
Ein exklusiver Need for Speed Ableger nur für Nintendo? Klingt ja eigentlich schon nach Abzocke, schließlich überhäuft die Need for Speed Marke ihre Kunden ja so gut wie jedes Jahr mit einem Titel. Mit Namen wie, Underground, Most Wanted, Carbon, Pro Street oder Undercover wird versucht, es allen so gut wie möglich recht zu machen. Dabei war der ein der andere Titel der Reihe nicht wirklich dem Namen der Marke, den er trägt, würdig. Und NFS gilt ja auch als solider Arcade-Racer, bei dem einfach auf´s Gas getreten wird, völlig egal, ob die nächste Wand abfedert oder nicht. Um Realismus und Co. kümmern sich andere (Forza Motorsport 3; Gran Turismo 5), doch die Fragen, vor die uns Nitro stellt, sind berechtigt:
Liefert die Marke Need for Speed exklusiv auf der Wii einen würdigen Ablegertitel oder nur eine abgespeckte Version von NFS: Shift?
Und will NFS nur auf Teufel komm Raus´Kunden gewinnen mit dem bekannten Namen oder “gab man sich auch Mühe” (mal kritisch formuliert)?

Shift fürt schließlich die Verkaufszahlen an und ist auch wirklich ein gutes Spiel geworden. Clarissa stellte euch Nitro, das mit frischen Ideen glänzen soll, ja schon vor und das Ziel war bereits klar: ein einzigartiges und das stylischste NFS aller Zeiten zu erschaffen.
Nun kann man einerseits als eingefleischter NFS-Fan meckern, aber andererseits auch als Rennspielneuling mit Wii-Konsole daheim frohlocken. Warum? Weil alle Fans von NFS zur Zeit den neuen Realismus in Shift feiern, Nitro dagegen aber völlig auf´s andere Pferd gesprungen ist. Maßlos überdreht mit Comic-Grafik, gepaart mit einem Boost, so unrealistisch, dass selbst die Burnout-Reihe sich in die Ecke verkriechen würde, um sich zu schämen, stellt der Titel doch den genauen Gegensatz zu Shift dar. Derjenige, der schon immer NFS gespielt hat, der wird mit Nitro keine Freude haben, wenn er die Geschichte der Reihe kennt und mal Shift auf der Playstation 3 gezockt hat. Gelegenheitsspieler werden jedoch ihren Spaß damit haben.

Die Grafik ist nicht jedermanns Sache, Tuningmöglichkeiten gibt es gar nicht und dennoch: NFS ist 1A auf die Wii und ihre Spieler zugeschnitten. Das Spiel spricht, wie gesagt, wirklich nur Gelegenheitsgamer an, denn mit nur 30 Fahrzeugen motiviert es sich nicht gerade sehr lange. Zwar sind diese an echten Fahrzeugen angelehnt, wie z.B. einem Audi TT RS oder einem Ford GT, doch mit der eigenwilligen Grafik könnte man auch von Eigenkreationen sprechen.
Klassische Rennmodi, wie Eliminator (alle 30 Sekunden ist der letzte futsch´) sind natürlich auch dabei, doch eine Sache werden Coregamer heutzutage vermissen: ein Online-Modus. Der typische Nintendo-Wii´ler nutzt statistisch gesehen seine Konsole im Gegensatz zur 360 und PS3 eben kaum für die Vielfalt des Internets. Der gute alte Splitscreen findet sich aber natürlich trotzdem auch auf der Wii. Oh, vielleicht noch eine Kleinigkeit: ein Schadensmodell sucht ihr ebenfalls vergeblich.
Summa summarum ist Nitro ein Arcaderacer und wirklich nichts anderes. Ein interessanter Ablegertitel für die, die gelegentlich mal hinter das Steuer wollen (Wortwitz: es gibt keine Cockpitperspektive ;) ) und einwandfrei auf die Casualgamer von Nintendo´s Spielekonsole zugeschnitten. Und für den DS für unterwegs gibt´s auch keine bessere Alternative. Nitro ist wohl doch Marketing strategisch ein gelungener Zug der Marke Need for Speed.
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