
Zugegeben: Obwohl recht prollig aufgemacht geht der Stand von Brink im Getümmel von Diablo 3, Modern Warfare 2 oder etlichen anderen großen Titeln ein wenig unter. Was uns in dem stickigen Industriecontainer, umringt von gefährlich anmutenden Kriegern und futuristisch gekleideten Frauen (hier übrigens die Erkenntnis: Auch in der Zukunft tragen Frauen immer noch weniger Kleidung als Haut), geboten wurde, ließ uns lange nicht mehr aus dem Staunen herauskommen.
Aber eins nach dem anderen: Brink ist ein ursprünglich nur für PC gedachter Ego-Shooter von Splash Damage und idSoftware. Nachdem Bethesda sich dazu entschlossen hatte, den Titel in sein Programm aufzunehmen, wurden die Weichen für eine PS3- und Xbox 360 Version des Titels gestellt. Der Titel erzählt die Geschichte der von einem jahrzehntelangem Bürgerkrieg gebeutelten Stadt Arc. In den Wirren der Gewalt konnten sich zwei rivalisierende Parteien entwickeln: Die Rebellen und die Sicherheitskräfte. Die Wahl der Seite ist dem Spieler freigestellt.
Ebenso frei kann der Spielcharakter angepasst werden. Von der Körperform über die Behaarung oder Proportion, an einer unüberschaubar großen Zahl von Reglern kann jeder nach Geschmack so lange arbeiten und verändern wie er will. Nachdem wir dieses zwar schöne, für einen Zuschauer aber nicht unbedingt lange unterhaltsame Feature endlich hinter uns hatten ging es dann in die ersten Ingameszenen und damit zum Gameplay.
Ein neues Feature in Brink ist die intelligente Steuerung der Figur. So denkt der Computer bei all euren Bewegungen mit was wohl gemeint sein könnte und vollführt damit wahre Stunts. Beispiel: Ihr rennt auf eine Sicherheitskontrolle am Flughafen zu, die auf normaler Körperhöhe mit Laserstrahlen ausgerüstet ist, welche bei Unterbrechung Alarm schlagen. Schaut ihr beim Rennen jetzt nach unten, führt eure Figur automatisch einen Slide unter den Alarmlichtern her durch. Schaut ihr nach oben … (Wer es jetzt noch nicht verstanden hat soll es aufgeben). Ein geübter Spieler wie er bei der Präsentation zufällig am Pad stand kann dieses Feature zu einem völlig neuen Ego-Shooter Erlebnis nutzen. In waghalsiger Manier kletterte er blitzschnell ein Geländer hoch, duckte sich unter einer Latte durch, sprang auf einen Vorsprung, drehte sich herum, sprang aus der Drehung über ein Seil auf eine weitere Plattform und donnerte einem Gegner seine Waffe auf den Schädel. Das gezeigte konnte am ehesten noch an Mirrors Edge erinnern, wirkte aber bei weitem nicht so steril und eintönig. Ihr könnt diese Moves bei Belieben übrigens auch ganz manuell ausführen
Neben dieser neuartigen Steuerungsmöglichkeit bietet Brink sehr actionreiche und doch von Taktik geprägte Shooterware. In einer sehr farbenprächtigen und detailreichen Umgebung habt ihr im Team bestimmte Missionen zu erfüllen. Der stets begleitende und auf seine Weise völlig unpassende schwarze Humor hat dabei einen ganz starken Bethesda-Geruch und erinnert an die wenigen wirklich schönen Momente in Fallout 3.
Das gezeigte Level stellte die Sicherheitskräfte vor die Aufgabe, einen Panzer durch einen von Rebellen besetzten Hafen zu bringen. Entgegen aller Hoffnung auf eine ruhige Mission muss es natürlich von allen Seiten knallen. Ihr könnt euch jetzt an den großzügig verteilten Computerterminals entscheiden, ob ihr eher ein Soldat, Späher oder Ingenieur seid. Diese Entscheidung könnt ihr auch innerhalb einer Mission immer wieder revidieren. Je nachdem, welcher Klasse ihr euch gerade zugehörig fühlt, sucht ihr euch eine der vorhandenen Missionen aus. Seid ihr beispielsweise Soldat und steht mit eurer Truppe mitten im Gefecht, so könnt ihr entweder den Auftrag annehmen, für 10 Erfahrungspunkte in der Sekunde ein bestimmtes Tor zu bewachen, oder aber ihr fühlt euch dazu berufen, für einmalig 200 XP einen besonders schweren Gegner aus dem Gefecht zu nehmen. Habt ihr das erledigt und fürs erste genug von wilder Ballerei macht ihr euch kurzerhand zum Ingenieur und kümmert euch für einmalig 500 XP darum, einen Kran wieder instand zusetzen, den ihr braucht, um euren Panzer über ein Hindernis zu heben. Die XP könnt ihr dann für Upgrades eures Charakters nutzen.
Das Spiel soll nach Aussagen des Herstellers völlig gleichwertig im Single-, Multi-, oder Coopplayer gespielt werden. Selbstredend war der Herr von der Spieleschmiede von seinem Werk vollends begeistert. Aber er konnte uns anstecken.
Dieser Titel hat großes Potential, möglicherweise kann er auf der GC 09 sein Schattendasein beenden und sich ins Interesse der Gamergemeinde rücken. Verdient hätte er es.





