
Uncharted ist heute Vielen ein Begriff. So kennt wohl jeder PlayStation 3-Besitzer dieses Spiel, aber auch abseits der „PlayStation-Front“ kann das Spiel einen guten Ruf für sich verbuchen. Wir werfen einen Blick zurück, in die Entstehungsgeschichte des Entwicklers Naughty Dog und dem Uncharted-Franchise.
Andy Gavin und Jason Rubin gründeten im Jahr 1986 mit jungen 16 Jahren bereits ihr erstes Unternehmen mit Namen JAM Software. Ganz im Bill Gates-Stil fingen die beiden damals in einer Garage an. Natürlich hatten die beiden auch Spaß an der Sache, aber ein weiteres Ziel der beiden war es, Geld zu verdienen, damit sie nicht nur neue Spiele programmiere, sondern sich auch selbige leisten konnten.
Das erste Spiel der beiden nannte sich Ski Crazed und erschien damals auf den 8-Bit Apple II. Bereits ein Jahr darauf erschien Dream Zone, dass damals bereits den VGA Standard unterstützte.
1989 erfolgte dann die Namensänderung in Naughty Dog. Im selben Jahr erschien das Spiel Keef the Knief, dass von Electronic Arts vertrieben wurde. Für den Genesis veröffentlichte Naughty Dog im Jahr 1992 Rings of Power.
Danach folgte Way of the Warrior für das 3DO. Dieses Spiel wurde 1994 von den Universal Interactive Studios vertrieben. Gleichzeitig half Universal Naughty Dog in der Expansion des noch jungen Unternehmens.
Mark Cerny, der damals Sonic the Hedgehog 2 für Sega produzierte, überzeugte die Beiden, mit den neuen zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln einen charakterbasierten Platformer, der die neuen 3D-Möglichkeiten ausschöpft, zu erschaffen. Das war die Geburtsstunde der Crash-Bandicoot-Reihe und bescherte Naughty Dog den endgültigen Durchbruch.
Der erste Teil erschien 1996 für die PlayStation 1. Darauf folgten zwei Fortsetzungen sowie ein Abstecher ins Racing-Genre. Insgesamt 21,5 Millionen Exemplare der Crash-Bandicoot Reihe gingen über die Theken der Händler. Daraufhin kaufte Sony im Jahr 2001 Naughty Dog. Unter der Obhut von Sony erschien dann für die PlayStation 2 die beliebte Jax and Daxter Reihe, bevor sich Naughty Dog ihren ersten PlayStation 3 Titel – Uncharted – widmeten, der, dass darf man durchaus sagen, wie eine Bombe eingeschlagen ist.
Nachdem Jak 3 für die PS2 fertiggestellt war, trommelte Naughty Dog die begabtesten Programmierer zusammen, um an dem Projekt “Big” – der damalige Codename für Uncharted – zu arbeiten.
Insgesamt 3 Jahre an Arbeit stecken in diesem Titel. Zu Beginn beschäftigte sich ein Jahr lang eine kleine Gruppe mit Programmierarbeiten bzw. entwickelten das Grundgerüst. Anschließend verbrachte das gesamte Team zwei weitere Jahre mit der vollständigen Entwicklung bzw. Fertigstellung des Spiels.
Naughty Dog war nun (beinahe) keinen technischen Limitationen ausgesetzt. Musste man sich zu Zeiten der PlayStation 2 und Jak und Daxter noch auf stilisierte und somit einfach darzustellende Charaktere – da Rechenkraft rar war – beschränken, ergaben sich für die Entwickler mit der PlayStation 3 völlig neue Möglichkeiten. So ließen sich nun nicht nur realistischere Figuren darstellen, sondern bewegten sich diese auch beinahe wie im richtigen Leben.
Uncharted wurde von vielen Einflüssen geprägt. Unter anderem orientierte man sich an Filmen wie „Das Vermächtnis der Tempelritter“ oder an den Indiana Jones Filmen. Heraus kam eine Mischung aus Action, Adventure, Puzzle und mitreißender Story – also für jeden was dabei ;)
Stichwort Story: Nathan Drake – Hauptcharakter des Spiels – ist der Nachfahre von Seeräuber Sir Francis Drake. Eines Tages findet er ein Tagebuch, in dem der Standort des Goldschatzes von El Dorado verzeichnet ist. Gemeinsam mit seiner Reporterkollegin Elena Fisher geht es nun auf in die abenteuerliche Suche des Schatzes. Doch er ist nicht der Einzige, der diesen finden möchte. Und es gibt ein weiteres Problem: Der Schatz von El Dorado soll verflucht sein, und verwandelt jeden, der ihn stehlen will, in eine Bestie.
2006 schlug dann erstmals die große Stunde für Drake und Co, als das Spiel auf der E3 06 vorgestellt wurde. Kurze Zeit später war es auch unter „Dude Raider“ bekannt, eine Anspielung auf das Tomb Raider Franchise. Doch bald war klar: Uncharted war kein billiger Abklatsch zu Tomb Raider. Parallelen gibt es, dennoch unterscheidet sich Uncharted – vor allem im Gameplay – gravierend.
Auch der Hauptcharakter war kein “0815-Videospielheld”. War er doch ein Durschnittstyp, der auch immer mal wieder einen witzigen Spruch auf den Lippen hatte. In Feuergefechten merkte man Nathan an, dass er sich in dieser Lage nicht wohlfühlt und er unter Stress steht. Und in diesem Momenten schafft es das Spiel, den Spieler denselben Stress zu vermitteln und ihn richtig an den Bildschirm zu fesseln.
Aber auch die Technik hinter Uncharted hat neue Maßstäbe gesetzt. Zum Erscheinungszeitpunkt konnte diesem Spiel in Sachen Grafik niemand das Wasser reichen.
Während der Entwicklung lief jedoch nicht immer alles nach den Vorstellungen von Naughty Dog. So sah man sich mit einer völlig neuen Hardware und CPU-Architektur konfrontiert. Damit einher gingen neue Probleme, die gelöst werden wollten. Zu Zeiten der PlayStation 2 entwickelte Naughty Dog eine eigene und proprietäre Programmiersprache mit Namen GOAL, mit der man vertraut war und gute Ergebnisse erzielte. Doch die PlayStation 3 zwang zum umdenken und so beschloss man auf die Programmiersprache C++ zu wechseln. Zwar musste deshalb bereits existierender Code umgeschrieben werden, allerdings profitierte man danach auch von dem Wissen anderer first-party Entwickler in dieser Programmiersprache.
Und da man gerade in einer Umstellungsphase war, entschied man sich auch gleich noch, neue Programmier-Tools zu entwickeln. Dies kostete dem Team allerdings viel Zeit und waren diese schwer zu handhaben.
Während die Entwicklung bereits seit 10 Monaten im Gang war, entschloss man sich zu einem weiteren drastischen Schritt: Eine Umstrukturierung der “Pipeline”. Mit der Pipeline ist die Technik gemeint, die die Abläufe, Prozesse und Daten durch das System schleust. Rückblickend sagte Co-Präsident Evan Wells, dass dies eine der größten Verbesserungen im Laufe der Entwicklung von Uncharted gewesen sei.
Schlussendlich machte sich die harte Arbeit bezahlt, wartete Uncharted doch mit realistischen Wassereffekten, Schatteneffekten usw… auf.
Uncharted: Drakes Schicksal erschien Ende 2007 und innerhalb von nur 10 Wochen konnten 1 Million Exemplare verkauft werden. Davon wurden 550.000 Exemplare in Europa, 400.000 in Nordamerika und 50.000 in Japan verkauft. Inzwischen ist Uncharted: Drakes Schicksal auch als günstige Platinum-Edition im Handel erhältlich.
Evan Wells meldete sich kurz nach der Veröffentlichung zu Wort uns sagte, dass Uncharted als ein mehrteiliges Franchise geplant sei – und nach diesem kommerziellen Erfolg war es beinahe Pflicht einen weiteren Titel auf den Markt zu bringen. Kurze Zeit später wurde bestätigt, dass Naughty Dog an Uncharted 2: Among Thieves arbeitet.
Über die Details von Uncharted 2 werdet ihr in Kürze mehr lesen – hier auf eLhabib.at!






