Arkade Spielhalle für Zuhause – MAK / Supergun Eigenbau Teil 1

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Hättet ihr auch gerne einen echten Arcade Automaten in eurem Zimmer stehen, oder wolltet ihr schon immer mal ein Neo-Geo haben? Ein solches Hobby kann ganz schön ins Geld gehen. Eine gut erhaltene Neo-Geo AES Konsole kann schon mal 300-500 Euro kosten und unter 100- 1500 Euro braucht man gar nicht erst anfangen. Eine Alternative zu der AES Heimkonsole, findet man immer wieder bei Auktionen oder auf Flohmärkten wie die Arcade Boards Neo-Geo MVS. Diese wurden ausschließlich für den gewerblichen Betrieb in Spielhallen gebaut und verkauft. Inzwischen sind diese Boards erschwinglicher als das Heimsystem. Wir haben für euch eine Möglichkeit dieses Hobby erschwinglich zu machen. Das Zauberwort ist MAK.

Was ist ein MAK? MAK ist die Abkürzung für Mega Arcade Konsole ist aber international unter dem Begriff Supergun oder Jamma Testing Rig bekannt. Abgesehen von der finanziellen Ersparnis hat ein MAK einen weiteren entschiedenen Vorteil: Es nimmt kaum Platz ein. In Verbindung mit einem einfachen Arcadestick und einem Fernseher, erhält man aus einer Jamma Videospieleplatine eine vollwertige Spielekonsole, die sogar noch mehr kann, als so manche Spielekonsolen, die zur jeweiligen Zeit aktuell war.

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Ihr fragt euch sicherlich auch schon was Jamma bedeutet. Jamma steht für Japanese Amusement Manufacturers Association und es handelt sich dabei um einen genormten Anschluss für Arkade-Platinen. Diese Norm wurde 1984/85 eingeführt. Davor hatte jeder Hersteller seine eigenen Anschlüsse für die Cabin Komponenten. Dieser Jamma Anschluss vereinfacht den Arcade Fans so einiges, denn jede Arkade Platine, die nach dem besagten Jahr gebaut wurde, verfügt über den gleichen Anschluss und diese könnten theoretisch alle an ein und demselben Automaten angeschlossen werden. Ausgenommen sind natürlich Automaten, die mit Lenkrädern oder Lightguns versehen sind.

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Das Herzstück eines MAK ist der so genannte Jammastecker. Hierbei handelt es sich um einen handelsüblichen 2×28-poligen Platinenstecker. Er wird einfach über die Anschlüsse auf die Platine geschoben. An diesem Stecker werden alle Komponenten die zum Spielen eines Arcades notwendig sind angeschlossen. Da gibt es die Steuerung, bestehend aus einem Arkade Stick und Buttons, aber auch der Monitor und der Münzeinwurf wird daran angeschlossen. Da ihr zu Hause nicht ständig Münzen in euer MAK einwerfen wollt, kann man sich hier auch eines Buttons an der Steuerung bedienen.

Da stellt sich nur noch eine Frage. Woher kriegt man ein MAK? Es gibt tatsächlich einige Anbieter, die im Internet solche Geräte fix und fertig verkaufen. Eine gute Quelle stellen hierbei internationale Auktionen bei e-bay dar. Wenn man allerdings ein individuell für seine Bedürfnisse abgestimmtes MAK haben möchte, kommt man wohl kaum um die Anfertigung eines MAKs vorbei. In diversen Foren oder auf Internetseiten, die sich dem Thema verschrieben haben, bieten Leute Einzelanfertigungen an zu bauen. Eine gute und günstige Alternative ist allerdings der Eigenbau. Wenn jemand löten kann und etwas Geschick mitbringt, kann sich ohne größere Probleme ein MAK selber bauen. Der Preis für die Einzelteile beträgt je nach qualitativen Vorstellungen zwischen 50 und 100 Euro.

Wir möchten euch jetzt zeigen, wie einfach es ist, ein solches MAK selber zu bauen und werden euch Schritt für Schritt durch den Bauprozess eines MAKs begleiten.
Es gibt mehrere Ausbaustufen für ein MAK. Zum einen gibt es ganz einfache MAKs, die einfach einen Scart-Anschluss, zwei Arcadestick Anschlüsse und einen Stromanschluss haben. Es ist aber auch möglich, ein paar besondere Features einzubauen, beispielsweise ein RGB Controller, mit dem man die Farbwerte anpassen kann oder einen gesonderten Cinch Audio Ausgang um das MAK zusätzlich noch an die Stereoanlage anzuschließen.

Grundsätzlich werden wir gemeinsam eine Standard-Version bauen, aber am Ende wird noch mal gesondert erklärt, wie man diverse Zusatzfeatures verbauen kann.
Ihr habt sicherlich schon beim Lesen der Überschrift gemerkt, dass es sich hier um eine Artikelreihe handelt, da der Bau eines MAKs etwas aufwendiger ist als der Zusammenbau eines Billy Regals. Das gesamte Tutorial würde den Umfang eines  Artikels weitgehend sprengen. Wir haben uns aus diesem Grund dafür entschieden, eine Artikelreihe zu machen.

In diesem ersten Teil möchten wir mit der einfachsten Arbeit anfangen. Den Bau des externen Netzteils.

Was braucht man für das Netzteil?
Es werden eigentlich nicht viele Teile benötigt um das Netzteil zu bauen. Hier die kurze Einkaufsliste:

1x Netzteil: FORTRON FSP135-60PF
2x Kaltgerätekabel
1x Wippschalter MRS-101A
1x DIN-Buchse, 7-polig
1x DIN-Stecker, 7-polig

Ihr seht, dass wir ein fertiges Netzteil kaufen und es mit einigen wenigen Handgriffen an unsere Bedürfnisse anpassen. Die Teile können beim Versandhändler Pollin.de bezogen werden. Solltet ihr etwas von der Liste dort nicht finden, könnt ihr auf die Alternativen reichelt.de und conrad.de ausweichen. Normalerweise sollte euer Elektronik Händler um die Ecke auch alle benötigten Teile haben. Beachtet aber, dass hier die Preise um ein vielfaches höher sein können.

Das Netzteil

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Als erstes nehmen wir uns mal das Netzteil vor. Hier sind nur wenige bzw. einfache Arbeitsschritte von Nöten. Das gibt uns einen einfachen Einstieg in die Sache. Nehmt das Netzteil her, das ihr vermutlich frisch vom Versandhändler erhalten habt und löst die Schrauben die das Gehäuse verschließen. Es sind zwei an der Oberseite und eine an der Seite. Nehmt den Deckel ab und schaut euch das Netzteil etwas genauer an, damit ihr einen Überblick gewinnt.

Schiebt jetzt die Grundplatine in Richtung Lüfter und zieht die gegenüberliegende Seite nach oben heraus. Achtung! Der Lüfter und die Kaltgerätebuchse sind am Gehäuse befestigt. Deshalb lässt sich die Platine nicht komplett vom Gehäuse trennen. Zieht also die Platinenseite, an der die vielen Kabel angebracht sind, so weit nach oben wie möglich.

Jetzt werden alle unnötigen Kabel entfernt. Es handelt sich hierbei um drei Stränge, die direkt von der Platine abgehen.

Schwarz -> Masse
Gelb -> 12V
Rot -> 5V

Hier können alle Kabel entfernt werden. Es sollte unbedingt beachtet werden, dass der dünne Schwarze und der dünne grüne Draht nicht entfernt werden darf, da diese beiden Drähte später für das An- und Ausschalten des Netzteils benötigt wird.

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Beim Löten der Netzteilplatine solltet ihr beachten, dass das verwendete Lötzinn sehr hart ist. Es braucht sehr lange es mit dem Lötkolben zu verflüssigen. Hier muss darauf geachtet werden, dass andere auf der Platine verbaute Teile nicht zu heiß werden, da sie dadurch beschädigt werden könnten.

Vorbereitungen am Kaltgerätekabel
Nehmt jetzt das Kaltgerätekabel zur Hand und schneidet einfach den Netzstecker mit einem Seitenschneider ab. Jetzt legt ihr ca. 3cm der drei innenliegenden Kabel frei und entisoliert jedes der drei Kabel um ca. 5mm.

Jetzt geht es an die andere Seite des Kabels. nehmt einen Dremel oder eine kleine Säge zur Hand. Hier geht die Improvisation los. der Kaltgerätestecker muss jetzt quer aufgeschnitten werden um die Kabel freizulegen. Schneidet dabei nicht zu viel vom Stecker weg. Schaut euch das Netzteil-Gehäuse an. An der Vorderseite ist eine Aussparung, aus der die Kabel herausgeführt wurden. Die Kabeln im Stecker müssen jetzt so freigelegt werden, dass man den verbleibenden Teil des Steckers mit einer Kerbe versehen, in diese Öffnung stecken kann. Das nachfolgende Bild soll dies etwas verdeutlichen.

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Da die freigelegten Kabel vermutlich ziemlich kurz sind, müsst man diese verlängern um sie anständig im Netzteil verlöten zu können. Benutzt dazu einfach die Kabel, die ihr vom Netzteil abgeschnitten habt. Lötet die Kabel an die Stummel an und verklebt die Lötstellen mit Heißkleber. Heißkleber ist ideal um Lötstellen zu isolieren. Ihr müsst besonders darauf achten, dass kein Kontakt zwischen den Lötstellen auftreten.

Nachdem wir das Netzteil-seitige Ende fertig bearbeitet haben, kommt noch der Anschluss an das MAK dran. Hierzu haben wir einen 7 Poligen Din-Stecker und die dazu passende Buchse gekauft. Für das Kabel verwenden wir den Stecker. Nehmt den Stecker auseinander und schiebt die Tülle mit eventuell dazu gehörendem Zubehör auf das Kabel. Wir haben drei Litzen im Kabel.

Einmal für +12V, für +5V und dann noch die Masse. Schreibt euch am besten auf, welche Litze ihr an welcher Stelle des Steckers anlötet. Die Belegung ist egal, solange ihr nachverfolgt welches Kabel wohin gehört.

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An dieser Stelle wäre es zu überlegen die Buchse für den MAK auch gleich mit Kabeln zu versehen. So kann man später weniger Fehler machen. Lötet hier einfach drei verschiedenfarbige Kabel an die Stellen, an denen ihr den Stecker belegt habt. Wichtig! Schreibt euch wieder auf, welches Kabel was ist. Es dürfen auf keinen Fall Verwechslungen entstehen! Das kann eurer Jamma Platine das Leben kosten oder euch verletzen!

Schraubt jetzt den Stecker zusammen. Das Ergebnis sollte in etwa so aussehen. Ein schöner, sauberer Stecker. Somit hätten wir dann auch das Kabel fertiggestellt.

Fertigstellung
Jetzt müssen wir noch Platz für den Schalter, der das Netzteil ein- und ausschalten soll, schaffen.

Hierzu schneidet ihr am besten mit einem Dremel oder einem ähnlichen Gerät ein Rechteck aus dem Gehäuse aus. Achtet darauf, dass der Ausschnitt nicht zu groß wird, sonst fällt der Schalter heraus. Die beste Stelle für den Schalter ist auf dem unteren Bild zu sehen. Bevor ihr aber den Stecker in der geschnittenen Öffnung verbaut, müsst ihr das Netzkabel, das ihr vorbereitet habt, an die Platine des Netzteils anlöten.

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Hier ein Bild von der Platine und die Stellen, an die das Kabel angelötet werden müssen. Wenn die Lötverbindungen sitzen, könnt ihr die Platine wieder in das Gehäuse einbauen. Achtet darauf, dass die Isolierungsfolien im Gehäuse an den richtigen Stellen sitzen und es keinen Kurzschluss im Gehäuse gibt.

Erst jetzt könnt ihr das dünne Schwarze und dünne grüne Kabel an den Schalter anlöten und danach den Schalter in die dazugehörige Öffnung verbauen. Jetzt solltet ihr nochmals alle Löt- und Verbindungsstellen großzügig mit Heißkleber isolieren.

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Wenn ihr das Gehäuse geschlossen und verschraubt habt, könnt ihr zu eurem Spannungsprüfgerät greifen. Wenn ihr selber keines habt, solltet ihr in eurem Freundes- oder Verwandtenkreis nach einem schauen. Es ist sehr wichtig, dass man die Spannungen nochmals überprüft, bevor man das Netzteil verwendet. Jetzt wäre noch mal der Zeitpunkt, um die Kabel zu markieren oder aufzuschreiben, an welchen Kabeln welche Spannung anliegt. Wenn alles passt, kann es an das nächste Bauteil gehen.

Somit wären wir am Schluss des ersten Artikels angelangt. Solltet ihr Fragen haben, könnt ihr diese noch in den Kommentaren stellen. Der nächste Artikel befasst sich mit dem Bau einer MAK in der Grundausstattung und wird vermutlich in ca. einer Woche erscheinen. All denen, die schon mit basteln anfangen möchten, wünschen wir viel Spaß!

Hier geht’s zum zweiten Teil: Arkade Spielhalle für zuhause – MAK Eigenbau Teil 2
Arkade Spielhalle für zuhause – MAK Eigenbau Teil 2

Jeffrey Meyer

Einer der Letzten seiner Art als eLhabib Gründungsmitglied. Leidenschaftlicher Konsolen- und Videospielesammler. Schreibt hier nurnoch zum Spaß wenn es die Zeit zulässt.