Wer die Welt der Videogames mitverfolgt, dem ist sicherlicht nicht entgangen, dass einer der Veteranen der Branche – Factor 5 – vor knapp einem Monat seine Tore (zumindest die in Californien) für immer geschlossen hat.
Begonnen hat das Debakel bereits im Oktober 2008, als Brash Entertainment der Finanzkrise zu Opfer fiel und damit auch einer der größten Deals die Factor 5 in der Tasche hatte. Kurz danach, am 1. November 2008 haben die meisten der Angestellten ohne große Vorwarnung auch keine Gehälter mehr ausbezahlt bekommen und im Dezember 2008 musste bereits die Hälfte der Belegschaft gekündigt werden.
Die Welt und Kenner von Factor 5 hielt den Atem an und hoffte mit den Jungs aus Deutschland, die auf eine Vorzeige-Erfolgsstory zurückblicken konnten. Erholt hat sich Factor 5 jedoch nicht von dem finanziellen Schock und im Mai 2009 kam das endgültige Aus für die Firma.
Wie vom Grab heraus hört man jedoch erneut Neuigkeiten und diesmal sind die News weniger erfreulich denn eine Anzahl von Ex-Mitarbeitern haben nun eine Klage gegenüber den Studio Besitzern eingereicht – Veruntreuung ist der Vorwurf und wenn man den Leuten glauben schenkt, dann haben die Gründer von Factor 5 noch Wertsachen und Dinge wie Source Code vor dem Ende in Sicherheit gebracht und somit auch die Gehaltszahlungen verhindert.
Laut dem Marin Independet Journal waren am Ende 100.000 Dollar an Vermögen und 10 Millionen Dollar an Schulden übrig – zusätzlich dazu blieb man rund 900.000 Dollar an Gehaltszahlungen seinen Mitarbeitern schuldig.
James Smith, der Anwalt der die Ex-Mitarbeiter in der Klage vertritt, gibt bekannt, dass Factor 5 und deren 3 Gründer Intellektuelles Wissen und Vermögen an eine Firma namens Blue Harvest, die sich nun White Harvest nennt, übertragen haben soll.
Der Vertreter der Geschädigten geht davon aus, dass hinter Blue- bzw. White Harvest die selben Leute wie hinter Factor 5 stecken und auf diese Art und Weise nicht nur die Mitarbeiter an Gehältern geprellt wurden sondern auch wichtige Source-Codes in Sicherhat gebracht wurden – so auch jegliche Arbeit an einem bisher unangekündigten Star Wars: Rogue Squadron Game für Nintendo Wii.
Eine böse Beschuldigung die, falls sie sich als korrekt herauspuppt, einen Schatten auf die ambitionierten Gründer wie Julian Eggebrecht etc. wirft.
Quelle: Edge Online





