Metal Gear Solid 4 – unser “Double Impact” Special

Heute mal was ganz neues, etwas das es noch nie bei eLhabib.at gegeben hat. Heute kommt ihr in den Genuss das erste Doppelreview lesen zu können das je bei eLhabib veröffentlicht wurde. Und welches Spiel eignet sich dafür besser als Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots . In den folgenden zwei Reviews werden euch Wolfgang aka. Crawle12 und ich euch unsere Eindrücke und Erfahrungen mit MGS4 schildern. Die Reviews sind völlig unabhängig von einander entstanden und zeigen euch zwei völlig unterschiedliche Meinungen zum Platz 1 Titel auf der PlayStation 3. Wir hoffen es gefällt euch und sind auf eure Kommentare gespannt.

Als Fan der Metal Gear Solid Reihe hab ich mich natürlich sehr auf den Release von Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots gefreut. Endlich sollte die Geschichte um Solid Snake, Liquid Snake und die Patriots ein spektakuläres Ende finden. Alle offenen Fragen sollten beantwortet und alle Geheimnisse aufgedeckt werden. Ob das wirklich alles der Fall ist, ob der Hype um Metal Gear Solid 4 gerechtfertigt und die Traumwertungen berechtigt sind, das werden wir euch nun in den folgenden zwei Reviews verraten.

Kurzer Rückblick:
Schon der erste Teil der Serie hat mich (Michael) in seinen Bann gezogen – natürlich beziehe ich mir hier auf Metal Gear Solid 1 und nicht die Metal Gear Teile auf Super Nintendo und so. Die Geschichte um den einsamen Helden Solid Snake, der los geschickt wurde, um die Welt vor dem Untergang zu retten und dabei auf teils fanatische jedoch auch vom Schicksal gestrafte Gegner traf, war einfach nur fesselnd. Das Prinzip der Tactical Espionage Action war noch neu und steckte in den Kinderschuhen und doch war Metal Gear Solid ein voller Erfolg.
Einige Jahre später sollte der zweite Teil auf der PlayStation 2 an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Trotz gewisser Abneigung dem neuen Helden Raiden gegenüber, tat es das auch. Neue revolutionäre Grafik, z.B. Regen, der auf Snakes Schultern abprallte oder Flaschen, die man zerschießen konnte. Wesentlich mehr Möglichkeiten wie etwa die Egoperspektive, die Möglichkeit Leute zu betäuben und zu verstecken und eine noch tiefer greifende Story sorgten für atemberaubende Verkaufszahlen. Auch wenn einige Spieler durch die zunehmende Komplexität der Story den Durchblick verloren.
Mit dem dritten Teil kam dann vor wenigen Jahren ein Prequel zu allen Metal Gear Spielen heraus. In diesem erfuhr der Spieler mehr über den berühmt berüchtigten Big Boss, über The Boss und die Entstehung der Metal Gears. Auch hier kamen neue Techniken und neue Möglichkeiten zum Einsatz. So sorgten etwa die CQC Techniken für realistischeren Nahkampf und die Möglichkeit Gegner zu verhören für einige Extragegenstände. Außerdem konnte man nun seine Tarnung aktiv durch wechseln der Gesichtsbemalung und Kleidung beeinflussen. Zukünftige Ärzte durften außerdem noch diverse Knochenbrüche, Schnitt- und Schusswunden verarzten.

Metal Gear Solid 4:

Bei Metal Gear Solid 4 schlüpft der Spieler nun wieder in die Rolle des in die Jahre gekommenen Solid Snake, der nun auf den Namen Old Snake hört. Eure letzte Aufgabe ist es Solid Snakes Bruder Liquid Snake zu finden und zur Strecke zu bringen, bevor dieser die Welt ins Chaos stürzen kann. Mit der Hilfe von Freunden und Kollegen versucht nun ein altersschwacher Snake seinen ebenso alten und offensichtlich wahnsinnigen Bruder zu finden und zu töten.
Das fasst im groben die Story zusammen, die Metal Gear Solid 4 erzählt. Aber ich verrate euch: erst während der End-Credits werdet ihr die eigentlichen Ausmaße der Geschichte verstehen.

Aber nun zu den ausführlichen Reviews. Den Anfang macht Wolfgang aka. Crawle12 und der zweite Part ist von Michael. Wir wünschen euch viel Spaß beim lesen und sind auf eure Kommentare gespannt.

Review von Wolfgang:

War has changed

In einer nicht allzu fernen Zukunft beherrschen private Militärfirmen (Private Military Company – PMC) die Schlachtfelder. Der Grund dafür ist, dass offizielle Streitkräfte für die Regierungen zu teuer sind, und neben dem aktiven Kampf erledigen die PMCs obendrein auch eine Vielzahl von Militärdiensten wie Logistik, Wartung und Transportwesen.
Manipuliert durch injizierte Nanomaschinen, werden die Söldner der PMCs zu emotionslosen Marionetten des Schlachtfelds, die jegliche Art von Moral und Mitgefühl unterdrücken.

PMC-SöldnerDas Produkt der Kriegswirtschaft .

Durch ständige regionale Konflikte wächst die Nachfrage nach PMCs und der Krieg wird zum Produkt. Die Söldner der PMCs haben im diesen Sinne kein Gefühl des Patriotismus’. Nein, sie kämpfen für diejenigen, die am meisten bezahlen und so wird der Krieg zu einem unbarmherzigen und gierigen Markt. Willkommen im Zeitalter der Kriegswirtschaft…

Snake has changed

Auch Solid Snake hat die Zeit mitgenommen. Mit grauen Haaren und ein mit Falten übersätes Gesicht ist Old Snake, wie er auch im Spiel genannt wird, kaum mehr wieder zuerkennen. Snake ist mittlerweile in den Ruhestand getreten und ist mit anderen Dingen beschäftigt als mit Ein-Mann-Operationen im Feindgebiet.
Roy Campbell, der ehemalige Obers (Colonel), der Raiden auf Big Shell (MGS2:SoL) befehligte, spürte Liquid Ocelot im nahen Osten auf. Er bittet Snake um einen letzten Gefallen…um (s)eine letzte Mission: Stoppe Liquid Ocelot.

Liquid OcelotSnakes Feind .

Metal Gear Solid has changed

Jedes Spiel, nun ja, fast jedes Spiel ändert sich im Verlauf einer Serie. In manchen Fällen zum Guten, wenn es böse ausgeht, zum Schlechten hin.
Bei Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots war ich mit meinen Erfahrungen einverstanden; Das Spiel durchlebte Verbesserungen, die weder eingefleischte Metal Gear Solid-Fans noch Neulinge enttäuschen werden.
Denn gameplaytechnisch haben sich beim vierten und letzten Teil der Tetralogie nur zwei Dinge gravierend geändert, sodass sich alt eingesessene Zocker nach einer winzig kleinen Eingewöhnungszeit sofort wohl fühlen werden. Das, was geändert wurde, kommt Neulingen wiederum zu Gute und mit dem einen oder anderen, kann sich auch der Veteran mit Sicherheit anfreunden.
Welche Neuerungen es rund um den letzten Teil der Metal Gear Solid-Saga gibt, erfährt ihr jetzt.

Jetzt fängt das Spiel an und ihr habt den gewohnten Playstation-Controller in der Hand. Es gibt also auf dem Schlachtfeld keinen Grund zur Beunruhigung. Einen Moment, Schlachtfeld?
Metal Gear Solid 4 erfuhr die größte Änderung von allen Teilen – zumindest im Bezug auf die Umgebung und ihre eigenen Tücken.
Denn Solid Snake operiert zum ersten Mal auf freiem Schlachtfeld mit jeder Menge neuer Gefahren.
Wie auf einem typischen Kriegsschauplatz muss sich Snake nicht mehr mit Überwachungskameras oder Laserzäunen herumplagen. Kämpfe bzw. Schleicheinsätze zwischen und in Häuserruinen gegen Sturmtruppen und Gekkos – Metal Gear-artige Kampfroboter, die die Panzer großteils ersetzt haben – stehen nun an der Tagesordnung.

Gekkos – Sehr beliebt bei den PMCs .

Natürlich gibt es auf dem Schlachtfeld immer zwei Parteien, die gegeneinander kämpfen, und Snake, der sich mehr oder minder für eine Seite entscheiden kann. Im Normalfall entscheidet man sich für die vermummten Widerstandskämpfer, da es spieltechnisch einfach klüger ist. Stellt man sich nämlich auf die Seite dieser Widerstandskämpfer, gibt es nur mehr einen Gegner zu bekämpfen. Es steht jedem Frei sich für eine Seite zu entscheiden, oder man wählt den kompletten Alleingang.

Nun drückt ihr euch also mit [dreieck] gegen die Wand und ihr bemerkt, wie sich die „Haut“ eures neuen Nanoanzuges der Wandtextur anpasst….

Wo wir auch schon bei der zweiten großen Neuerung sind: Der Octo Camo-Anzug.
Dieses neue Wunderding der Technik wurde nach einem der besten Stealthjägern der Erde benannt, des Oktopus’. Der Octo Camo-Anzug passt sich jeder Oberfläche, ob Wand oder Boden, nach Farbe und Muster an. So kann sich Snake immer und überall vor Feinden verstecken, auch wenn er direkt vor deren Füßen liegt.
Allerdings ist man damit nicht immer auf der sicheren Seite. Sollten euch Soldaten doch einmal zu nahe treten und über etwas stolpern, das normalerweise gar nicht da sein sollte, so gibt es erstmal Verwunderung und danach einen fetten Alarm, der weitere Verstärkung herbeiruft. Und danach ist der Octo Camo-Anzug kaum noch zu gebrauchen und es ist eure Gabe als echter Stealthmeister gefragt.

Der neue Octo Camo-Anzug – Wer weiß wo sich Snake diesmal versteckt hat…

…Ihr bewegt euch mit dem Analogstick zur Kante vor und kundschaftet die trügerisch ruhige Umgebung aus. Ihr drückt erneut [dreieck] um euch von der Wand zu lösen und schleicht euch in geduckter Form die abgebröckelte Hausmauer entlang….

Neuerung Nummer drei:
Eine kleine aber feine Verbesserung gesellt sich zum Stealth-Movement. Es ist mit der [x]-Taste nun endlich möglich, sich auch in geduckter Form fortzubewegen. Man erinnere sich an Teil 1-3, als man nur stehend oder kriechend schleichen konnte.

…Plötzlich nähern sich aus der Entfernung zwei PMC-Soldaten. Links und Rechts keine Versteckmöglichkeiten. Was tun?
Ihr hält [x] gedrückt, bis sich Snake auf den Bauch legt. Der Anzug nimmt die Farbe des sandigen Bodens automatisch an. Ihr werft noch mal einen Blick hinter euch, um sicher zu gehen, dass dort niemand mehr lauert….

Neuerung Nummer vier:
Eine weitere, längst überfällige Neuerung wurde dem Gameplay zugesprochen. Mit dem rechten Analogstick wurde es euch endlich ermöglicht, die Kamera um volle 360° zu drehen. Dies war allerdings schon in MGS3: Subsistence zu sehen.
…Ihr bemerkt, wie sich hinter euch ein weiterer Soldat der PMC nähert. [dreieck] gedrückt, wechselt Snake auf den Rücken. Am Rücken liegend visiert ihr mit [L1] den Gegner in der neuen Third Person-Perspektive an und feuert mit [R1] eine Kugel in seinen Kopf….

Neuerung Nummer fünf:
Snake verfügt nun über 3 Kamera-Ansichten. Zum ersten die normale Sicht, in der ihr herumläuft.
Die zweite Sicht ist die Schulterperspektive, über die es optimal ist, sich schussbereit durch enge Gassen zu bewegen. Die dritte und letzte Sicht ist die Ego-Perspektive, die bereits bekannt sein dürfte. Jedoch nicht in dieser Form. Denn es ist zum ersten Mal möglich, sich in der Ego-Perspektive fortzubewegen. Zwar geht dies recht träge von statten, aber manchmal stellt es sich als recht hilfreich heraus.

Neue Perspektiven – Die Schulterperspektive .

…Die zwei PMC-Soldaten haben sich bereits genähert. Es bleibt euch nichts mehr anderes übrig als euch tot zu stellen. [dreieck] länger gedrückt, entspannt Snake all seine Gliedmaßen und bleibt bewegungslos liegen. Die Soldaten gehen an euch vorbei und sehen die Leiche deren Kollegen. Schnell laufen sie hin und untersuchen die Leiche. Das ist eure Chance, ihr steht auf und nehmt eure Beine in die Hand. Doch die Soldaten waren zu nahe, und haben euch gehört….

Neuerung Nummer sechs:
Die Soldaten haben neuerdings ein Gehör. Es ist nicht mehr möglich sich Soldaten laufend zu nähern, ohne, dass sie etwas warnehmen.

…Sofort lösen die Soldaten den Alarm aus und euer bzw Snakes Stress erhöht sich….

Neuerung Nummer sieben:
Mit dem Stressbalken kommt eine neue Anzeige im Interface hinzu, die ihr ab und an im Auge behalten solltet.
Denn steigt die Anzeige im Stressbalken zu hoch, könnte Snake einen Übelkeitsanfall bekommen, erbrechen und zu Boden fallen.

…Unter einem geparkten Panzerwagen versteckt, wartet ihr, bis der Alarm vorbei ist. Leider habt ihr von dort unten aus nur wenig Einsicht auf die Umgebung. Deshalb wählt ihr mit [L2] im Objektmenü euren neuen Gehilfen aus. Mk. II [Mark Two] nennt sich der Mini Metal Gear auf Rädern und ist komplett steuerbar. Durch diesen Roboter bleibt ihr in ständigem Kontakt mit Otocan. Auf Befehl lässt er sich für eine Zeit sogar unsichtbar machen.
Des Weiteren verfügt er auch über einen Angriff, eure Gegner lahm legen kann.
Der Mk. II lässt sich allerdings nur eine gewisse Zeit benutzen und dann auch nur auf einer bestimmten Distanz.

Der Mk II. – Snakes kleiner Helfer .

Nun, das waren einige der wichtigsten Neuheiten in Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots.
Aber ich will euch die Überraschung nicht gänzlich verderben, deshalb werdet ihr noch einige nette Features selbst entdecken können.
Daher werden wir jetzt vom Gameplay zur Aufmachung wechseln.

Graphic has improved

Tja, da wären wir. Bei der allseits beliebten Grafik. Und bei Metal Gear Solid, geht ohne richtige Grafik nun mal gar nichts. Schon von Anfang an wie ein richtiger Film inszeniert, mit professioneller Kameraführung und allem drum und dran, wo man denken könnte, da muss doch einer hinter der Kamera gestanden sein, zeigt MGS 4 wie ein Abschluss einer Serie aussehen muss. Da darf die Optik natürlich nicht hinterher hinken.
Das tut sie auch nicht, wie man bereits im Hauptmenü bemerkt, wenn sich dämmerndes Sonnenlicht auf den begrünten Friedhof legt.
Von diesen schönen Lichteffekten bekommt man allerdings nicht viel mit. Grund dafür ist aber keinesfalls eine schlechte Optik. Vielmehr sind die einzelnen Abschnitte von tollen Wettereffekten befreit, sodass man sich erst gar nicht die Mühe dazu machen musste. Entweder ihr spielt tagsüber, während eine dünne Wolkenwand die Sonne verdeckt, in der Abenddämmerung, weit entfernt von Lichtquellen, oder einfach in einem Schneesturm.
Das lässt zwar keinen Platz für supermegatolle Schatten…glanz…laser…effekte, aber immerhin ist das, was dezent ist, sehr gut. So verleiht die Grafik dem Spiel einen äußerst realistischen Touch, obwohl das Spiel viel High-Tech Krims Krams beherbergt. Aber das sind wir ja von Metal Gear Solid gewohnt.
Die Texturqualität schwankt zwischen gut und recht gut. Besonders scharfe Texturen darf man sich allerdings nicht erwarten, eigentlich schade, kommt man doch so oft in Berührung damit. Für den Hausgebrauch sind die Texturen jedenfalls gelungen und fallen keineswegs negativ auf.

Filmreife Darstellungen stehen in MGS4 an der Tagesordnung .

Ein kleines Thema nehmen die Animationen der Figuren ein, die sich hingegen zum Vorgänger kaum geändert haben, außer, dass sie nun einen Tick geschmeidiger wirken. Dies fällt besonders bei den Gekkos auf, die sich absolut realistisch und dynamisch – na ja, von realistisch kann man nicht wirklich reden, da es sie nicht wirklich gibt – durch die Straßen bewegen.
Zum Thema Animationen zählen auch die Gesichtsanimationen, die schon seit Anbeginn von Metal Gear Solid 2 ein klein wenig versteift wirkten. Daran ändert sich auch hier nichts. Lediglich die vielen neuen Details im Gesicht, lassen alles noch realistischer wirken.

Diejenigen, die Metal Gear Solid kennen, wissen, dass die Entwickler noch nie mit den besonders beliebten Rendersequenzen gearbeitet haben. Haben sie auch keinesfalls nötig, wie ich meine.
Ich möchte hier keinen Grafikhype anzetteln, aber ich sage euch, dass es einige Zwischensequenzen gibt, die glatt gerendert sein könnten. Hab ich ehrlich gesagt noch nie gesehen.

Noch mehr Emotionen, jedoch weiterhin etwas steif .

Extras never change

Eines der Gründe, warum man in Metal Gear Solid nie einfach durchrennen sollte, sind die Sachen, die einem zum Lachen, Staunen oder zum…Erregen bringen.
Wie schon seine Vorgänger, bietet Metal Gear Solid 4 jede Menge Eastereggs, also lustig zu beobachtende Dinge, oder Extras, die man durch bestimmte Aktionen sehen bzw. freischalten kann.
Was das alles ist, werde ich jetzt nicht verraten. Das hat den Grund, dass ich es teilweise nicht einmal selbst weiß. Lasst euch überraschen und findet die Dinge selbst heraus.

Fazit:
Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots gehört zweifellos im Allgemeinen als auch in meiner Spielreihe zur absoluten Elite.
Noch nie, konnte mich ein Metal Gear Solid-Teil so begeistern und überzeugen.
Ein Punkt, der mich besonders zum erneuten durchspielen anregt ist– ich weiß, es klingt seltsam – die bewegliche Kamera. Durch dieses neue Feature bekommt das Spiel einen viel unkomplizierteren Spielablauf, der obendrein noch mehr Spaß macht, da man alles und jeden dadurch beobachten kann.
Grafisch spielt MGS 4 ohnehin in der oberen Liga. Die Zwischensequenzen sind so derartig gut gemacht, dass richtige Emotionen geweckt werden, und mir auch manchmal eine Gänsehaut widerfährt…und das mein ich tot ernst.
Zum Schluss: Das erste Metal Gear Solid, das mir richtig gefällt. Eindeutige Kaufempfehlung!

Review von Michael

Zunächst möchte ich all die positiven Aspekte zusammentragen, die mir an Metal Gear Solid 4 aufgefallen sind. Natürlich werden später noch einige wenige Kritikpunkte folgen, aber lest selbst.

Metal Gear Online:
Ein vollständiger Online Modus wurde in das Spiel integriert, den die Meisten von euch eh schon kennen dürften. Es sei denn ihr kommt aus Deutschland und konntet deshalb die Beta nicht spielen. Viele verschiedene Spielmodi, Charaktererstellungsmöglichkeiten und Spieleinstellungen machen den Multiplayer von Metal Gear Solid zu einem der bisher Besten auf der PlayStation 3. Im Moment macht auch das Gerücht die Runde, dass Metal Gear Online demnächst als Stand-Alone angeboten wird, im Preisrahmen von ca. 16 Euro, zunächst aber nur in Japan. Ebenfalls befinden sich schon neue Inhalte in der Testphase.

Kojima typischer Humor:

Viele versteckte lustige Botschaften der Programmierer lassen Fans sich gleich wie zu Hause fühlen. Sei es im Kampf gegen Screaming Mantis oder in verschiedenen Sequenzen, viele Insider warten auf Kenner der Serie. Neulinge werden viele davon nicht verstehen, aber das ist auch nicht weiter schlimm.

Steuerung:
Fast alles ist beim alten geblieben und an das das geändert wurde, gewöhnt man sich schnell. Blöd ist nur: Man kann aus dem Laufen nicht ins geduckt laufen wechseln und aus dem Geduckt-laufen keine Rolle machen.

Sentimentalität:
Sentimentaler Rückblick bei der Rückkehr nach Shadow Moses Island. Während ich über den Hubschrauberlandeplatz lief, durch den Hangar und alles, was es da so gibt, als da die Erinnerungen quasi hoch kamen – Einblenden der Gespräche, die Snake damals führte in Form von akustischen Flashbacks, das war der beste Zeitpunkt im Spiel, nicht nur atmosphärisch.

Codec:
Die Codec-Gespräche lassen sich mit der Starttaste nun sofort überspringen – sollte man aber frühestens beim zweiten Durchspielen tun, weil man sonst gar nicht mehr durch die Story durchblickt.

Bonus:
Es gibt wahnsinnig viele Sachen zum Freispielen. Bei diesen handelt es sich z.B. um das Outfit von Altaiir, verschieden Camo Masken, IPod Lieder oder besondere Waffen.

Raiden:

Ist cool als Ninja.

So, das waren dann auch schon die positiven Punkte an Metal Gear Solid 4. Warum so wenige? Nun ja, das werde ich euch nun der Reihe nach erläutern.

Fangen wir erst mal mit den Traumwertungen der Fachpresse an. 10/10, 9,5/10 9,3/10, 1000/10 oder „dieses Spiel bedarf keiner Wertung“. Das sind so die durchschnittlichen Wertungen. Ein Spiel, das keine Wertung unter 9 oder 90% hat, muss doch gut sein, oder? Ja, das hab ich mir auch gedacht. Heute weiß ich es besser. Ab heute werd ich nichts mehr auf Bewertungen der Fachpresse geben.

Ich fang beim Einfachsten an, der Technik:


Installation:

Leute regen sich über 20 Minuten Installationszeit von Devil May Cry 4 auf. Ha… da lache ich doch nur… Was Metal Gear Solid 4 sich erlaubt ist einfach nur lächerlich. Natürlich, die Installationszeit beträgt offiziell nur 17 Minuten. Das sind offensichtlich 3 Minuten weniger als bei Devil May Cry, also ist das doch besser, oder? Weit gefehlt. So darf man nur rechnen, wenn man vor hat Metal Gear Solid 4 nur ein einziges Mal zu spielen. Fängt man erneut ein Spiel an, beginnt die Installation wieder von vorne und zwar für jeden Akt. Warum? Das weiß sicher niemand außer den Entwicklern.
Ich finde es lächerlich und dreist. Bei Devil May Cry hat man eine einmalige Installation von 20 Minuten. Bei Metal Gear hat man jedoch bei jedem Durchlauf mehrere Installationen über mehrere Minuten. Hinzu kommt noch die Installationszeit von Freunden, die keine PlayStation 3 besitzen und bei euch spielen wollen. Denn diese dürfen auch noch einmal die gleichen Installationen über sich ergehen lassen.

Aber das ist ja alles nicht so schlimm, denn während der Installationen ist man ja beschäftigt. Zum Glück hat sich Konami bzw. Kojima Productions da was ganz besonderes einfallen lassen. Eine Rückblick auf die vergangenen Metal Gear Teile? Vielleicht Charakterbiografien? Nein, das wäre alles viel zu einfach, viel zu sinnvoll, denn dann hätten ja auch Neueinsteiger die Story verstanden – außerdem gibt es das ja als separaten Download, die sog. Datenbank.

Konami trumpft mit etwas richtig Großem auf. Snake der raucht und daneben stehen Gesundheitshinweise. Gaaaaaaanz toll. Während der ersten acht Minuten Installation raucht Snake vier Zigaretten… welch ein Vorbild. Versteht mich nicht falsch, ich will hier nicht mit dem Zeigefinger hin und her wedeln und auf Gesundheitsfanatiker machen, aber das ist nur lächerlich. Einem alten Mann beim rauchen zugucken? Ja, ganz toll. Dass dieser dann nicht mal in Full HD erscheint, sondern offiziell nur in 720p verdräng ich hier einfach mal.


Grafik:

Optisch sieht Metal Gear Solid 4 nett aus, mehr nicht. Dass die PlayStation 3 zu weit mehr in der Lage ist, sieht man an Spielen wie Uncharted. Wunderschöne Effekte, atemberaubende Landschaften und fotorealistische Charaktermodelle. Das alles trifft nicht auf Metal Gear Solid 4 zu. Die meisten Level sind eintönig, trist und langweilig. Bäume sehen aus, als seinen sie aus Papierstücken zusammengeklebt, Steine und Boden haben kaum Textur, die Gesichter zeigen keine Emotionen und Explosionen sehen aus als seien sie von der PlayStation 1 kopiert worden. Wenn ich da an die Explosionen aus Gears of War denke, aus Uncharted oder Ähnlichem, kommen mir die Tränen. Doch halt, es gibt optisch etwas realistisches und grafisch umwerfendes an Metal Gear Solid 4. Am Beginn jedes Mission Briefings kocht Sunny Spiegeleier. Diese sehen nahezu fotorealistisch aus. Vermutlich, weil diese wirklich gefilmt und nicht programmiert wurden (jedenfalls denke ich das). Schwenkt dann die Kamera um ist man wieder im tristen Grafikmatsch.

Erinnert ihr euch noch an den Tanker in Metal Gear Solid 2? Wo es so tierisch geregnet hat und das quasi die erste realistische Darstellung von Regen war? Dass man die Tropfen auf Snakes Schultern gesehen hat? Ja… das war cool… Habt ihr Uncharted gespielt, in dem die Kleidung nass wird und auch so aussieht? So muss das sein. Was ist bei Metal Gear Solid 4? Der Schnee sieht cool aus. Sowohl im Level als auch auf Snake, das muss ich zugeben – auch wenn man das nur ca. 15 Minuten sieht, aber der Rest ist eher trist.

In Akt 3 geht es durch eine neblige Stadt in Osteuropa, jedenfalls dachte ich beim ersten Durchspielen, dass das Nebel sein sollte und fand das optisch ziemlich cool. Beim zweiten Durchspielen hab ich erkannt, dass da so eine Art Regen runterkommt -sieht man wenn man im Licht steht und ihm die Soße von der Jacke runter läuft. Also entweder ist es verdammt cooler Nebel und es ist unrealistisch, dass die Jacke pitschnass wird, oder es ist realistisch, dass die Jacke nass wird, weil es Regen ist, der dafür aber verdammt hässlich und grafisch in keinster Weise ausreichend ist. Sucht es euch aus. Ach ja, wenn es Regen ist, warum gibt es dann keine Pfützen und warum sieht man in dem kleinen Bach keine Tropfen?
Meryls Haare. 3 Wettertaft oder ein Helm in Form einer schlechten Frisur? Ich meine, was ist das für ein Tier bei der aufm Kopf? Bewegt sich nicht und sieht aus wie angeklebt. Die Haaranimationen in Tekken Tag Tournament waren da besser und das war ein PS2 Launch Titel. Aber jetzt nicht so interpretieren, dass ich die komplette Grafik mit PS2 Titeln gleichstelle, der Vergleich bezog sich nur auf Meryls Haare.
Außerdem hat generell kein einziger Gegenstand in Metal Gear Solid 4 optische Tiefe. Als Beispiel nenn ich mal die Nieten oder Einstiegsluken der Panzer. Die sehen aus als seien die einfach nur aufgemalt.

Sound:
Ich hasse mittlerweile David Hayter. Ich meine, im ersten und zweiten Teil klang Snake einfach nur cool. Er hatte eine einprägsame und ruhige Stimme. Naked Snake/Big Boss hatten auch eine coole Stimme… war ja der gleiche Sprecher… auch wenn Hayter da schon langsam anfing eine komische Aussprache an den Tag zu legen. In Metal Gear Solid 4 ist das nur noch übertrieben. Komische Betonungen sind da noch nicht mal das schlimmste. Aber eins sei gesagt: er klingt wirklich wie ein alter Mann der im Sterben liegt – immerhin das hat er geschafft. Aber wenn man ihm dann das ganze Spiel über zu hören muss, dann fängt das richtig an zu nerven. Das gleiche gilt aber auch für die anderen Charaktere. Also, nicht das mit dem „im Sterben liegen“. Alle sprechen total unnatürlich. Ein Freund von mir meinte mal „die sprechen mir zu sauberes Englisch… das versteh ich nicht, das ist viel zu hochgestochen, so spricht doch keiner…“ und damit hat er Recht. Es klingt alles, als sei es aus dem Schulbuch abgelesen. Die fehlenden Emotionen in den Gesichtern tun dabei ihr übriges.

Zweiter Kritikpunkt sind die Waffen. Zu leise und zu schwach. Das waren die ersten Dinge, die mir durch den Kopf schossen, als ich das erste Mal eine Schrotflinte in Metal Gear Solid 4 hörte. Ein anderer Freund sagte mal „wenn es eine Schrotflinte in einem Spiel gibt, und diese richtig gut klingt, dann ist auch das Spiel gut“ tja, was soll ich sagen? Die Schrotflinte klingt nicht gut… und die anderen Waffen nur teilweise. Die Explosionen haben kein akustisches Volumen und warum zur Hölle machen die „Gekkos“ „muh“? Kann mir das mal einer erklären? Das wird kein einziges Mal erwähnt, dafür muss es doch einen Grund geben.

Gameplay:
„Tactical Espionage Action“, was erwartet man von einem Spiel, das sein Genre sogar im Titel stehen hat? Sicher nicht die vollkommene Abstinenz des Selbigen. Früher war Metal Gear Solid ein Stealth Spiel, man musste schleichen, um unbemerkt an den Feinden vorbei zu kommen. Wie Rambo durch die Gegend zu laufen und alles nieder zu schießen was nicht bei drei auf den Bäumen ist, hat einen nur noch schneller ins Grab gebracht. So war es im ersten, zweiten und dritten Teil. Im vierten auch? HA… Fehlanzeige… man kann versuchen zu schleichen… stellt aber schnell fest, dass es viel einfacher und effektiver ist jeden Gegner zu töten. Aber kommt dabei nicht Munitionsmangel auf? Ja, dass waren noch Zeiten als man sich Gedanken über seinen Munitionsvorrat machen musste. Doch wir leben im 21. Jahrhundert da hat doch jeder seinen eigenen Händler.

Leon hat in Resident Evil 4 seinen schrägen, vermummten Dealer, Hayabusa hat seinen alten Muramasa und Snake hat seinen bekloppten, ständig Wasser/Cola (keine Ahnung) saufenden, rülpsenden und allwissenden Affenbesitzer. Dass der Affe aussieht, als sei er kahl rasiert ignorier ich mal gekonnt. Aber was macht dieser Typ nun? Also im Grunde hat er nur zwei Aufgaben:

1. Er versucht einem ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn man eine der Beasts – die Spezialeinheit, die für Liquid arbeitet – getötet hat.

2. er macht das Spiel noch einfacher als es eigentlich ist (auch auf The Boss).

Bitte…. Was ist das? Man kann immer und überall Waffen und Munition kaufen bzw. verkaufen? Hallo? Schwierigkeitsgrad, Realismus, seid ihr hier irgendwo? Bei jedem anderen Händler muss man noch persönlich im Shop vorbeigucken, aber Drebin ist ja mobil, da kann man immer und überall einkaufen. Munitionsknappheit war gefürchtet in Teil eins bis drei. Wollte man den zweiten Teil durchspielen ohne einen Gegner zu töten, musste man richtig auf seine Betäubungspfeile achten. Jetzt muss man einfach nur ins Menü gehen und mal eben ein bisschen Nachschub kaufen. So, 300 Pfeile für rund 9000 Drebin Punkte… die 300 Pfeile reichen dann aber eigentlich auch für den Rest des Spiels. Ach ja, für ein gefundenes Gewehr bekommt man in der Regel mehr als 1000 Drebin Punkte. Beim ersten Treffen auf Drebin weist dieser Snake dann darauf hin, dass alles immer teurer wird, je mehr Leute sterben, nach dem Prinzip der Nachfrage. Leute werden getötet, Verlangen nach Sicherheit steigt, mehr Waffen werden gekauft (Nachfrage steigt) und der Preis wird erhöht. Dies hat sich allerdings weder auf Normal noch Schwer bemerkbar gemacht. Man hat eigentlich immer genug Punkte, nur für extravagante Dinge wie den Stealthanzug oder die Bandana muss man sparen.

Geht Snake bei einem Endgegner also nun die Munition aus, kauft man sich einfach neue. Egal, ob man oben auf einem Kirchturm in Osteuropa ist oder auf einem Funkturm auf Shadow Moses Island – Drebin ist überall.
The Boss Special: Auf The Boss kann man sich keine Betäubungsmunition kaufen, alles andere aber schon. Warum? Tja, das wüsste ich auch gerne. Eine sinnvolle Erklärung gibt es allerdings nicht. Vielleicht wäre The Boss sonst auch zu einfach. So hat man wenigstens noch den Hauch einer Herausforderung.

Transportiert wird das dann alles von einem kleinen Roboter dem Metal Gear Mk. 2/3. Das da zwar kein ganzes Gewehr reinpasst und dieser auch nur für wenige Minuten Strom hat, aber dennoch die ganze Zeit unsichtbar hinter einem her fährt lasse ich hier mal außer acht. Da kann sich jeder selbst seine Gedanken drüber machen.

Hier noch was zum nachdenken: der Mk. 2/3 hat Stealth Technik, und zwar die gleiche wie sie im ersten Teil bei den Stealth Anzügen verwendet wurde, das heißt Hal „Heulsuse Otacon“ Emerich weiß wie diese Technik funktioniert. Warum hat Snake dann nur einen Anzug, der die Umgebung darstellt und keinen Stealth Anzug, der das Licht so bricht, das es aussieht als sei er unsichtbar. Die hatten neun Jahre und mehrere Einsätze Zeit wieder so ein Teil zu bauen. Tja, da fällt euch nix zu ein.

Aber weiter geht’s.
Schwebende Köpfe sind schon cool, oder? Was, nicht? Doch… oder zumindest in der Zeit in der Metal Gear Solid 4 spielt. Ein Anzug, der die Umgebung widerspiegelt, ist vielleicht voll en Vogue, aber wenn das Gesicht nicht bedeckt ist, ist das eher unvorteilhaft. Ok, später findet man die Gesichtsmaske die das Gesicht auch noch verschwinden lässt, aber das ändert nichts daran, dass die Kampfweste immer noch in der Luft schwebt. Aber das stört die Gegner nicht. Warum auch? Die sind alle so strunzdumm, dass denen so etwas wie ein fliegender Kopf gar nicht erst auffällt. War es die KI, die die Gegner in Metal Gear Solid 1 so gefährlich machte und das Gameplay so neu, ist davon heute nichts mehr übrig. Einst große Neuerungen wurden einfach nicht integriert und wenn, dann nur schlecht. Konnte man in Teil zwei und drei die Funkgeräte der Wachen kaputt schießen, funken diese im neuesten Teil wohl per Telepathie. Anders kann ich mir zumindest nicht erklären, warum das Hauptquartier sich weiter mit einem Toten unterhält. Früher fragte das HQ nach, wenn ein Funkspruch plötzlich unterbrochen wurde oder wenn sich eine Wache länger nicht mehr gemeldet hat. Wenn jetzt das HQ angefunkt wurde und eine Wache um Hilfe bittet, aber während des Funkspruchs ausgeschaltet wurde, unterhält sich das HQ trotzdem noch mit der Wache weiter. Man hat sogar noch den Untertitel von dem Text, den die Wache eigentlich ablässt. Finde ich persönlich sehr arm…

Hinzu kommt dass man früher getötete oder betäubte Gegner verstecken musste, damit diese nicht von anderen Wachen entdeckt werden. Das ist nun nicht mehr nötig. Erstens kommt man nicht mehr in schon besuchte Abschnitte zurück, weshalb einem egal sein kann, was die Wachen im Abschnitt davor denken wenn einer von ihnen tot ist, wenn die überhaupt was denken. Zweitens kann man ohne Gefahr alle Gegner töten, weil keiner mehr merkt, dass der Partner tot ist und drittens, merken die es nicht einmal, wenn man die Leute direkt neben ihnen tötet.

Situation:
Zwei Wachen stehen nebeneinander an einer Wand. Die linke Wache trifft mit ihrem Kopf auf eine Kugel und entschließt sich zu sterben. Die Wache daneben reagiert in keinster Weise. Also entweder konnten die beiden sich zufällig nicht leiden, oder aber die KI der rechten Wache ist mit der linken Wache gestorben. Sucht es euch aus.
Ach ja, dass sogar die Hauptcharaktere strunzdumm sind, zeige ich euch an folgenden zwei Beispielen:



VORSICHT SPOILER

1:
Liquid erklärt haargenau was er vor hat.
- Rex reaktivieren
- Railgun benutzen, um Atomrakete ab zu schießen
- Patriots vernichten
Nach ca. 15 Minuten Sequenz kommt dann das Genie Otacon doch tatsächlich darauf, dass Liquid VIELLEICHT vorhaben KÖNNTE Rex zu benutzen, um MÖGLICHERWEISE eine Atomrakete abzufeuern und UNTER UMSTÄNDEN die Patriots zu vernichten. Das die Railgun dann auf einmal nicht mehr an Rex dran ist, überrascht die auch noch.

2:
Johnny „Akiba“ ist NIE von den Zusammenbrüchen betroffen, sondern hilft den anderen noch während diesen. Schon nach dem ersten Zwischenfall war eigentlich klar, warum. Ganz am Ende vom Spiel kommt dann Meryl tatsächlich auch noch drauf, dass Johnny keine Nanomaschinen in sich hat, gefolgt von einem langweiligem Gespräch und einer möchtegern-cool Sequenz. Wie realistisch ist das denn bitte?
Übrigens… ich finde es ziemlich lächerlich, wenn man die ganze Zeit mit einem Typen rum rennt, der sich ständig anscheißt.
Das ist auch nicht mehr lustig. Im ersten Teil war es lustig, als Johnny eine Erkältung hatte, weil Meryl ihm die Uniform geklaut hat. Da hatte es sogar spielerischen Sinn (Flucht aus der Zelle nach der Folter) In den anderen Teilen war es eine Art Hommage… aber im vierten Teil ist das nur noch lächerlich.

SPOILER ENDE

Außerdem sind die Verbündeten im Kampf auch nicht grad die hellsten, aber das wäre ja den Gegnern gegenüber unfair, wenn die gegen taktische Genies antreten müssten. So passiert es des Öfteren beim Kampf gegen die Frogs im ersten Akt, dass Freund und Feind sich einfach nur gegenüber stehen und die Mauer hinter dem jeweils anderen durchlöchern.

Hinzu kommt, dass die Gegner nun einen Sichtradius von ca. einen Meter haben. Man wird so gut wie nie gesehen, auch nicht, wenn man fast vor denen steht. Andererseits kommt dann manchmal das Gefühl auf, das die Gegner unter Wahnvorstellungen leiden. So „hören“ sie zwar etwas, gucken aber nicht mal mehr nach… wie faul und dumm ist das denn? In den Vorgängern sind die dann wenigstens noch da hingerannt, wo die was vermutet haben, aber so was haben wir ja nicht mehr nötig. Noch nicht mal wenn man statt dem Octo Anzug die Zivilbekleidung trägt – dass die nix sehen aber das Solid Eye hören, ignorieren wir mal wieder gekonnt. Genau so wie die Tatsache, dass die bei Punkt A etwas hören, aber nicht dahin laufen, sondern zu Punkt B, zu dem ihr gerade unterwegs seid (schleichend)

Zu Akt 3. Eine Beschattung einbauen, ist an sich eigentlich eine prima Idee. Eine schlechte und langweilige Beschattung einzubauen ist eigentlich eine beschissene Idee. Da geht man hinter einem Typen her, der zum Widerstand gehört, aber trotz Ausgangssperre seelenruhig und pfeifend durch die Straßen schlendert. Setzt man selbst dann noch eine andere Gesichtsmaske auf, etwa eine der Beautys kommt man ungehindert an den Wachen vorbei, so lange man keine Waffe ausgerüstet hat – Ausgangssperre, es wird mit Erschießung gedroht und die Wachen kümmern sich nicht um euch? Ja nee, is klar.
Und mal ehrlich, hat einer von euch, der den Akt schon gespielt hat dieses komische Abhörgerät benutzt? Ich nicht. Nachdem man zwei Schritte gegangen ist, trifft man per Sequenz (überraschend) auf dieses Widerstandsmitglied, das man bis zum Versteck des Widerstands verfolgen kann. Man beachte, der Typ dreht sich kein einziges Mal um und man kann theoretisch unmittelbar hinter ihm laufen. Achtet mal drauf, ihr selbst werdet auch beschattet… wenn ihr manchmal die Kamera nach hinten dreht, seht ihr jemanden mit Hut, der euch folgt.
Schießt man dann noch die Patrouillen ab, ist diese Beschattung mal gar kein Problem, sondern beim zweiten Durchspielen sogar eher lästig, da man weiß wo man hin muss, aber nicht hin kann, weil das Tor nicht geöffnet ist.

An diesem komischen Abhörgerät zeigt sich dann auch schon wieder ein weiteres GROßES Problem:
Man findet viel zu viel von viel zu viel Zeug, das man nicht braucht (wow, das ist wirklich viel „viel“) Ich meine, schon in Teil zwei und drei hat kaum einer die Magazine oder Playboys benutzt. Warum sollte sich das in Teil 4 ändern? Realistisch? Nö. Wenn ich im Krieg bin, guck ich mir sicher auf einem Schlachtfeld keinen Playboy an. Vor allem nicht wenn ich Metal Gear gespielt hab. Aber das sind ja eigentlich nur kleine Gimmicks. Nach Abschluss des ersten Aktes hatte ich ca. 20 verschiedene Waffenarten gefunden. Hallo? 20 verschieden Waffen? Geht’s noch? Ich kann die Waffen die ich im Laufe des ganzen Spieles benutzt hab an einer Hand aufzählen:

- Betäubungspistole
- M4 Custom mit Schalldämpfer
- Railgun
- Irgend so ein Gewehr mit Scope
- Einmal kurz den Granatwerfer gegen einen Gekko, um fest zu stellen, dass der beschissen ist

Auf The Boss sieht das dann so aus:
- Betäubungspistole
- Mosin Nagant
- Railgun
- Rauchgranaten
- M4 Custom

Mehr hab ich persönlich nicht benutzt und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand alle Waffen benutzt, vor allem nicht, da im Inventar nur beschränkt Platz ist. Im Rucksack (mit Stealth-Tarnung, denn den sieht man nicht) hingegen ist ein schwarzes Loch, deshalb passt da ja auch alles rein.
Und sollte man doch mal mit den zu verwendenden Waffen durcheinander gekommen sein und steht mit dem Rücken zur Wand… ach nein… das geht ja nicht mehr… Snake steht ja jetzt immer mit dem Gesicht zur Wand… sehr effektiv…

Also, sollte man doch mal mit den zu verwendenden Waffen durcheinander gekommen sein und steht mit dem Gesicht zur Wand und dem Rücken zu einer Horde wild gewordener und muhender Gekkos, dann kann man ja immer noch eine von den neun – das war das Maximum auf „normal“, fünf auf Big Boss und drei auf The Boss – Rationen, Nudeln oder anderen Heilsachen benutzen. Schwierigkeitsgrad? Tss… so was brauchen wir nicht. Wenn jetzt einer schreit „wenn du es schwerer haben willst, dann spiel The Boss“, dann hau ich ihn. Auf The Boss bekommt man auch nur mehr Schaden. Die Gegner sind nicht intelligenter und Munition kann man immer noch überall kaufen, so dass ich jeden Gegner aus sicherer Entfernung ausschalten kann. Ich habe The Boss durchgespielt, deswegen weiß ich wovon ich rede. Dazu folgt unten noch mehr.
Hinzu kommt, die Gegner agieren zwar nicht klüger, sind aber dennoch allwissend…

Beispiel auf „The Boss“:
Ich schleiche an einer Wand einen Schritt, man beachte schleiche und man hört nichts. Ich hatte die Anlage schön aufgedreht, deswegen weiß ich, dass da kein Ton war. Trotzdem hört die Wache etwas und kommt auf mich zu, sieht mich mit meinem Tarnindex von 85% und greift mich an. So weit so gut. Nachdem ich nun alle vier Wachen, die in meiner Nähe waren per Headshot ausgeschaltet habe, was nicht wirklich schwer war, weil sich die Typen immer noch nicht groß bewegen oder ansatzweise wehren, verzieh ich mich ungesehen in eine entfernte Ecke, lasse die OctoCamo sich anpassen und will darauf warten, dass der Alarm runter geht. Was passiert? Die Nachschub-Wachen kommen vom anderen Ende des Abschnitts genau auf mich zu und werfen schon auf dem Weg zu mir Granaten und schießen auf mich. Hatten sie Gelegenheit mich vorher zu sehen? Ganz sicher nicht.
Das soll sich jetzt nicht weinerlich anhören, und ja, es erhöht den Schwierigkeitsgrad, macht es aber nicht realistischer oder spielerisch anspruchsvoller.
Geräusche zu hören, die nicht da sind und zielgenau in eine Ecke zu schießen, obwohl man gar nicht weiß, ob da etwas ist, ist spielerisch nicht gut. Das zeigt einfach nur, dass man es mit einem Computer zu tun hat, der genau weiß, wo sich der Spieler befindet und es kommt nicht das Gefühl auf, als würde man wirklich gegen kluge Gegner antreten.


Cinematics:

Schon mal was von Film gehört? Nicht? Dann rate ich euch, spielt Metal Gear Solid 4. 90 Minuten am Stück nicht spielen, in einem SPIEL… DAS ist Rekord. Das Ende von Akt 3, das Mission Briefing von Akt 4 und das Intro von Akt 4… das alles zusammen ergibt einen Film… und dazu noch einen schlechten. Man kann währenddessen zwei Mal speichern (zählt man das Speichern am Ende vom Intro von Akt 4 mit, kann man sogar drei Mal speichern). Hallo, geht’s noch? Das ist ein Spiel… ich will was zu tun haben, und mir nicht ne Schüssel Popcorn nehmen und mich in Ruhe vor die Glotze setzen (gelangweilt den Mk. 2/3 steuern und ein paar Gegenstände einsammeln zählt NICHT als spielen…).
Das gleiche gilt auch für die Anfangssequenz: Video, drei Schritte laufen, Video, Waffe aufheben, zwei Schritte laufen, Video. Also entweder die machen eine lange Sequenz, oder die integrieren den Inhalt der Sequenzen in den Spielvorgang.

Sequenzen/Cinematics in Spielen sind cool, denn sie sehen meist besser aus, weil sie gerendert sind und haben ein gewisses Flair. Aber Metal Gear Solid 4 übertreibt maßlos. Das ist kein Spiel mehr mit Sequenzen, das ist ein Film mit kurzen Spieleinlagen. Schon fast ein interaktiver Film… so ein Blödsinn… wenn die einen Metal Gear Film machen wollen, dann sollen die das tun, und nicht alles in ein Spiel packen. Hinzu kommt, dass die Sequenzen auch noch viel zu langweilig sind. Es fehlt jegliche Atmosphäre. Als ich den dritten Teil das erste Mal gespielt hab und „the worlds first HALO jump“ sah, lief mir ein Schauer den Rücken runter. Das war cool, das hatte Stil, da hat einfach alles gepasst. Darauf wurde nun aber einfach geschissen. Atmosphäre? Pah… unnötig.. Hauptsache lang. Ein kurzer Vergleich:

Freund von mir beim ersten Durchspielen auf normal, Akt 1, Ansehen aller Videos und Codecgespräche:
Dauer: 3 Stunden 15 Minuten

Ich, beim dritten Durchspielen auf The Boss, Akt 1, Videos und Codecgespräche übersprungen, niemanden getötet und nicht entdeckt:
Dauer: 44 Minuten

Mehr brauch ich glaub ich nicht sagen, oder? Naja, besser doch: Mein Kumpel ist kein Idiot und ist ohne große Probleme durch den ersten Akt gekommen und wir beide haben niemanden getötet.

Allgemein:
Erstes Durchspielen auf normal mit allen Videos: 16:36:48 (Rang: Eagle)
Zweites Durchspielen auf schwer ohne Videos: 6:39:57 (Range: Eagle)
Drittes Durchspielen auf extrem ohne Videos: 04:02:39 (Rang: Big Boss)

Dass ich für die ersten beide Spiele den gleichen „Rang“ bekommen habe, spricht doch eigentlich für mich… und eigentlich müsste man beim zweiten Durchspielen noch ca. eine Stunde abziehen, weil ein Freund von mir sich einige Sequenzen angeguckt hat, mit denen man auf ca. eine Stunde kam. Aber das hab ich mal nicht gemacht.
Worauf ich hinaus will: Mindestens die Hälfte des Spiels sind Videos, das kann doch nicht sein, das ist doch nicht der Sinn eines Spiels. Ansonsten hätte ich mir auch einen Film angucken können, und der hätte auch noch besser ausgesehen. Bei anderen Spielen spielt man doch auch über 15 Stunden am Stück… warum nicht hier?
Und was sollen eigentlich die TV Sender am Anfang? Dass es sich dabei im Werbespots zu den PMC´s und die allgemeine Situation der Gesellschaft im Spiel handelt, ist mir klar, warum man die aber nicht überspringen kann ist mir ein Rätsel.
Offiziell heißt es, dass 1/3 des Spiels Sequenzen sind. Das kann ich, wie zu sehen ist nicht wirklich bestätigen. Wenn man mir jetzt sagt „aber ohne tödliche Waffen sieht das ganz anders aus“ möchte ich noch auf folgenden Abschnitt hinweisen:

Kleine Anekdote zu The Boss Extrem:
Das Spielen auf The Boss – mit der Absicht das Big Boss Ranking zu erhalten – besteht aus folgenden sechs Schritten:
- Video überspringen
- Speichern
- Schleichen
- Entdeckt werden
- Zurück zum Startbildschirm
- Laden
Ab da wiederholen sich die grad genannten Schritte, nur mit der Änderung, dass man ein wenig anders schleicht. So richtiger Spielspaß will bei dem ständigen Laden jedoch nicht aufkommen. „Fortsetzen“ kommt auch nicht in Frage, denn wenn man schon auf The Boss spielt, dann will man auch mit dem besten Rang abschließen und für diesen darf man keine Continues benutzen. Kurz gesagt: Der höchste Schwierigkeitsgrad besteht aus Trial and Error Abläufen. Wobei man beim normalen Spiel nicht besonders oft laden muss, da es viel zu einfach ist. Erst bei der Motorradverfolgung häuft sich das Laden extrem.

Außerdem sei gesagt: Metal Gear Solid 4 ist das einfachste Metal Gear Solid, das ich je erlebt hab. In keinem anderen Teil war es so einfach den Big Boss Rang zu bekommen. Vor allem zeigt sich beim Spielen mit dem Ziel Big Boss zu werden die eigentliche Spiellänge. 4 Stunden. Das ist viel zu wenig für ein gutes Spiel. Selbst Heavenly Sword war länger… und schwerer. Manche Leute haben es sogar schon unter 2½ Stunden geschafft.

Besonders lustig (haha, Ironie) ist die Motorradverfolgung auf The Boss. Da man sich nicht heilen darf, muss man hoffen die ersten zwei Abschnitte zu überstehen, während man von allen Seiten beschossen wird. Zwar hat man unendlich Munition für alle Waffen, die man benutzen kann, ob man aber getroffen wird, ist jedoch reine Willkür. Man kann zwar versuchen durch Rauch- und Blendgranaten die Gegner zu betäuben, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich selbst blendet weit aus höher. So passiert es dann, dass man bei einem Versuch ohne Schaden durch die Straßen kommt, bei einem anderen Versuch aber schon nach wenigen Sekunden tot ist und wieder laden darf. Spielerisch total langweilig, nervend und frustrierend, vor allem wenn man an der letzten Kreuzung stirbt. Der dritte Abschnitt toppt dann alles. Ewig viele Versuche nur um am Ende dann total gelangweilt ohne Probleme da durch zu rushen, weil die Rauchgranaten eine nahezu magische Wirkung auf die Frogs auswirken.

Endgegner:
Ich sag nur: The End… der geilste Bosskampf in der Geschichte der Videospiele. Herausfordernd, spannend und atmosphärisch sind die Worte die mir dazu auf die Schnelle einfallen. Was ist in Teil vier? Nix… Hatten die Bosse in Teil eins bis drei alle noch Persönlichkeiten, an die man noch heute denkt, hatten teilweise eigene Motivationen, waren Bestandteil der Story und haben diese im Spiel auch mitgestaltet, so sind die Bosse im vierten Teil nur noch da, um Bosskämpfe im Spiel zu haben. Und dann sind es auch noch wenige, schlechte und langweilige – wow, gleich drei Dinge auf einmal. Fünf Akte mit sechs Endgegnern. Sollte ja eigentlich reichen.
Ganz ehrlich: Wären die Kämpfe gut gewesen, abwechslungsreich, und auf Taktik angewiesen, dann wären die vielleicht auch ganz cool gewesen. Aber meine Bosskämpfe bestanden größtenteils aus ganz stupidem Draufballern. Mehr nicht. M4 Custom raus, und drauf. Ok, bei Crying Wolf war es ein Sniper – nein, wer hätte denn damit gerechnet… einfach draufballern war aber trotzdem die Devise. So was macht doch keinen Spaß. In einem Forum hab ich mal gelesen: „the boss battles are so intense“… tss… is klar… da fragt man sich, was der sonst so spielt…

Auf The Boss sieht das auch nicht anders aus, da man aus dem ersten Spieldurchlauf noch die Railgun hat, kann man die ersten drei Beasts extrem schnell töten, ohne eine Kill angerechnet zu bekommen, da man ihnen quasi nur die Rüstung wegschießt. Kämpft man gegen die Beautys schießt man mit dem Mosin ein paar Mal drauf und fertig ist der Bosskampf. Ich will nicht wieder zu viel verraten, aber das sei gesagt: intensiv ist kein einziger Bosskampf.

SPOILER: wirklich nur lesen wenn, ihr das Spiel entweder durch habt oder nie spielen wollt:

Dass man Rex dann noch benutzt, den man ja eigentlich im ersten Teil vollkommen zerstört hat, ist übrigens nur lächerlich. Otacon kann per Fernbedienung das Ding neu starten? Warum hat das denn dann die Armee bitte nicht getan??? Was soll dieser Mist. Es ist zwar cool, Rex zu steuern und gegen Ray zu kämpfen -auch wenn der Kampf nicht soo prall ist – passt aber vorne und hinten nicht in die Story rein. Ist nicht am Ende von Teil eins alles explodiert, weil Liquid eine Bombe auf Rex platziert hat? Die Insel wurde zwar nicht durch einen Nuklearschlag vernichtet, wie Anfangs geplant, aber die Bombe müsste doch eigentlich hoch gegangen sein, oder warum lief ein Timer am Ende von Teil eins ab? Wie kann Rex noch funktionieren? Außerdem: Wie kann ein langsamer, halb zerstörter und „unterentwickelter“ Rex gegen einen viel besseren und völlig intakten Ray gewinnen?

SPOILER ENDE

Suizid Gekkos? Reicht es denn dann nicht, wenn die reinstürmen und sich muhend in die Luft sprengen? Müssen die versuchen normal zu kämpfen??? Hallo!? Suizid… da gibt’s nur eine Taktik…. Bumm! Nicht ein Mal kam während des Gekko Selbstmorkommandos bei mir das Gefühl auf: „Oh mein Gott… gleich bin ich im Arsch… die machen mich fertig… die sprengen sich ohne Rücksicht auf Verluste in die Luft…“ Nein… bei mir wars eher „ah, da ist noch einer -Railgun- weg isser, der nächste bitte“. Statt Spannung war einfach nur Langeweile angesagt. Selbst auf The Boss. Da man sich die ganze Zeit regeneriert, wenn man hockt ist es sogar egal wenn man vom MG der Gekkos getroffen wird. Man sitzt in einer Ecke und veranstaltet ein Tontaubenschießen.

Und zum letzten Endkampf. Die Idee an sich ist ja eigentlich ziemlich cool, aber viel Geschick oder Können braucht man dafür auch nicht… ich mein, man könnte den Controller einem blutigen Anfänger geben und sagen, beweg dich und drück ab und zu mal R1… dann schafft der den auch ohne Probleme. Auch auf The Boss. Also für ein Finale hätte ich mir schon was richtiges gewünscht… etwas großes, spannendes… nen KNALL.



Beauty and Beast Einheit:

Hier war ich mir nicht sicher, ob ich die B&B bei den Bosskämpfen oder bei der Story unterbringen soll, deswegen hab ich mich für einen eigenen Punkt entschieden. Doch was ist das Schlechte an den B&B? Also die Einheit an sich ist ziemlich cool und auch das Gegnerdesign ist auf jeden Fall ausgezeichnet (das Design, nicht die Optik, also Grafik) – auch wenn es eigentlich wieder nur eine Kopie ist, also nicht das Design, sondern die Gegnertypen. Die Integration der B&B in die Story ist jedoch kaum vorhanden. Was war denn in Teil eins mit Foxhound? Die haben richtig zur Geschichte gehört. In Teil zwei und drei? Ja, auch da wurden die Bosse perfekt integriert – ok, in drei schon weniger. Im vierten Teil sind B&B aber nur noch für die Bosskämpfe da, mehr nicht. Eigentlich hätte man die auch weglassen können, dann hätte man allerdings keine „intensiven“ Bosskämpfe mehr gehabt. Wie sind die Vier denn integriert? Die Einzige, die ein wenig was mit der Story zu tun hat ist Screaming Mantis. Spieler wissen was ich meine, anderen will ich es nicht verraten – auch wenn es etwas an den Haaren herbeigezogen ist.

Vor allem wird die Begründung mit Screaming Mantis am Ende vom Spiel noch widerlegt. Die anderen drei kommen unmotiviert und plötzlich daher, bekämpfen einen, verlieren und dann werden dem Spieler die einzelnen Schicksale durch ein Codec-Gespräch mit Drebin näher gebracht. Das wars. Ganz toll. Eine unglaublich intensive Geschichtserzählung. Nur in einem Nebensatz wird erwähnt, warum die B&B Snake überhaupt angreifen. Warum? Nun ja, ihnen wurde eingetrichtert, dass sie ihre Vergangenheit vergessen könnten, wenn sie Snake töten würden. Also kämpfen sie und das auch noch schlecht.

Story:
HA… Story… AAAAAAAAAAHAHAHAHAHAHAH… Zitat aus Metal Gear Awesome:
“…maybe this will come in handy for a stupid plot devised in the sequel…”
www.newgrounds.com/…/297383
www.newgrounds.com/…/426712

Ich wurde gefragt: Cooles Ende? Kann man es erahnen? Darauf sag ich nur: Nein, und nein. Erstens das Ende ist kitschig wie Hölle und man hat immer noch Fragen. Zweitens: Das eigentliche Ende, das während der End-Credits kommt ist so abgedreht und konfus, da kann man einfach nicht drauf kommen. Es geht nicht. Aber macht euch selbst ein Bild davon, ich verrate hier nix. Aber ich sage euch: So ein Ende geht gar nicht… in der Schule mal was von „Deus Ex Machina“ gehört? Ja… wenn das auf etwas zutrifft, dann auf das Ende von Metal Gear Solid 4.

Aber das ist ja nicht alles. „Alle offenen Fragen werden geklärt“ Als ob… stattdessen werden völlig neue und konfuse Storywendungen und Verknüpfungen eingeführt, Dinge, die in keinster Weise von Interesse sind… nur um am Ende vom Gott aus der Maschine aufgeklärt zu werden… weia… Leute die das Spiel durch haben, wissen wie gut DIESE Aussage zutrifft (wenn sie es sich eingestehen).
Und warum ist das Spiel in Akte unterteilt? Das durchbricht vollkommen das Metal Gear Schema. In keinem Metal Gear springt man so sehr durch die Weltgeschichte. Man hat ein Gebiet, maximal zwei in denen man agiert. Diese abgehackten Akte unterbrechen extrem den Spielfluss und die Geschichte, finde ich.

Bei Metal Gear Solid 4 hat man das Gefühl, nur von Punkt A nach Punkt B zu laufen, um dort eine Sequenz zu triggern, bloß um weiter zu C zu laufen und die nächste Sequenz zu triggern. Das ist langweilig, macht keinen Spaß und ist erzähltechnisch in keinster Weise sinnvoll

Des Weiteren ist Metal Gear Solid 4 so linear wie noch nie. Eure einzige Wahl besteht darin, ob ihr Gegner tötet oder nicht. In den meisten Abschnitten gibt es genau einen Weg den ihr gehen könnt. So kommt kaum Abwechslung in das Spiel, da es immer heißt vorwärts, gerade aus und fertig.
Ach ja… ein richtiges Ende hat es immer noch nicht. Also wer schreibt: „Anders als bei Halo 3 hat man den Fight gefinished…“, der lügt.
Die Story ist ok, aber mehr auch nicht… und auf keinen Fall ist sie diese hoch gepriesene, oscarreife und einmalige Killerstory.


Fazit:

Also, wie hat Metal Gear Solid 4 solche Traumwertungen bekommen? Ich weiß es wirklich nicht… nichts macht dieses Spiel zu etwas besonderem (außer den überladenen und langweiligen Cinematics) und es hat meiner Meinung nach mehr Mängel als Gutes. Was ist Metal Gear Solid 4? Für mich ist es eine Aneinanderreihung von langweiligen Cinematics, die von kurzen Spieleinlagen unterbrochen werden. Die einzig coole Sequenz war die, in der Raiden gegen Vamp kämpft und die kannte man schon aus dem Trailer. Gaaaaanz toll…
Müsste ich eine Wertung geben, wäre es maximal eine 7/10 mehr nicht. Der Multiplayer hingegen würde eine erheblich bessere Wertung bekommen, denn der macht wirklich Spaß und eigentlich bin ich nicht soo der Multiplayer Typ.

Natürlich ist dieses Review für viele Fans nicht mal ansatzweise berechtigt, denn für viele ist es wirklich der ultimative Abschluss einer großartigen Serie. Die Serie war auch wirklich großartig, aber das Ende geht für mich gar nicht… vor allem da es kein wirkliches Ende ist. Vom Spiel an sich bin ich sehr enttäuscht und hab mir viel mehr erhofft. Ich finde, es hat nichts mehr vom alten Metal Gear Flair, und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da, auch wenn die Fachpresse das wohl anders sieht.
Was mich gefreut hat ist, dass Yahtzee von Zero Punctuation dem Spiel ähnlich gegenübersteht wie ich, vielleicht nicht ganz so extrem, aber immerhin ein bisschen:
www.escapistmagazine.com/…Metal-Gear-Solid-4

Ach ja, und wenn ich hier wirklich alles aufgezählt hätte, was mich an Metal Gear Solid 4 gestört hat, dann wäre das noch etwas länger geworden und vor allem ziemlich jugendgefährdend, deswegen hab ich das lieber mal gelassen.

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