um den neuen Besitz, was auch an den mageren Erfolgen der Pandemic Studios liegen kann – oder an der schäbigen PR. Einige Zeit nach dem Kauf wurde im Februar 2009 dann der Firmensitz der Pandemic Studios in Brisbaine, Australien geschlossen – angeblich aus rein strategischen Gründen; hier hat EA aber eher willentlich die Pforten geschlossen. Zu den wenigen nennenswerten Spielen wie beispielsweise die Star Wars: Battlefront Reihe soll sich auch The Saboteur hinzugesellen. Ob dies offiziell der Fall sein wird, ist ungewiss. Das Spiel wird für PC, Xbox 360 und die PlayStation 3 erst am 8. Dezember diesen Jahres verfügbar sein.
Offensichtlich hat der Einkauf verdorbener Früchte den Hunger der Manager erst richtig entfacht. Der Entwickler hat sich eine weitere Firma geangelt: Playfish Ltd. Mit seinem Hauptsitz in London ist Playfish vor allem durch Spiele wie ‘Pet Society’ in sozialen Netzwerken bekannt geworden. Der Fisch ist nun Electronic Arts ins Netz gegangen. Dabei musste EA tief in die Tasche greifen, denn die Übernahme kostete 275 Mio. Dollar in Cash und zusätzliche 25. Mio Dollar Firmenkapital. Wie die Videospiel-Website GameSpot Anfang November berichtete hat EA nun 1,500 Mitarbeiter entlassen um rund 100 Mio. Dollar pro Jahr einzusparen. Der Vorstandsvorsitzende John Riccitiello sieht das ganze lediglich als Rechnung und gab bekannt, dass bei allen nicht produktiven Zweigen der Firma kräftig eingespart werden müsse; das heißt im Klartext, dass weitere Schließungen vorprogrammiert wären. In einem Nebensatz merkte Riccitiello an, dass mehr als ein Dutzend geplanter Spiele vorerst gestoppt oder gestrichen worden seien. Durch geplante Entlassungen und Streichungen spart EA rund 17% Humankapital für Geld, welches vorher verheizt wurde.
Darüber hinaus wird nicht nur entlassen, sondern auch geschlossen. Die Pandemic Studios gehören offiziell der Vergangenheit an; zuvor jedoch hat EA einige Mitarbeiter überzeugen können wenigstens The Saboteur fertig zu stellen. Doch auch sie dürfen am Ende des Jahers ihre Tische räumen. Die Wirtschaftskrise ist nur ein kleiner Bestandteil für den großen Reinfall, Hauptverursacher bleiben immer noch jene Menschen, die bei EA die Fäden ziehen und dadurch viele Mitarbeiter auf die Wartebank für neue Arbeitsplätze setzen. Wie die Seite SarcasticGamer berichtet, seien vor allem die ersten Spiele wie Full Spectrum Warrior daran gescheitert Pandemic Studios einen guten Ruf als Entwickler einzubringen, viele jetzige Spiele wären einfach unterirdisch schlecht. Der große Hoffnungsträger sei daher The Saboteur – doch auch hier darf spekuliert werden, ob das Spiel nicht vom Strom des Desinteresses dahingerafft wird.
Neben der Verkalkulierung der EA Manager und den produzierten Flops der Pandemic Studios, gibt es noch einen weiteren Grund für die Einsparung, der ironischerweise mit den neuen Ausgaben zusammenhängt: so dürfen die Besitzer von Playfish bis 2011 noch etwa 100 Mio. Dollar ergebnisabhängige Provisionen erhalten, sollten sie weitere erfolgreiche Produktionen vorweisen. Immerhin will EA seinen neuen Goldesel nicht wieder verlieren. Allerdings wären damit die ausgerechneten 100 Mio. Dollar an Einsparungen von EA wieder hinfällig und weitere Köpfe müssten rollen. Der Pleitegeier kreist über EA und so werden an Playfish hohe Erwartungen gestellt. Bis jetzt hat sich die Firma hauptsächlich auf Facebook profiliert und wird von mehreren Millionen Usern weltweit genutzt. Inwieweit Playfish nun der große Fisch an der Angel ist, bleibt abzuwarten.





