eLhabib plaudert mit: Naughty Dog, die Macher von Uncharted 2

uncharted 2

“Hamburg meine Perle, du wunderschöne Stadt…”. Was soll ich sagen: Unsere schöne Hansestadt hat es mir einfach angetan. Das letzte mal, dass ich dort war hatte ich aber leider kaum Gelegenheit, die City zu genießen. Naughty Dog hatte geladen und ich war selbstredend gefolgt. Am Freitag (16. Oktober) ist es endlich so weit: Uncharted 2 kommt in die Regale und es wird kaum lange dauern, bis die meisten Konsolen die Software schlucken.

Im “Eiskeller”, ein wunderschöner Altbau-Weinkeller, mehr als 150 Jahre alt, erzählen nicht nur die Mauern höchstinteressante Geschichten. Ich konnte mich mit Justin Richmond (Multiplayer Lead Designer) und Arne Meyer (Senior Studio Manager) über einen der wichtigsten Titel des Jahres unterhalten. Ich will ja keinen Neid wecken, aber bei der Gelegenheit habe ich das Spiel selber auch beinahe schon durchgespielt.

Vorneweg: Die durchaus provokante Frage, ob die Jungs schon mal etwas von einer Frau namens Lara Croft gehört hätten, gab eine klare und deutliche Antwort:

Nein!

Nachdem das geklärt war, ging es dann auch um ein paar Fakten die euch interessieren könnten: Es wird definitiv auch einen dritten Teil der Franchise geben (Welch Überraschung…). Bevor wir aber schon über den nächsten Teil reden, treffen sich die Jungs vom Entwicklerteam in Bälde nochmal und überlegen sich, welchen DLC es geben könnte.

Es wird also auf jeden Fall DLC geben und die Jungs haben wirklich noch keine Ahnung, wie genau der aussehen wird. Nur eines steht fest: Der DLC wird ausschließlich den Multiplayer behandeln. Der Singleplayer ist abgeschlossen und soll nicht weiter aufgebläht werden. Womit wir auch schon bei einem der wichtigsten Punkte angelangt wären: Der Multiplayer!

Auf den haben sich die Jungs nämlich ganz besonders konzentriert. Wie Justin, neben vielen anderen Branchenvertretern, erkannt hatte:

Die Zukunft des Gamings liegt im Online-Bereich

Dementsprechend viel Wert wurde auf die Umsetzung gelegt. Nach dem durchschlagendem Erfolg von Uncharted konnte man das Team um einige Leute vergrößern, so dass euch im Prinzip zwei Spiele geliefert werden, ein Single- und ein Multiplayer. Wer jetzt aber einen stupiden Deathmatcher mit den Figuren aus Uncharted erwartet, der täuscht gewaltig.

Naughty Dog war es wichtig, die Stärken des Singleplayers mit einem eigenen Multiplayer zu kombinieren. Angefangen beim Coop-Modus, bei dem man die Story mit bis zu drei Spielern durchspielen kann. Das Gameplay entspricht eben nicht dem reinen Singleplayer. Viele Rätsel wurden angepasst, beispielsweise muss man dann zwei oder drei Schalter gleichzeitig betätigen, die Story wurde umgebaut und die Gegnerbalance auf die erhöhte Feuerkraft eingestellt.

Aber auch im echten Multiplayer achtet man auf sinnvolle Anwendungen. So werden die Stealth- und Kletterpassagen aus dem Singleplayer mit in die Maps integriert, es gibt unglaublich viele Modi, und, worauf gerade Justin besonders Stolz war, einen Editor (Na gut, was sollte der Lead Multiplayer Designer schon anderes sagen…). Dieser ermöglicht es den Spielern, ihre eigenen Levels zu bauen, diese an Freunde zu verschicken oder der Community zu präsentieren.

Überhaupt wird die Community eine wichtige Rolle spielen. Man kann Screenshots oder Videos von seinen Erlebnissen aufnehmen und ins Netz stellen, es wird Scoreboards geben, Competitions, alles was das Onlineherz begehrt. Ihr seht: Der Multiplayer war wichtig in der Entwicklung von Uncharted 2. Wenn ich mir mal das Releasedatum ansehe und mit meinem Kalender abgleiche, fällt mir quasi zwangsläufig eine Problemstellung auf:

Wenn der Multiplayer wirklich so wesentlich im Spiel ist, hat man da zurzeit nicht eine ganz besondere Konkurrenzsituation mit einem gewissen Studio namens Infinity Ward? Nun, Justin und Arne wissen um die Problematik. Sie gaben zu, dass sie selber begeisterte Modern Warfare-Spieler sind und sich irrsinnig auf den zweiten Teil freuen. Sie haben früher schon mit den Entwicklern von MW2 zusammengearbeitet, man kennt und respektiert sich. Justin im O-Ton:

Wir versuchen einfach, dass beste Spiel zu entwickeln, das wir schaffen können!

Eine selbstbewusste Kampfansage hört sich anders an. Aber zum Glück hat Uncharted 2 ja auch noch einen tollen Singleplayer. Bei dem galt übrigens folgender Vorsatz:

Wir möchten ein Spiel machen, dass für möglichst viele Spieler sehr einfach zugänglich ist. Deswegen haben wir einen “Easy-Mode”, der ist so einfach, den könnte sogar meine Mum spielen. Weil wir aber auch ein Spiel wollen, dass uns Spaß macht, haben wir auch schwierigere Modi. Der Schwerste wird euch schon einiges abverlangen.

Wie gesagt, ich habe das Spiel bereits ausführlich gezockt: Die Jungs haben da wirklich ausgezeichnete Arbeit geleistet. Der Release möge geschehen!

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