Krieg der Vielecke: Geometry Wars 2

Ich sag’s gleich vorneweg – ich bin kein großer Geometry Wars Könner. Hab den ersten Teil nur am Rande gestreift, und das mit mäßigem Erfolg. Irgendwas an dem Prinzip, mit Links die Richtung des Schiffs und mit Rechts das Geballere zu steuern, überfordert mein sonst so ausgezeichnetes Koordinationsvermögen (wie auch beim Fußball). Ich glaube, meine rechte und linke Gehirnhälfte reden zu wenig miteinander. Da Geometry Wars: Retro Evolved 2 aber jetzt ganze 6 verschiedene Spielmodi auf den Tisch legt, die allesamt auch zu zweit spielbar sind, hab ich mich noch einmal ran gewagt. Vorher ein paar Minuten lang die Arme in entgegengesetzte Richtungen kreisen lassen, zum Auflockern, und dann los.

Erster Spielmodus – Deadline. 3 Minuten Zeit, um so viele eckig-bunte Gegner wie möglich abzuknallen. Man hat unendlich Leben – das macht die Sache für den Einstieg schon mal angenehm. Ich ballere noch recht unbeholfen, aber es macht Spaß, ich fühl mich gut. Die Zeit ist um – knapp über 300,000 Punkte, klingt nach viel. Dann die Ernüchterung: in meiner Freundesliste hat der schlechteste über 2 Millionen. Ouch. Aber dennoch sehr coole Idee, dass man immer bei jedem Spielmodus die Highscores seiner Freunde eingeblendet hat, das motiviert ungemein. Die nächsten 3 Versuche bringen zwar noch keine bessere Platzierung unter meinen Freunden, aber ich werde besser. Ich treffe schon zielsicherer – außer die verdammten grünen Doppelquadrate, die weichen aus! Feiglinge!

Zweiter Spielmodus freigeschaltet – King. Blaue Kreise am Spielfeld sind der einzige Zufluchtsort, an dem ich meine Waffen verwenden kann. Das liegt mir schon besser, da muss ich nicht gleichzeitig fliegen und schießen. Wenn der Kreis rot wird, sollte man sich schon den Weg zum nächsten freigeschossen haben. Eine großartige Idee, King-of-the-Hill Modus von First-Person-Shootern bekannt, auf Geometry Wars umgelegt. Genial. Mein Kumpel Markus kommt dazu, wir wechseln uns ab – für Highscores reichts noch nicht, aber es wird besser. Die wechselnden Musikeffekte knallen besonders.

Dritter Spielmodus – Evolved. Das kennt man schon aus Teil 1. Ich lasse Markus spielen – fliegen und schießen gleichzeitig kann er deutlich besser. Er stellt sogar gleich ein paar 7-stellige Scores für mich auf, und das obwohl es in Geometry Wars 2 wesentlich schneller richtig stressig wird als noch beim ersten Teil.

Auf zum vierten Modus – Pacifism. Ich habe meinen neuen Lieblings-Zeitvertreib gefunden. Im wohl großartigsten Spielmodus von Geometry Wars 2 wird nicht geschossen. Die (ausschließlich blauen) Gegner zerstört man, indem man durch Tore fliegt, deren Ecken dann explodieren. Ein Leben, keine Bomben, alles oder nichts. Ein großartiger Slalomlauf, bald zieht man riesige Horden von Gegnern hinter sich her, um dann alles in einer feuerwerksartigen Combo von schnell hintereinander durchflogenen Toren in die Luft zu Jagen. Wenn man die Zeit hat, kann man noch das wohl schwierigste Achievement im Spiel einsammeln, indem man 2 mal hintereinander alle vier Wände entlangfährt. Absolut unmöglich!

Nummer fünf – Waves. Fängt gemütlich an, wird aber sehr rasch sehr böse. Von unterschiedlichen Seiten des Spielfeldes kommen immer ganze Reihen von orangen Pfeilen angeflogen. Die fliegen zwar nur geradeaus, sind dafür aber schnell, und bald auch verdammt viele! Eine nette Variation des Evolved-Modus, und extra stressig!

Last but not least – Sequence. Die Königsklasse. Zwanzig kurze, knackige Levels mit immer neuen Herausforderungen. Jeder Level muss in einem engen Zeitlimit abgeschlossen werden, dann geht’s sofort weiter zum nächsten. Beim ersten Versuch schaff ich’s bis Level 7, schweißgebadet. Wer sich für einen Geometry Wars Profi hält, der bekommt hier noch ordentlich was geboten.

Jetzt noch kurz Multiplayer ausprobieren, dachte ich. Vier Stunden später sind Markus und ich dann draufgekommen, dass wir mal was essen sollten. Fakt: Geometry Wars im Multiplayer = SUCHT. Nicht nur, dass man sämtliche Spielmodi zu zweit, dritt oder viert, kooperativ, in Zweierteams, oder gegeneinander spielen kann. Es gibt außerdem die Möglichkeit, dass einer lenkt und der andere schießt. Das ist zwar für die Highscorejagd eher ungeeignet, stell ich mir aber auf einer Party absolut genial vor.

Abschließend bleibt zu sagen, dass Geometry Wars: Retro Evolved 2 wohl eines der bisher besten XBox Live Arcade Games ist, und sogar jemanden, der mit dem ersten Teil wenig anfangen konnte, voll und ganz überzeugt hat (mich:P). Einzige klitzekleine Kleinigkeit, die mich ein bisschen stört: wenn man alleine spielt, zoomt die Kamera etwas näher ran, so dass man nicht mehr das ganze Spielfeld sehen kann. Dann kommen auch mal Gegner scheinbar aus dem Nichts. Wenn man da noch die Option einbauen könnte, immer ganz rausgezoomt zu bleiben, wär’s perfekt. Bis dahin seh ich das als Herausforderung. ;)

Ach ja, und wer glaubt, dass Geometry Wars: Retro Evolved 2 ein 2D-Spiel ist, der sollte mal während des Spiels RB+Back drücken – Überraschung!

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