
Saints Row 2 ist schwer zu klassifizieren, denn es ist nicht so ausgereift wie GTA und von der Story voller Klischees und derber Scherze. So erschafft man sich den gewünschten Protagonisten aus einem, in diesem Umfang eher bei Tony Hawk Games vermuteten, Charakter Editor. Nicht nur, dass man dort Gesicht und Körper komplett verändern kann, sondern auch den Gang sowie Gesten des eigenen Charakters. Dieser Editierwahn geht soweit, dass Gang-Autos getuned, Wohnungen eingerichtet und die Gang nach eigenem Belieben eingekleidet werden kann. Von den Tattooshops, BlingBling Läden und Klamottengeschäften zu schweigen. Doch all das sind nur Fakten, der Spass steckt hinter diesem ganzen Kram wie der einfachen Story und den Individualisierungmöglichkeiten.

Saints Row 2 spielt sich, trotz der Bugs, einfach grandios und gerade im Koop-Modus ist es besser spielbar als das wesentlich länger in Produktion befindliche Mercenaries 2. ALLES ist im Multiplayer zu erledigen, angefangen von den Storymissionen, bis hin zu den Aktivitäten kann alles zu zweit erledigt werden.
Doch wie sieht der übliche Saints Row 2 Tag aus? Zuerst rufe ich meinen Homie an, der taucht auf und wir gehen shoppen. Zuerst ein wenig Tinte für die Haut, dann ein paar coole Klamotten. Die Polizei nervt dann meist, besonders wenn man den Laden kurzerhand ausraubt. Verfolgungsjagden spielen sich manchmal hakelig, denn der aufpoppende Verkehr ist schon schwer voraus zu sehen. Während der Mitspieler hemmungslos aus dem Fenster ballert und alles an „Kroppzeug“ umnietet, was zwischen Polizei und feindlichen Banden steht, muss sich der andere um die Fahrerei kümmern. Nix da, Tempomat eingelegt und fröhliches Tontaubenschiessen zu zweit ist angesagt. Leider hat man dann irgendwann eine ganze Entourage am Heck kleben, die man lieber los werden möchte, denn sterben kann man in Saints Row 2 auch – zum Glück verliert man dabei nur Geld und keine liebgewonnenen Mordwerkzeuge. Doch fluchs durch ein „Forgive and Forget“ gebrettert und alle sind
wieder lieb. Spieltechnisch eher Oldschool, dennoch nötig, da der Actionlevel recht hoch liegt. In Sachen Waffen hat das Game deutlich die Nase vor GTA IV, denn von Parkuhren, über Maschinenpistolen (beidhändig) bis hin zu Gatling Guns hat das Arsenal eine beachtliche Größe. Auch Pfefferspray und Blendgranaten sind mit von der Partie.
Die Charakterentwicklung wird in Saints Row 2 wieder über die Aktivitäten gesteuert und die Menge ist schier grandios. So wechseln sich Rennen mit einem Quad ab, in dem man versuchen muss den Kurs zu schaffen – Bonuszeit erlangt man durch ansengen von Passanten und Fahrzeugexplosionen – und das ganze brennend. Da ich aber ein kleines Ferkel bin, haben mich die Septic Avenger Aktivitäten gereizt. Hier lässt man sich mit einem Scheisselaster – ja Scheisselaster – durch die Gegend fahren und muss möglichst viele markierte Gebäude einsauen. Ich weiß es ist kindisch, macht aber diebischen Spass. Der Fight Club ist dagegen etwas für Hartgesottene; hier werden Genicke gebrochen und Kiefer zermalmt. Auch als kurzweilig haben sich die „Wilde Menge“ Missionen erwiesen, hier gilt es einen Star zu beschützen und die wilden Fans zu „beruhigen“, in dem man diese in Schaufenster, SWAT Laster, zu Motorsägenmännern, Gabelstablern, in Helirotoren oder Flugzeugtourbinen wirft und dafür nebenbei Dollar kassiert. Natürlich sind die „Classics“ auch dabei und so kann man sich wieder mit Autorennen, Versicherungsbetrug, Vandalismus, Nutten „abwerben“, Dealer beschützen und „Sauereien“ verdingen.
Leider ist die Balance der Aktivitäten sehr unterschiedlich und manchmal macht einem die ungenaue Kollisionsabfrage einen Strich durch die Rechnung. Aber durch die Kurzweiligkeit ist das eher locker und weniger frustrierend. Alle zu nennen ist auch schwer, da die Entwickler echt eine MENGE Dinge eingebaut haben.
Die Story ist meiner Meinung nur Beiwerk und nicht erwähnenswert. Man muss wie üblich die Saints zu einer dicken Nummer in Stillwater machen – alte Freunde und neue Feinde sorgen für Abwechslung. Hier werden aber auch alle Stereotypen bedient die es gibt – Tätowierte Weiße die Pickups mögen, Haitianer (Voodooo), Japaner und ein großer Konzern, der die Saints vom Teller haben möchte.
Bemerkenswert ist die Eingängigkeit des Games, denn man kann flott einsteigen und eine Mission starten oder auf Einkaufstour gehen – Wohnungen, Geschäfte, Apartments etc. Geschäfte bessern die Kriegskasse auf und Apartments sorgen für Respekt. Diesen benötigt man um Missionen zu spielen. Ein Telefon gibt es dann auch noch und mit dem kann man seine Homies anrufen um Unterstüzung zu bekommen oder sich ein Fahrzeug liefern zu lassen, welches man vorher in seiner Garage geparkt hat.
Musikalisch gibt es ne Menge um die Ohren und auch Leute, die HipHop nicht mögen bekommen genug zu hören. So gibt es einen saftigen Metalsender und Freunde der seichteren Musik können sich ebenfalls freuen. Playlists sind erstellbar und einzelne Radiosender können auch ausgeblendet werden. Ein cooles Detail ist,
dass einige Sender nicht überall zu empfangen sind; auf dem Flughafen bekommt man sehr oft nur statisches Rauschen.
Stillwater ist ein großer, anarchistischer Spielplatz für Leute, die Bock auf brutale Comicaction und derben Humor haben, und sich nicht mit Dingen wie Realismus plagen möchten. Besser als GTA IV ist es nicht, muss es aber auch nicht sein, denn es ist zum Glück anders.
Den Multiplayer hab ich noch nicht probiert, wer also Bock auf nen Gangbesuch hat um mit uns um die Vorherrschaft in Stillwater zu kämpfen – oder mir meine große Fresse stopfen möchte – der möge mich adden.
Um aber Lust auf das Game zu machen, haben wir ein cooles Gewinnspiel. Zu gewinnen gibt es die Xbox 360-Version der Collector’s Edition von Saints Row 2 Uncut (Gun Edition) inklusive einem T-Shirt. Nicht viel, dafür ein Schmankerl.
Zu tun ist folgendes: Denkt Euch ein cooles Gangmotto aus und schreibt es unten als Kommentar.
Bedingungen: Kein Real Life Gedisse, denn es soll ein Game-Gang-Motto sein. Soll heißen: keine Fäkalsprache und keine Beleidigungen auf Personen, Personengruppen, etc. !!!!
Das beste Gangmotto gewinnt die von Entwickler THQ zur Verfügung gestellten Preise.
Einsendeschluss ist Sonntag, der 16. November 2008 um 00:00.
Wir danken an dieser Stelle THQ und wünschen allen Teilnehmern viel Glück!


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