
Videospiele und gerade berühmte Spielfilme, die von LEGO sozusagen “neugestaltet” wurden, gehören zu dem weltweit beliebtesten und erfolgreichsten, was die Branche so bietet. Dabei ist das Rezept eigentlich stets das gleiche: Man nehme bekannte Filmcharaktere und das geeignete Setting (u.a. Star Wars), in diesem Fall eben das Quartett um Harrison Ford alias Indiana Jones und spiele diese Filme noch einmal auf Lego Manier durch. Und das macht einfach Spaß, gerade auch im Coop Modus für bis zu zwei Spieler.
Der erste Teil, Lego Indiana Jones: The Original Adventure kam sehr gut bei den Spielern an, warum den dann auch gleich ein Spiel zu einem anderen Franchise entwickeln? Ein zweiter Teil bot sich da an und seit gestern steht dieser auch bei uns in den Läden.

Indy ist also zurück! Doch gefällt der Titel genauso wie der erste? Die Reviewer haben dazu eine klare Meinung: Leider macht der neue LEGO-Indy spieltechnisch eher einen Rückschritt. Eines aber vornweg: Spieler des ersten Teiles müssen keine Angst haben, ein Spiel zu kaufen, bei dem ihr genau das gleiche wieder macht. Die insgesamt sechs Kampagnen sind alle neu. Spielerisch sind sie einfach aufgeteilt: die ersten drei konzentrieren sich auf den letzten Indiana Jones Kinofilm, das Königreich des Kristallschädels, die übrigen drei allsamt passenderweise auf die ersten drei Filme. Fans der Filme wissen trotz fehlender Dialoge (grandiose Mimik und Gesten!) natürlich was Sache ist. Man muss die Filme übrigens nicht unbedingt kennen, aber kennt man sie doch, macht der Titel umso mehr Spaß – Déjà Vu Erlebnisse en masse!
Hier doch gleich mal ein kleines Beispiel aus dem Anfang des vierten Indiana Jones: Prof. Henry Joney Jr. wird von russischen Agenten entführt und landet in einem Militärkomplex, in welchem er für die Agenten ein nicht-menschliches Artefakt suchen soll. Indy wäre aber nicht Indy, wenn ihm nicht zu guter Letzt eine halsbrecherische Flucht gelingen würde, die leider aber zu Ungunsten des Professors auf einem Atomtestgelände endet. Und da zufällig gerade in diesem Moment ein Test stattfindet, hat unser Protagonist nur eine Aufgabe: Überleben, egal wie.
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Die Szenen werden also ausführlich nachgespielt und sind dabei humorvoll umgesetzt, obwohl “ausführlich” vielleicht nicht ganz der richtige Begriff ist. Ein Level lässt sich locker in einer halbe Stunde meistern, ein Auftrag, wie beispielsweise “Besiege die Feinde!” gerade einmal ein paar Minuten. Dazu kommt noch, dass diese Aufträge sich auch dauernd wiederholen – der Spielspaß rutscht damit in den Keller. Abwechslung kommt nur durch die verschiedenen Bossgegner auf.
Für kleine Kinder ist das Game übrigens nicht so das wahre, keine Hinweise, sowie keine Questbeschreibungen lassen einen oft im Regen stehen. Dazu gesellen sich noch Kameraprobleme, Grafikfehler und Co.
Wer also den ersten Teil gespielt hat, wird vom zweiten enttäuscht sein. Hardcore-Fans wird das nicht stören, dennoch würde wir euch eher raten zum “Original Adventure” zu greifen. Die Durchschnittsbewertung bestätigt euch dies ebenfalls: Der Metascore liegt knapp 20 Punkte unter dem letzten (jetzt etwa 69 %).
Da kann auch ein Level-Editor nichts ausrichten. Zumal dieser wirklich schlecht umgesetzt wurde. Umständlich muss der gewünschte Gegenstand ausgewählt werden, danach müsst ihr ihn mit einer Lego Figur an die Stelle tragen, wo ihr ihn haben wollt. Auf Dauer motiviert dies nicht gerade.
Für zwischendurch ist der Titel dennoch lustig und Fans werden im Coop sicherlich wieder ihren Spaß haben, auch wenn der neue Indy leider nicht so gut ist, wie der letzte.





