Peter Molyneux ist eine treibende Figur in der Geschichte der Videospielbranche. Immer wieder versucht er, neue Wege in der digitalen Unterhaltung einzuschlagen. Seine zuletzt auf der E3 vorgestellte Tech-Demo Milo hat ernsthaftes Gänsehautpotential, Spiele wie Black and White oder Fable sind bestenfalls an den großmütigen Ankündigungen des Designers gescheitert, nie aber an ihrer spielerischen Klasse.
Seit der E3 weiß die Welt auch, dass der Brite neuerdings als Creative Director für Microsoft Europe seine Brötchen verdient. Auch dort sucht er sich große Aufgaben die er wirksam ankündigt. Wie er jetzt in einem Interview bekannt gab, will er dafür sorgen, dass die internen Entwicklerstudios von Microsoft eine eigene Identität aufbauen oder verstärken können.
Sein größtes Sorgenkind dabei: Die Banjo-Macher von Rare. Obwohl sie eines der teuersten und bekanntesten Studios unter Bill Gates Fuchtel sind, konnten sie seit Jahren keinen ernsthaften Durchbruch in der Branche erzielen. Während andere Studios wie Bungie mit Halo oder Lionshead mit Fable wirkliche Kracher landen konnten sind die ambitioniertesten Projekte von Rare fast durchweg gescheitert. So konnte die letzte Banjo-Kazooie-Folge Nuts and Bolts oder Perfect Dark Zero nicht den gewünschten Erfolg bei den Kunden erzielen. Einzig Viva Pinata kam in die Nähe dessen, was man sich bei MS von Rare erwartet.
Molyneux kann diese Entwicklung nicht begreifen. Er war von dem Talent in der Spieleschmiede überwältigt und bedauerte, dass sich die Entwickler in den letzten Jahren nicht den Namen in der Szene verschaffen konnten, den sie verdienen. So wird er jetzt versuchen, das unterrepräsentierte Studio zu unterstützen, ohne jedoch in die kreative Abteilung einzugreifen. Man werde definitiv immer noch ein Rare-Game erkennen. Es gehe nur darum, den Entwicklern die Selbstsicherheit zu geben, der Welt zu zeigen, wozu man fähig sei.
[Quelle: www.gamesindustry.biz ]





