
Für das 4. Quartal diesen Jahres ist der neueste Teil einer Serie durch Bethesda Softworks (bekannt unter anderem durch die Elder Scrolls Serie) angekündigt worden, die seit 1988 mehr oder weniger in der einen oder anderen Form fortgeführt wurde. Die Rede ist von der Fallout Reihe, deren neuste Episode Fallout 3 sich nun anschickt zum Ende des Jahres in den Verkaufsregalen zu erscheinen.
Alle Teile der Serie haben einen gemeinsamen Hintergrund: Ein Amerika nach einem nuklearen Krieg, diese Welt erinnert sehr an die Mad Max Reihe, speziell der dritte Teil. Nur ist die Welt von Fallout wesentlich bizarrer und mit einem sehr sehr düsteren Humor versehen. Bizarre Kulte und Rituale die die Überlebenden entwickelt haben, darunter Mutanten, Kampfmaschinen und Relikte aus der Zeit vor dem Krieg. Anspielungen auf diverse bekannte Filme, Bücher oder andere Computerspiele und starke Anlehnungen an die USA in den 50er Jahren machen die Serie unverwechselbar.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Serie (ab Fallout 1) sind die so genannten Vaults. Unterirdische Bunkersysteme, die von einer Firma im Namen der US Regierung für soziale Experimente angelegt wurden, ein Nebeneffekt dieser Bunkersysteme war der Schutz im Falle eines nuklearen Krieges. Der Bevölkerung wurden in den 50er/60er Jahren diese Vaults als sichere Alternative des Lebens im Falle eines nuklearen Krieges "verkauft" um geeignete, willige Subjekte für die sozialen Experimente zu finden. Aus dem Trick der Regierung wurde allerdings Wirklichkeit: Die Bevölkerung der Vaults bildet die Reste der Menschheit im Fallout Universum. Jeder Vault stellte ein eigenständiges Experiment dar, einer nur mit Teenagern bevölkert, ein anderer lediglich mit einem Mann und mehreren hundert Frauen und weitere andere derartige Zusammensetzungen.
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Jedem Vault, die in weiten Zügen komplett autark waren, stand ein schwer bewaffneter und geschützter Aufseher vor, der das Experiment kontrollierte und gegebenenfalls auch terminieren konnte. Die Vaults, deren Bewohner sich nicht gegenseitig auslöschten (oder ausgelöscht wurden) öffneten sich Jahre nach dem nuklearen Krieg und gaben die Bewohner frei, die daraufhin begannen Städte und Dörfer zu gründen, teilweise auf den Ruinen alter Städte.
Seinen Anfang hatte diese Serie – die unter Rollenspiel Veteranen ehrfürchtig in einem Atemzug mit Biowares Jade Empire, KotoR und anderen legendären Rollenspielen genannt wird – in dem 1988 bei Electronic Arts erschienenen Wasteland genommen. Dieser erste Teil bot seinerzeit schon einen großen Handlungsspielraum. Eine Weltkarte, auf der mehrere Städte zu erkunden waren, sowie diverse Neben- und einige Hauptquests, die sehr interessant waren. Kurzum vieles, was man heute mit einem guten (Computer) Rollenspiel in Verbindung bringt, damals aber bei weitem nicht selbstverständlich war.
Auf Wasteland folgte, im Jahr 1997, Fallout. Publiziert von Interplay, produziert durch die Black Isle Studios – vor der eigentlichen Namensgebung, später bekannt unter anderem durch Baldurs Gate, Icewind Dale etc. – dieses bot eine Möglichkeit mit der Wasteland seinerzeit, vermutlich einfach auf Grund des damals sehr begrenzten Speicherplatzes auf den Floppy Disks, noch nicht aufwarten konnte: Dialogoptionen die nachhaltige Folgen haben konnten. So war es möglich für oder gegen verschiedene Fraktion anzutreten, was die Geschichte nachhaltig beeinflusste.
Dem folgte 1998 Fallout 2, das alle Stärken von Fallout und Wasteland noch wesentlich erweiterte und heute noch von einigen Spielemagazinen als das beste Spiel aller Zeiten angesehen wird. Dieses verdankt es fast unzähligen Nebenhandlungen, einem hoch detaillierten Kampfsystem, einer ausgefeilten Charakterentwicklung und einer sehr großen Welt. In Fallout 2, so schien es, war alles möglich – der Charakter konnte sogar Sklavenjäger oder Pornodarsteller werden.
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2001 erschien Fallout: Tactics, hier ging es mehr um den taktischen Gruppenkampf als um Rollenspiel, daher erhielt es sehr unterschiedliche Bewertungen. Viele Tester lobten das Spiel, da es viele taktische Finessen und Möglichkeiten erlaubte, während viele Fans enttäuscht waren und auf einen stärkeren Rollenspielpart gehofft hatten.
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2004 folgte Brotherhood of Steel. Das erste Konsolenspiel der Fallout Reihe, welches sehr actionorientiert war. Durch den Konkurs von Interplay sollte dies vorerst der letzte, und der am wenigsten erfolgreiche Titel der Reihe bleiben.
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Für Ende 2008 hat Bethesda – Oblivion, Morrowind etc – nun Fallout 3 angekündigt, welches einige Neuheiten für die Fallout Reihe mit sich bringt. Unter anderem die Egoperspektive, zusätzlich zu der 3rd Person bzw. isometrischen Perspektive, die bei den Vorgängern üblich war. Das Spielsystem selbst, soll eine Mischung aus dem Runden- und Aktionspunktebasierenden System der Vorgänger und Echtzeit werden. Es soll die bereits bei den anderen Teilen beliebte und sehr blutige Möglichkeit geben, gezielt Körperteile unter Beschuss zu nehmen. Abgesehen von den technischen Aspekten bleibt abzuwarten ob Bethesda es schafft den düster humorigen 50er Jahre Retro-Tech Stil von Fallout einzufangen und eine ebenso vielschichtige, wie weitläufige Spielwelt zu erschaffen. So wie es bei den Vorgängern der Fall war.
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Was bisher von Fallout 3 zu sehen war, überzeugt zumindest stilistisch. Die Charaktergenerierung wird in Form der Geburt, der Kindheit und der Jugend des Charakters durchgeführt. Schon hier wurde viel Wert auf Details gelegt. So sieht, nachdem man sein Aussehen im Vorwege bestimmt hat, der Vater dem Charakter ähnlich. Während der Kindheit und Jugendphase eignet sich der Charakter Fähigkeiten und Vorteile "spielerisch" an. Eine wunderbare Gelegenheit auch Neueinsteiger in die Serie, im wahrsten Sinne des Wortes hineinwachsen zu lassen. Das Bethesda auch den schwarzhumorigen Teil von Fallout verstanden hat, zeigt zum Beispiel der kurze Eingangsspot, in dem für die Vaults Werbung gemacht wird und die in einem Gameplay Video gezeigten Propaganda Drohnen, die durch die verwüsteten Städte streifen und jeden in der Umgebung mit amerikanischer Marschmusik beschallen. Spielerisch wird alles scheinbar auf eine Stadt (Washington) beschränkt bleiben, wird diese aber detailliert und weitläufig genug wiedergegeben, dürfte die Spielwelt alle mal groß genug sein. Laut Aussage von Bethesda sind mindestens 100 Stunden Spielzeit angedacht und mehrere Enden.
Den ersten Eindrücken zufolge, scheint es Bethesda wirklich gelungen zu sein einen würdigen Nachfolger für Fallout 2 zu finden. Zu wünschen ist es allen: Bethesda, der Serie selbst und natürlich nicht zuletzt auch den dürstenden Fans. Hier geht es zur offiziellen Website .





