
Nach dem Verbot der Intel Friday Night Games in Nürnberg und Stuttgart müssen jetzt die dritten IFNG Games in der laufenden Saison abgesagt werden. Die geplante Veranstaltung für den kommenden Freitag in Karlsruhe, wird nicht stattfinden. Anders als bei den beiden vorherigen Ausfällen war es diesmal Veranstalter Turtle Entertainment selber, der die Livematches aus der ESL Pro Series ausfallen lies. In Karlsruhe regte sich gerade aus Reihen der CDU und Grünen großer Widerstand gegen die Veranstaltung.
Urprünglich hatte Bürgermeister Heinz Fenrich mögliche Verbotsforderungen aber ausgeschlagen. Unter anderem führte er an, dass die gesetzliche Grundlage für ein Verbot fehlen würde. Da die Räumlichkeiten der geplanten Veranstaltung aber mehrheitlich der Gemeinde gehören, konnten Veranstaltungsgegner eine ursprünglich für heute um 15.30 Uhr anberaumte Gemeinderatssitzung erzwingen, auf der ein Veranstaltungsverbot hätte beschlossen werden können.
Bevor es dazu kommen konnte, sagte der Veranstalter Turtle Entertainment die IFNG aber von sich aus ab. Unternehmenssprecher Christian Brand gab uns am Telefon zu Protokoll:
Wie in keiner anderen Stadt zuvor wurde unsere Veranstaltung in Karlsruhe für den anstehenden Wahlkampf instrumentalisiert. Wir sehen nicht ein, dass wir das zulassen sollten. Wir haben versucht, uns einer rationalen Diskussion zu stellen, aber die war einfach nicht gegeben.
Mit Blick auf die kommenden Jahre wollte er den Städten Karlsruhe, Stuttgart und Nürnberg aber keine komplette Absage erteilen.
Ich glaube schon, dass wir in den nächsten Jahren wieder Events in den Städten stattfinden lassen können. Im Moment werden diese Diskussionen in Baden Württemberg nach dem Amoklauf von Winnenden etwas emotionaler geführt als beispielsweise in Nordrhein-Westfalen. Aber wir waren in den letzten Jahren immer dort vertreten und wollen das auch wieder tun.
Für einen eventuellen Nachholtermin erteilte uns Christian Brand eine Absage. Man sei zwar noch auf der Suche nach einer möglichen Ausweichlocation, aber gerade die terminliche Nähe zu den Finals in Köln (13./14. 6.) mache einen neuen Termin äußerst unwahrscheinlich. Für die dann ausstehenden Matches sucht man noch nach Möglichkeiten, diese in andere öffentliche Events einzubinden. Sollte dies nicht gelingen, werden die Spiele, wie gewöhnliche Matches auch, im Internet ausgetragen werden.





