Eines vorneweg, dieser Artikel ist eine Lobeshymne auf die Ninja Gaiden Reihe, von der ich ein sehr großer Fan bin, und mein vorerst letzter eLhabib Artikel. Natürlich werde ich auch Kritikpunkte aufführen, die in der Vergangenheit oftmals genannt wurden, um zu begründen, dass Ninja Gaiden zu schwer oder unfair sei. Ich werde versuchen, die Behauptung zu entkräften, dass das Game viel zu schwer ist. Seit Jahren höre ich diesen Mist und ich denke, dass es an der Zeit ist, damit aufzuräumen (deswegen ist mein Schreibstil heute auch etwas lockerer). Doch keine Sorge, ich werde auch auf den Inhalt, die Technik und das Design von Ninja Gaiden 1 auf der XBox und auf der PS3, die DS Variante Dragon Sword und auf den kürzlich erschienenen zweiten und wahrscheinlich letzten Teil der Serie eingehen. Jedes Spiel war für mich ein Highlight und so werde ich diese auch behandeln. Nun seid ihr herzlich dazu eingeladen, mir in die Welt von Ryu Hayabusa zu folgen.
Seinen Anfang machte Ninja Gaiden zwar als „Ninja Ryūkenden“ bzw. in Europa und Australien als „Shadow Warriors“ auf dem NES und SNES, auf diese Teile werde ich jedoch nicht eingehen (auch die Teile, die für Sega Konsolen, Gameboy oder steinzeitähnliche Heimcomputer zu haben sind, werde ich außer Acht lassen). Ich habe sie zwar gespielt, aber da diese schon zu alt sind (1988), sind sie nicht mehr wirklich von Interesse. Außerdem hatte bei den alten Teilen Team Ninja nicht wirklich seine Finger im Spiel. Es lohnt sich aber, die Teile, die für den Wii auf der Virtual Console erschienen sind, zu kaufen, wenn man Fan von fordernden Action/Adventures ist.
Den Anfang mache ich also mit Ninja Gaiden/Black/Sigma. Sigma werde ich etwas separat behandeln, da es sich leicht von Teil 1 und Black unterscheidet.
Ninja Gaiden (Ninja Gaiden Black/ Ninja Gaiden Sigma)
Plattform: X-Box/X-Box 360 (Xbox Live)/PS3
Add-On:
- Hurricane Packs; Ninja Gaiden/ Ninja Gaiden Black
- Missions,Survival Mode (Weapon Master, Speed Master, Rachel Master); NG Sigma
Schon lange vor dem Release auf der XBox wurde Ninja Gaiden 1 entwickelt. Ursprünglich für das SEGA Naomi System, dann für die PS2 und schließlich für Microsofts erste Spielekonsole.
Wie in allen Ninja Gaiden Teilen spielt ihr Ryu Hayabusa, den die Meisten wohl auch aus der Dead or Alive Reihe kennen dürften. In Ninja Gaiden geht es darum, dass aus Ryu´s Dorf entwendete Dark Dragon Blade wieder zu beschaffen, für dessen Schutz ihr eigentlich verantwortlich wart. Dies geschieht mit der Hilfe von… nee, eigentlich eher: Dies geschieht, obwohl ihr Rachel, eine Dämonenjägerin, ständig aus der Patsche helfen müsst. Natürlich hat das Dark Dragon Blade unglaubliche Kräfte und die will sich jemand zu eigen machen. Nach diversen Kämpfen gegen Dämonen trifft man dann auf diesen Jemand und wird überrascht. Leuten, die Teil 1 nicht gespielt haben, das aber noch vor haben, werde ich hier natürlich nichts vorwegnehmen. Doch es ist ein verdammt cooles Ende.
Kampfsystem/Steuerung:
Die Steuerung von Ninja Gaiden gehört zu den Besten, die ich jemals genutzt habe. Alle wichtigen Aktionen sind vorhanden – gerade das in Devil May Cry fehlende Blocken (ok, mit Dante kann man in nem extra Style blocken, aber ich finde das ziemlich Kacke und reg mich jedes mal drüber auf, dass ich nicht normal blocken kann). Auch Kontern funktioniert in Ninja Gaiden prima und erhöht die Spielgeschwindigkeit und Dynamik wesentlich. Atemberaubende Specials, die durch gedrückt halten der Y bei der XBox bzw. Dreieck Taste, bei der PlayStation 3 ausgeführt werden, verleihen dem Spielfluss eine gewisse Ästhetik und Geschwindigkeit.
Optik:
Grafisch gehörte Ninja Gaiden auf der XBox zu den anspruchvollsten Titeln. Butterweiche Animationen, keine Slowdowns und Texturen die einem den Atem nahmen und immer noch nehmen – so musste 2004 ein Ninja Spiel aussehen. Die Konkurrenz, bekannt unter dem Namen „Tenchu“ kann da noch immer nicht mithalten. Doch stößt es einigen Spielern unangenehm auf, wenn sie Ninja Gaiden sehen. Warum? Die Antwort ist simpel. Die Texturen sind zu sauber, zu glatt und haben kaum Tiefe. Das ist allerdings der Stil von Team Ninja. Auch Dead or Alive hat diesen Stil und ich muss sagen, der gefällt mir um einiges besser als zum Beispiel der Stil von Battlefield: Bad Company. Zum Glück stehe ich mit dieser Meinung nicht alleine da – zumindest was Battlefield: Bad Company betrifft. Die Cinematics von Ninja Gaiden gehörten zu den Besten, die die alte XBox zu bieten hatte.
Sound:
Zu einer spitzen Optik gehört natürlich auch eine ausgezeichnete akustische Untermalung. Sowohl der Soundtrack, also die einzelnen Songs, als auch die Soundeffekte sind stimmig und verleihen dem Spiel die richtige Atmosphäre. Auch wenn der Schrei von Ryu, den er beim Flying Swallow ablässt, manche Leute stört, besonders wenn man diesen Angriff zu oft hintereinander ausführt. So muss Sound in einem Ninja Spiel sein.
KI:
Die KI werde ich hier für jedes Ninja Gaiden zusammenfassen, denn diese ist ausgezeichnet. Man hat kein einziges Mal das Gefühl, dass man gegen dumme Computer spielt. Die Gegner reagieren und agieren äußerst taktisch und passen sich an die jeweilige Situation an. So hat man dann ständig das Gefühl, dass die Gegner auch was drauf haben. Anders als bei Devil May Cry, denn da wirkt es immer so, dass nur wenige Gegner wirklich was können, der Rest ist einfach nur Kanonenfutter.
Hurricane Packs:
Die Hurricane Packs eins und zwei gibt es exklusiv für die XBox. Entweder als kostenlosen Download oder bei Ninja Gaiden Black als Bonus Inhalt. Beim Ninja Master Tournament (NMT) trat man in den Hurricane Packs gegen Spieler der ganzen Welt an. War das erste NMT noch das normale Hauptspiel, kamen schon beim ersten Hurricane Pack, also dem zweiten NMT neue und stärkere Gegner dazu um das Spiel noch schwerer zu machen – noch fordernder als der Schwierigkeitsgrad „schwer“. Um zu Beweisen, dass es noch schwerer geht, kam dann einige Zeit später das zweite Hurricane Pack heraus – dieses hatte sogar fast eine eigene Story. Es ging darum, Rachel zu befreien, die von Ishtaros und Nicchae gefangen wurde. Dies spielt nur im Turm, den man aus dem Schluss vom Hauptspiel kannte. Zuerst musste man sich seinen Weg hoch kämpfen, um dann quasi in einer parallel Welt gegen fast alle Gegner zu kämpfen, die das Spiel zu bieten hatte, lediglich ein paar Bosse glänzten durch Abwesenheit. Dies machten aber Nicchae und Ishtaros wieder wett. Zusammen waren sie der schwierigste Endgegner, bis zu diesem Zeitpunkt, die Team Ninja in Ninja Gaiden einem entgegen geworfen haben. Hat man es dann geschafft, dann wurde man automatisch in der Rangliste verewigt. War man dann zufällig noch Erster, dann durfte man bei dem von Team Ninja ausgetragenen Finale teilnehmen und ein wenig Geld gewinnen.
Ninja Gaiden Sigma:
Am 30 Juni 2007 erschien endlich das erste HD Ninja Gaiden für die PlayStation 3. Quasi als das zweite Remake von Ninja Gaiden bot es die gleiche Story, aber auch einige Neuerungen. So konnte man das erste Mal Hand an Rachel legen – NEIN, nicht das was jetzt kleine pubertierende Kinder denken. Fast ein Viertel des Spieles verbrachte man nun in Missionen der Dämonenjägerin. In diesen wurde gezeigt, wie sie selbst sich schlug und wie sie von Nicchae und Ishtaros gefangen genommen wurde – besonders cool fand ich, dass Rachel mir ihrem Warhammer weitaus geschickter war als Ryu und viel coolere Moves ausführen konnte. Des Weiteren gab es neue Spielmodi. Da es nämlich zu einfach gewesen wäre, einfach die Hurricane Packs noch einmal zu veröffentlichen, waren direkt verschiedene Missionen in Sigma als Bonus integriert. 50 Stück schafften es noch einmal, den Schwierigkeitsgrad zu steigern, doch unfair waren diese aber auch nicht. Sollten einem diese Missionen nicht ausgereicht haben, kam zum Glück schnell Nachschub. In kurzen Zeitabständen wurden die sogenannten Survival Modi veröffentlicht. Im Weapon Master, Speed Master und Rachel Master konnte man sich wieder mit der ganzen Welt messen.
So, nun aber zu den beiden Kritikpunkten (für jeden Teil der NG Reihe, also auch Teil 2)
Kritikpunkte:
„Die Kamera ist miserabel, und der Schwierigkeitsgrad ist viel zu hoch.“
Zu der Kamera lässt sich sagen, dass man diese ständig nachjustieren kann. Entweder durch den rechten Trigger oder den rechten Stick, kann man sie entweder automatisch hinter Ryu zentrieren oder manuell steuern. Nach einiger Zeit hat man sich dran gewöhnt und es fällt nicht weiter störend auf. Ich persönlich spiele Ninja Gaiden jetzt schon so lange, dass ich gar nicht mehr merke, wie ich mir die Kamera zurechtstelle – wenn man natürlich lieber rumweint, dass das umständlich ist und alles voll scheiße, dann kann man auch nix machen – dann sollte man Ninja Gaiden lieber wirklich nicht spielen. Diese Leute gehören dann aber auch zu denen, die nicht Blinken. Da es ja viel zu anstrengend ist, die ganze Hand zu bewegen. Wenn jetzt einer meint behaupten zu müssen, dass die Kamera in Devil May Cry funktioniert… naja… dazu lässt sich nur sagen, das DMC doch langsamer und undynamischer ist (ist es!). Das soll jetzt kein Fanboy Geplärre sein. Ich bin Fan beider Serien und beide haben ihre Stärke, aber DMC ist einfach langsamer und das macht es einfach die Kamera richtig ein zu stellen (außerdem finde ich die Kamera in DMC auch nich grad soo prall… aber auch hier kann man ja manuelle Veränderungen vornehmen, vor allem hat man bei DMC immer so ne Art Bereichskamera… also eine Kamera, die genau den Abschnitt zeigt, durch den man grad durchläuft). Bei NG ist man ständig und automatisch so sehr in Bewegung, das es unmöglich ist, die richtige Kameraeinstellung festzulegen. Außerdem habe ich persönlich es immer lieber, wenn ich mir die Kamera selbst einstellen kann.
Zum Schwierigkeitsgrad. „Der Schwierigkeitsgrad ist viel zu hoch/unfair.“ – lächerlich. Diese Aussage fiel immer im Zusammenhang zum Hauptspiel. Das man das Spiel noch viel schwerer und trotzdem besser machen konnte, haben die Hurricane Packs bewiesen (in Ninja Gaiden 2 die Mutproben). Das erste Pack mit dem Einsetzen von völlig neuen bzw. stärkeren Versionen der normalen Gegner, das Zweite mit einem Survival ähnlichem Aspekt, bei dem man gegen alle Gegner bis auf eine paar Bosse antrat. Außerdem kamen noch Nicchae und Ishtaros dazu, beide zusammen waren die ultimative Herausforderung für Spieler des ersten Ninja Gaidens. Diese beiden Hurricane Packs waren der Beweis dafür, dass es immer schwerer geht. Ganz passend finde ich auch ein Zitat von Tomonobu Itagaki, in dem er sagt, dass niemand gezwungen wird, Ninja Gaiden zu spielen. Das Spiel ist für Leute gemacht, die gefordert werden möchten und diese beschweren sich auch nicht. Dem kann ich nur zustimmen. Ninja Gaiden ist fordernd, aber nie unfair. Wenn man hartnäckig genug war, dann hat man es auch irgendwann geschafft. Wenn man allerdings nach den ersten zwei Versuchen verzweifelt und weinend aufgegeben hat, dann soll man sich nicht beschweren.
Mhm… das sollten die Kritikpunkte gewesen sein. Mehr fällt mir nicht ein. Bei Ninja Gaiden 2 werde ich noch einen aufführen, der wirklich ein Kritikpunkt ist und der nicht zu entschuldigen ist – und der selbst mich tierisch stört.

Ninja Gaiden: Dragon Sword
Plattform: Nintendo DS
Am Anfang des Jahres erschien Ninja Gaiden: Dragon Sword für den Nintendo DS, ein Ninja Gaiden für Unterwegs (Juhu). Wie gut, dass ich einen DS hatte, wenn nicht, hätte ich mir einen zum US Release von Ninja Gaiden:DS gekauft.
Die Story findet sechs Monate nach dem ersten Ninja Gaiden statt. Anfangs spielt man die Kunoichi Momiji, eine Freundin und Schülerin von Ryu und Schwester der im ersten Teil getöteten Kureha, einer Miko der Drachblutlinie. So kommt es, dass man am Anfang gegen Ryu selbst antritt. Im Normalfall verliert man diese Auseinandersetzung. Sollte man jedoch gewinnen, was durchaus möglich ist, kann man das gesamt Spiel als Momiji spielen. Ob sich dadurch etwas an der Story ändert weiß ich nicht, ich habe bisher noch nicht versucht Ryu zu besiegen. Es wäre auf jeden Fall gut möglich, denn normalerweise wird Momiji entführt und es geht darum sie zu retten und den Black Spider Clan, unter der Führung von Obaba, daran zu hindern, die acht Dragonstones zu sammeln und somit eine Kraft frei zusetzen, die weit aus mächtiger ist als die der Dark Dragon Blades. So macht man sich nun erneut auf die Welt zu retten – ich will nicht zu viel verraten, aber die Story ist in diesem Teil auch ziemlich cool.
Technisch ist Ninja Gaiden:DS ausgesprochen hochwertig. Die Steuerung wurde perfekt an das Gerät angepasst und man bekommt sehr schnell die gewohnten Kombos hin. Auch optisch weiß Dragon Sword zu überzeugen. Die Grafik und die Animationen sind flüssig und Slowdowns sucht man vergebens. Lustig finde ich, dass, wenn man Ninja Gaiden 1/Black oder Sigma gespielt hat, sich sofort wieder wie zu Hause fühlt. Man kommt in fast allen Bereichen an dem großen Bruder vorbei. Mal wurden diese genau übernommen, mal wurden sie komplett neu modelliert oder man spielt in anderen Bereichen. Langeweile wurde allerdings nicht integriert. Ich hatte kein Mal das Gefühl „och scheiße… hier war ich ja schon in Ninja Gaiden 1…“ es war mehr so was wie „hey, cool, das kenn ich ja noch^^“ (willkommene Nostalgie)
Als Bonus kann man sich auch beim DS (w-lan vorausgesetzt) in einer Rangliste messen. Leider gibt es noch keinen Bonus Content, ob überhaupt welcher kommt ist fraglich.
Kritik gibt es allerdings auch hier und zwar von mir. Das Spiel ist beim ersten Spielen viel zu einfach. Erst mit dem zweiten Schwierigkeitsgrad, also eigentlich „schwer“, kommt der DS dem großen Bruder näher. Spieler die noch nie ein Ninja Gaiden gespielt haben, werden sich aber freuen, denn diese werden mal nicht überfordert und es gibt keinen Grund mehr zu weinen.
Ninja Gaiden 2
Plattform: X-Box 360
So, nun zu meinem Spiel des Jahres. Auf kaum ein anderes Spiel hab ich mich so gefreut wie auf Ninja Gaiden 2. Nur Soul Calibur 4 und Tekken 6 kommen dem nahe. Selbst Metal Gear 4 und Gears of War 2 waren auf meiner Wishlist hinter Ninja Gaiden 2. Seit dem 6 Juni 2008 ist Ninja Gaiden 2 offiziell zu haben. In Deutschland aber natürlich nicht, warum auch? Nur weil es etwas blutiger ist? Natürlich, dazu aber gleich mehr.
Ninja Gaiden 2 spielt, wie sollte es anders sein, nach Ninja Gaiden 1 und Dragon Sword. Direkt vorweg: Für die Weinerlichen wurde ein einfacherer Schwierigkeitsgrad eingeführt, von dem Kenner aber die Finger lassen sollten. Ich habe den zwar selber noch nicht ausprobiert, aber da ich auf „Krieger“, also normal, kaum Probleme hatte, sollte der Einfache (Akolyt) wirklich schon lächerlich einfach sein.
Wieder einmal schlüpft man in die Rolle von Ryu Hayabusa, der sich aufmacht, das Böse zu bekämpfen. Diesmal trifft er dabei auf Sonia von der CIA (?), die ihm davon berichten will, dass die Dämonen planen den Erzdämon wieder zu erwecken (???)
Die (?/??? bedeuten nur, dass sich das komisch anhört, ergibt aber später noch alles Sinn, als keine Sorge…^^
Natürlich wird Sonia direkt am Anfang, noch bevor man irgendwas machen kann, von Angehörigen des bereits aus Dragon Sword bekannten Black Spider Clan entführt. Dieser befindet sich nun unter der Führung von Genshin, der einen Pakt mit Elizébet eingegangen ist.
Nachdem man dann Sonia gerettet hat, verfolgt man also nun Genshin und Elizébet über die ganze Welt und kommt dabei unter anderem in Tôkyô (wie sollte es anders sein), New York und Venedig vorbei. Auch einem „einst mächtigen Militärstaat“ im Norden stattet man einen Besuch ab. Für Abwechslung, was die Umgebung betrifft, ist also wirklich mehr als gesorgt (keine Sorge, es gibt noch mehr Orte, das waren nur Beispiele). Leider ist die Story von Teil 2 nicht wirklich der Burner, aber es gibt auch schlimmere.
Kampfsystem/Steuerung:
Hier ist alles beim Alten geblieben. Die Steuerung geht leicht von der Hand und Kenner der Serie sind sofort wieder voll drin. Anfängern wird jeder einzelne Move erklärt, was Fortgeschrittene leicht stören wird, da die einfachsten Techniken sich in Kisten finden lassen, in denen normalerweise wichtige Gegenstände sind. Was die Kamera betrifft, da kann man getrost den Part aus Ninja Gaiden 1 noch einmal lesen. Ich hab keine Probleme, aber ein Freund von mir, der noch nie richtig Ninja Gaiden gespielt hat, war leicht angepisst bzw. musste sich dran gewöhnen. Allerdings gilt auch hier: Ninja Gaiden 2 ist wieder so schnell, dass ich froh bin, die Kamera selbst einstellen zu können. Eine kleine Neuerung ist die Tatsache, dass man bei Bosskämpfen die Kamera nun auf den Boss justieren kann, was die Kämpfe wesentlich übersichtlicher macht.
Optik:
„Geil“, war das Erste das mit durch den Kopf schoss. Schöne saubere Texturen und kein komischer Filter. Eine klassische Team Ninja Optik. Mir gefällts, anderen nicht, jedem das seine. Allerdings kommen wir hier auch zu dem einzigen Kritikpunkt, der mir wirklich aufgefallen ist und zwar richtig. Ninja Gaiden 2 ist schnell und dynamisch. Ständig sind Gegnermassen auf dem Bildschirm viel krasser als in Teil eins oder Dragon Sword. Man ist immer beschäftigt – und das ist geil. Das Problem ist dabei aber, dass die 360 dadurch manchmal an ihre Grenzen getrieben wird. Deshalb gibt es manchmal Slowdowns, was sich besonders kurz vor Ende auf einer ewig langen Treppe zeigt – Leute die schon durch sind, die wissen welche Stelle ich meine. Diesen ganzen Abschnitt habe ich komplett in Slowmo verbracht. Es waren einfach zu viele Gegner, zu viele abgetrennte Gliedmaßen, zu viel gelbe, blaue und rote Essenz und vielleicht ein wenig zu viel Blut. Die 360 war einfach überfordert. Ich hoffe, die bringen das noch auf die PS3, da dürfte das dann nicht mehr passieren…. Wehe hier schreit unten gleich einer: „Wohl, die PS3 is scheiße und kann nix“. Das war aber nicht das Schlimmste, denn der wirkliche Kritikpunkt betrifft den Wechsel zwischen zwei Gebieten. So ist es mir im Hayabusa Village passiert – auf „Mentor“, also beim zweiten Durchspielen – dass ich während eines Kampfes immer zwischen einem Hof und einem Weg hin und her gewechselt bin. Jedes mal wenn ich die Gebiete gewechselt habe, musste das Spiel laden. Dadurch gab es immer rund ein bis zwei Sekunden einen kompletten Stillstand (Standbild). Das hat meinen… naja… „Flow“… so durcheinander gebracht/unterbrochen, dass ich dort des Öfteren gestorben bin. Zum Glück kam das bis jetzt nicht noch einmal vor, aber da habe ich mich wirklich geärgert.
Sound:
Was den Sound betrifft hat sich nicht viel verändert. Immer noch gute, stimmige Musik und spitzen Soundeffekte. Die Schreie der Gegner, wenn ihnen auf einmal ein Bein fehlt, sind super und machen Lust auf mehr.
Gewalt:
Ja, die Gewalt wollte ich hier einzeln ansprechen. Natürlich heißt es bei uns in Deutschland „uhhh, das ist viel zu brutal, das schadet unseren Kindern“ – die das ja eigentlich eh nicht spielen dürfen. Dazu muss ich dann aber sagen: Was die Gewalt betrifft, ist Ninja Gaiden 2 sogar ziemlich realistisch – die Blutmengen vielleicht nicht. Außerdem ist sie nicht wegen der Erheiterung oder Verherrlichung vorhanden, sondern sie wirkt sich auf das Spiel und die Kämpfe aus. Es hat einen äußerst strategischen Vorteil, wenn man einem Gegner ein Bein, einen Arm oder einen Kopf abschlägt. Ok… Kopf ist wohl ziemlich eindeutig – das muss ich nicht weiter erklären – das ging ja auch schon in den Vorgängern. Beine und Arme abschlagen ist aber neu. Schlägt man einem Gegner ein Bein ab, so kann dieser in den seltensten Fällen das Gleichgewicht halten und fällt fast immer hin. Schlägt (oder schießt) man hingegen einem Bogenschützen einen Arm ab, kann dieser nicht mehr schießen und ist auf den Nahkampf angewiesen, in dem die Bogenschützen meist nicht sehr bewandert sind. Man kann aber auch bei manchen Fiends versuchen die an den Arm montierte Kanone direkt abzuschlagen. Was auch ganz nett ist, wenn man Geflügelten die Flügel nimmt. Durch all diese Dinge hat man dann mehr Zeit sich der Gegner zu entledigen. Auch wenn die „gefällten“ Gegner nicht unbedingt harmlos sind. Sobald sie in eurer Nähe sind, werfen sie sich mit letzter Kraft auf euch und versuchen sich und euch in die Luft zu sprengen (jedenfalls die Ninja des Black Spider Clans). Um dem zu entgehen, gibt es die sog. „Auslöschen Techniken“. Fehlt einem Gegner mindestens eine Gliedmaße, holt Ryu, wenn man nah genug am Gegner ist, per Knopfdruck zum erlösenden Schlag aus (diese sind für jede Gegnerform, Körperstellung und Waffe unterschiedlich.) Womit wir zum nächsten Punkt kommen.
Waffen:
Als ich den ersten Trailer zu Ninja Gaiden 2 gesehen hab, hab ich mir gedacht „ne Sense? Was soll denn der Mist… die werde ich sicher nie benutzen…“ tja… so kann man sich irren. Die Sense ist schon in den ersten Sekunden, in der ich sie bekommen hatte, zu meiner neuen Nummer eins Waffe aufgestiegen. Sehr stark, verhältnismäßig schnell und richtig stylisch. Es macht einen tierischen Spaß, sich durch die Gegnermassen mit der Sense zu schnetzeln – die Sense hab ich auch bei der oben erwähnten Treppe benutzt – … mhm… eigentlich war der Slowdown da eigentlich nett… sah äußerst cool aus… so mit der Sense und dem Blut – ach ja, das Blut bleibt so lange an der Waffe, bis ihr es abschüttelt – zwischendurch mal nen Arm oder nen Bein, mal ein Oberkörper, mal ein Unterkörper… ja, war nett…^^
Außerdem wurden nun die Klauen eingeführt, die mich persönlich zwar nicht all zu sehr ansprechen, aber optisch sehr cool aussehen. Als dritte Neuerung gibt es klassische Tonfas, die sich besonders gegen menschliche Gegner eigenen. „Splat“ und der Kopf ist Matsch… klingt lustig, ist aber so. Außerdem wurde die Kusari-Gama eingeführt, eine Klinge an einer Kette mit Gewicht – echt schlecht.
Auch zwei neue Ninpo Angriffe wurden eingeführt, dafür fiel aber leider mein alter Favorit Inazuma weg. Auch „the Art of Ice Storm“ wurde ersetzt. Dafür bekommt man jetzt die „Kunst der Leere“ und „Die Kunst der Windklingen“ Besonders die Windklingen sind äußerst praktisch, siese töten zwar nicht unbedingt die Gegner, aber schneiden ihnen meistens etwas ab.

Mutprobe:
Hat man an einer bestimmten Stelle im Spiel einen bestimmten Gegenstand gefunden, dann kann man an den Mutproben teilnehmen. Diese sind im ganzen Spiel verteilt und durch Steinkreise markiert, die man schon aus Teil 1 und DS kennt. Diese erhöhen den Schwierigkeitsgrad noch einmal um einiges. Ich persönlich finde die Mutproben schwerer als das zweite Hurricane Pack und das hat was zu bedeuten – ok, zur Fertigstellung des Berichtes hab ich zwei Mutproben auf Mentor gespielt… was vielleicht nicht die beste Idee war… da die dann natürlich auch noch mal schwerer sind. Interessant ist aber, dass die erste Mutprobe richtig schön schwer war, die zweite hingegen viel zu einfach. Sie war sogar so einfach, dass ich mit meinem ersten Ergebnis nicht zufrieden war und sie noch mal gespielt hab… naja…Sachen gibt’s… ich bin mal gespannt, wie die anderen Mutproben werden. Dummerweise ist Momentan MGS4 bei mir dran, weswegen die anderen Mutproben etwas warten müssen.
Bonus Content:
Schon im Spiel ist ein Ninja Kino integriert. Mit diesem kann man das persönliche Spiel aufnehmen, speichern und die Videos dann hochladen. Des Weiteren gibt es wieder verschiedene Outfits, einen Filter, der das ganze Spiel im klassischen Kino schwarz/weiß Look erscheinen lässt und 30 versteckte Kristallschädel – Indiana Jones lässt grüßen. Bis auf das Ninja Kino muss man allerdings die Sachen erst frei spielen.
Ob es wieder Hurricane Packs geben wird ist noch unklar, da Itagaki ja Team Ninja verlassen hat. Natürlich kann Team Ninja auch ohne Itagaki die Packs raus bringen, sicher ist das aber nicht. Ich persönlich hoffe, dass sie es tun.
Fazit:
Für mich wird Ninja Gaiden immer zu einem der besten Spiele aller Zeiten gehören. Übertroffen wird es nur noch von Dead or Alive. Es ist schnell, dynamisch, hat einen fordernden Schwierigkeitsgrad und macht tierisch Spaß, vor allem jetzt mit den neuen Effekten. Auch wenn es hier so klang, als würde ich Devil May Cry nicht leiden können, so bin ich auch ein Fan von dem Game und finde das auch DMC ein paar Vorteile hat, wenn ich aber wählen müsste wäre es allerdings Ninja Gaiden. Wer auf Action steht, ein wenig Blut vertragen kann und gefordert werden möchte – und den Abspann nicht direkt nach zwei Gegner sehen will – für den ist Ninja Gaiden 2 auf jeden Fall einen Blick wert. Ich hoffe ihr spielt zumindest mal die Demo und macht euch selbst ein Bild vom letzten gemeinsamen Werk von Itagaki und Team Ninja. Ninja Gaiden 2 ist der Abschluss einer Ära, leider.
Ich hoffe, Euch hat mein kleiner, dennoch ausführlicher Ausflug in die fordernde Welt von Ryu Hayabusa in Ninja Gaiden gefallen, ich verabschiede mich für unbestimmte Zeit von eLhabib und wünsche allen Lesern – Ninja Gaiden Spielern oder nicht – noch viel Spaß beim Zocken.













