
Ezio Auditore? Noch nie gehört. Der treibt schließlich auf der Playstation 3 sein Unwesen und meuchelt dort was das Zeug hält. Doch wie ging es eigentlich mit Altair aus dem ersten Teil weiter? Genau darum dreht sich die Geschichte des PSP-Ablegers von Assassin´s Creed. Und genau das freut die Fans des Assassinen ungemein! Denn man nimmt nicht einfach den zweiten Teil und modifiziert und speckt ihn soweit ab, bis er auch irgendwie auf Sony´s Handheld läuft, sondern macht ein eigenständiges Spiel der Reihe, das wirklich gefällt, obwohl einige Schwächen hätten vermieden werden können.
Doch warten wir noch einen Moment, bevor wir auf die negativen Aspekte eingehen und konzentrieren wir uns zunächst auf die Story.
Ein kleiner Rückblick auf die Geschichte von Assassin´s Creed aus dem Jahre 2007:
Abstergo Industries, eine Organisation mit anfangs geheimen Absichten, entführte den Hauptprotagonisten Desmond Miles, damit dieser mit Hilfe des “Animus” auf die Erfahrungen seiner Vorfahren zurückgreifen und noch einmal deren Geschehnisse durchleben soll, um somit wichtige Informationen aus einer längst vergangenen Zeit zu entlocken. Zeitlich befinden wir uns etwa bei den Heiligen Kreuzzügen, allzu genau will ich auch auf die exakten Einzelheiten nicht eingehen, gerade für diejenigen, die doch nochmal den ersten Teil zocken möchten.
Ein paar wichtige Geschehnisse müssen jedoch erwähnt werden, so soll Altair, so der Name des Vorfahren Desmond´s (hier rechts im Bild für alle Neulinge) im Auftrag seines Herrn Al Mualim, neun Personen ermorden, die angeblich für die stetig dauernenden Kämpfe und für die Ausbeutung der Bevölkerung verantwortlich sind. Als Assassine, der in Ungnade gefallen ist, weil er einen Auftrag nicht ausführen konnte, versucht ihr es eben diesmal besser zu machen und führt einen Attentat nach dem anderen aus. Doch irgendwie scheint es immer mehr, dass der Tod dieser Personen nicht wirklich einen Frieden bringt und dass eben dieser vielleicht gar nicht so “böse” waren, wie von eurem Anführer behauptet. So kommt ihr letztendlich Al Mualim auf die Schliche: All diese neun sollten aus dem Weg geräumt werden, damit Mualim ein Artefakt nur für sich beanspruchen kann, denn es stellt sich heraus, dass er und alle anderen Templer waren, die nach einer neue Weltordnung strebten. Somit wurde Altair nur ausgenutzt und der Assassinenorden längst unterwandert.
Und der sogenannte “Edelsplitter”, der einen Macht jenseits des menschlich-möglichen verspricht, war nun in Al Mualim´s Händen – Altair sei Dank. Doch das konnte er natürlich nicht auf sich sitzen lassen und besiegte so in einem furiosen Finale seinen ehemaligen Meister und machte sich den Edelsplitter sein Eigen. Dieser funktionierte ebenfalls auch als Karte, um die anderen übrigen Splitter zu finden – besitzt man alle dürfte die Weltherrschaft wohl kein Problem sein. Zu guter Letzt noch die Verknüpfung in die Gegenwart (oder eher Zukunft): Desmond sollte für die Organisation die Standorte der Splitter herausfinden, damit diese ihre wahren Ziele endlich zur Realität machen können: die Eroberung der Welt. Wir ihr seht, ist die Story leicht komplex und sie geht jetzt eigentlich genau mit dem zweiten Teil weiter.

Doch die Story um Altair endet eigentlich (noch) nicht. Denn der Templerorden und dessen Machenschafften existieren ja auch nach Al Mualim´s Tod ungestört weiter – da liegt es natürlich an jemanden, auch dem Rest den Gar aus zu machen: an euch in der Rolle Altairs! Im ersten Teil ging die Reise unter anderem nach Damaskus, Akkon und Jerusalem, euch verschägt es nun nach Limasol und Kyrenia auf Zypern, wo der Orden sich zurückgezogen hat.
Fans des ersten Teil werden keine Gewöhnungsphase brauchen. Wie Clarissa euch auch schon erklärte, hat man hinsichtlich des Gameplays alles beim alten gelassen. Die Animationen beim Klettern usw., die PSP steht in all diesem ihrem Konsolenvorbild in nichts nach. Grafisch leistetet Ubisoft wirklich einiges auf der PSP, was ihr auch nochmal auf diesen zwei Videos, die ich euch mal angehänt habe erkennen könnt. Gerade auch die Zwischensequenz zum Auftakt des Bosskampfes – einwandfrei umgesetzt:
[gametrailers 59289]
[gametrailers 56117]
Na zuviel versprochen? Ich glaube nicht. Auch der Soundtrack kann übrigens überzeugen und man kann mit Fug und Recht
behaupten: hier wurde ein Toptitel für die Playstation Portable gefertigt. Davon zeugen auch die Bewertungen der “einfachen” Zocker: 8.3 von 10 Spielern empfehlen den Titel.
Doch wie zum Teufel nochmal kommt dann nur eine Durchschnittsbewertung von 69 % heraus? Weil Bloodlines handheldbedingt auch mit einigen Schwächen zu Kämpfen hat. Ein zweiter Joystick fehlt der PSP natürlich, insofern leidet die Kamera immens. Nachjustieren mit Tastendruck geht zwar, dennoch weiß man manchmal nicht wo hinten und wo vorne ist. Und die Story erreicht auch nicht die Tiefe, die uns Assassin´s Creed eigentlich bieten kann (!), das trübt leider den Spielspaß. Auch das man den Titel flugs durchgezockt hat (weniger als zehn; beeilt man sich auch schon unter fünf Stunden) ist nicht wirklich vorteilhaft.
Für den Vergleich mit der Konsolenversion reicht es also nicht, für unterwegs ist der Titel doch erstaunlich: Imposante Grafik, gutes Gameplay – auch wenn man der Story nicht folgt und nur banal von einem Häuserdach zum nächsten springt. Fans und Neulinge gleichermaßen werden ihren Spaß sicherlich damit haben.





