
Das Eyepet wirkt an sich eigentlich recht harmlos und niedlich, doch bei den Kritkern sorgt das virtuelle Fellknäuel für erheblich geteilte Meinungen. Die einen sehen darin eine niedliche Alternative zu einem echten Haustier oder eine einfache Unterhaltung für die Kleinen, widerum andere meinen, mit Eyepet wäre der Tiefpunkt der Next-Gen Games wieder mal erreicht.
Doch kommen wir mal zum eigentlichen Thema; was ist das Eyepet und warum sorgt es für solche Unstimmigkeiten? Ihr kennt doch sicher alle noch die guten alten Tamagotchis, oder? Kleine, laut piepsende Pixel-Tierchen die mit unangenehmen Geräuschen um eure Aufmerksamkeit buhlten und allen Kindern (oder auch Erwachsenen) einen Ersatz für ein echtes Haustier bieten sollten. Das Eyepet ist im Grunde genommen nichts anderes, nur wesentlich ausgereifter, knuffiger und für die PS3 statt der Hosentasche (also dementsprechend besser in der Optik).
Man erhält das Eyepet als kleines Ei, das man mit einem Wärme-Ventilator und kräftigem herum-wedeln zum Schlüpfen bringen soll. Das Resultat ist dann ein kleines Mischlingswesen aus Affe und Katze, dass sich weitestgehend wie ein kleines Tier verhält. Es ist neugierig, lässt sich aufschrecken und spielt mit euch. Ist das Eyepet erst mal da, muss man sich natürlich darum kümmern, es pflegen, waschen, füttern und ihm Tricks beibringen. Das alles funktioniert über das Playstation Eye, als einzigen Zusatz zur Steuerung gibt es die “Magic Card”, die auf dem Bildschirm die Form diverser Objekte annimmt. Je nachdem, wie man die Magic Card neigt, neigt sich auch das dargestellte Objekt. Ein Professor, der Forschungen zum Eyepet betreibt agiert als Tutorial für euch.
Natürlich kann man sein Eyepet ganz nach den eigenen Belieben gestalten und stylen; hierbei stehen euch diverse Fell-Längen und Muster zur Verfügung, unterschiedlichste Farben für Haut und Haar, Klamotten aller Art und natülich auch eine Vielzahl an Accessoires. Ihr könnt mit eurem Eyepet also alles das anstellen, was bei einem echten Tier lieber unterlassen werden sollte (traurigerweise aber dennoch oft genug geschieht).

Augmented Reality ist der kompliziert klingende Begriff der eigentlich nichts anderes beschreibt als das, was bei Eyepet im Hintergrund zu shen ist; die Aufnahme eines real existierenden Zimmers. Zusammen mit dem darauf gezeigtem Eyepet plus Zubehör ergibt das eine gemischte Welt aus Realität und virtuellem Inhalt – Augmented Reality. Allerdings lässt die Steuerung dieser Reality scheinbar erheblich zu wünschen übrig, da die Kamera einige Bewegungen offenbar nicht immer einfangen kann, erst recht, wenn es nicht hell oder dunkel genug ist. Ein äußerst beliebter Kritikpunkt ist auch die geringe Abwechsulng bei Eyepet; zwar kann man sich immer wieder neuen Content herunterladen und seinem Tierchen neue Tricks beibringen, aber auf Dauer belustigt es nur in Maßen. Das Eyepet entwickelt sich weder weiter noch hat es einen eigenen Charakter den man je nach Behandlung prägen kann. auch die Magic Card bekommt ordentlich ihr Fett weg, denn bei einigen Minispielen muss man die Card für einige Minuten in einer bestimmten Position halten. Das stellte sich für die meisten Tester als äußerst anstrengend und nervtötend heraus.
Letztendlich fühlt es sich für die meisten einfach sehr eigenartig an, mit einem Wesen zu spielen, dass zwar (meistens) auf einen reagiert, aber auf das man selbst nicht wirklich reagieren kann, da man es schllichtweg nicht berühren kann. Das Gefühl von strubbeligem oder weichem Fell kann einem auch die beste Technik nicht vortäuschen. Vielleicht sollte man ein Eyepet allerdings auch nicht als Haustierersatz ansehen, sondern viel mehr als eine nette Abwechslung oder sogar einen Zusatz zu einer Katze oder einem Hund. Warum eigentlich nicht. Natürlich stößt es beim Eyepet vielen Core-Gamern sauer auf, noch dazu wenn es für eine Konsole wie die PS3 erscheint, aber wer nicht damit spielen will, der muss es ja auch nicht tun. Für alle Jüngeren Gamer ist der wuschelige Pixelhaufen aber sicher ein gelungener Zeitvertreib.
via eurogamer, videogamer, allaboutgames





