
Es wird mal langsam Zeit das etwas veraltete PS3 Yellow Dog Linux 5.0 von der Festplatte zu verbannen und wieder mal ein ausführliches Special draus zu machen. Bei dem ersten PS3 Linux Special habe ich die Yellow Dog Linux Distribution aus dem ct’ Sonderheft genommen, aber dieses Mal habe ich die neuste Version von der kostenlosen Linux Distribution Ubuntu installiert. Ubuntu ist zwar im Gegensatz zu der Yellow Dog DVD von der ct’ etwas magerer ausgestattet, ist aber ein neuerer build.
Bei der Ubuntu Distribution für die ich mich entschieden habe, handelt es sich um Ubuntu 7.10 “Gutsy Gibbon”. Um die Installation zu verkürzen braucht man die alternate Installations- CD. Sie hat keine liveCD-Funktion und verzichtet auf ein GUI. Als erstes sollte man sichergehen dass man alles hat was man benötigt.
Folgende Software wid benötigt:
- Ubuntu 7.10 alternate for PPC + PS3 (ubuntu-7.10-alternate-powerpc+ps3.iso )
- H2format (Freeware vom Heise Verlag veröffentlicht)
- PS3 Otheros- Bootloader (otheros.self)
- und der distributionsspezifische Teil (otheros.bld)
- Die neuste Version von ISORecorder
Folgende Hardware wird benötigt:
- Eine Playstation3 (man sollte es nicht ohne versuchen!)
- Eine kompatible Memorykarte, USB-Stick oder USB-Festplatte
- USB-Tastatur und USB-Maus
Bei der Auswahl des externen Speichermediums für die Datensicherung sollte man immer drauf achten wie viele Daten man auf der internen Festplatte hat. Ich musste beispielsweise auf meine externe Festplatte zurückgreifen, da ich über 30 Gigabyte Daten auf der PS3 Festplatte hatte.
Datensicherung und Partitionierung der internen Festplatte
Bevor man also mit der Partitionierung der eingebauten Festplatte anfangen kann sollte man natürlich eine Datensicherung durchführen. Diese Datensicherung sollte am besten mit einer externen Festplatte gemacht werden, da die Dateigrößen der Sicherungsdateien schnell die Speicherkapazität aktueller Speichersticks überschreiten. Eine externe Festplatte ermöglicht auch den Austausch von Daten zwischen PS3-System und Linux-System. Leider erkennt die PS3 nicht das von Windows verwendete Dateisystem NTFS sondern nur FAT32. Da Windows XP höchstens Partitionen bis 32 GByte Formatieren kann, kann man das vom Heise Verlag kostenlos zur Verfügung gestellte Tool namens “H2format” verwenden. Dieses in der Windowskonsole durchgeführte Tool formatiert auch FAT32 Partitionen die größer als 32GByte sind. Sicherheitshalber formatiert “h2format” nur unformatierte Festplatten. Bei der Partitionierung unter Windows in der Datenträgerverwaltung einfach “nicht formatieren” auswählen.
Danach einfach in der Kommandozeile einfach das Programm mit dem Befehl “H2format X:” ausführen. Das “X” steht hierbei für den Laufwerksbuchstaben.
Nach der Formatierung der Platte kann man die Datensicherung durchführen. Hierzu wählt man unter “System Settings” den Menüpunkt “Backup Utility” auf. In den Folgenden Masken kann man das Speichermedium wählen. Die PS3 speichert die Daten in Archiv-Containern im Verzeichnis “PS3/Export/Backup/” in einen nach Datum und Uhrzeit benannten Ordner. Das Backup kann nur auf dieselbe Konsole wieder zurückgespielt.
Die Partitionierung der Playstation3 Festplatte erfolgt unter dem Menüpunkt “Einstellungen, Systemeinstellungen; Formatierungs-Dienstprogramm”. Nachdem man “Festplatte Formatieren” bestätigt, erscheint eine Sicherheitsabfrage die davor warnt das alle Daten gelöscht werden. Diese kann ohne bedenken mit “ja” abgehakt werden. Um die PS3 Systemdaten muss man sich keine Sorgen machen die sind sicher an einem anderen Platz gesichert.
Hierauf folgt ein Auswahlmenü zu den “Einteilungs-Einstellungen” in dem man “Benutzerdefiniert” auswählen muss. Jetzt werden die Größen der Partitionen jeweils für Linux und PS3 festgelegt. Es empfiehlt sich “weisen sie 10GB dem anderen System zu” auszuwählen, da in der Regel 10 GB für Linux und zusätzlich installierte Software ausreichen. Bei der Art der Formatierung empfiehlt es sich die Schnellformatierung durchzuführen. Nach einer Weiteren Sicherheitsabfrage startet die Formatierung. Ist die Formatierung durchgeführt, wird nach einer weiteren Abfrage die Konsole neu gestartet.
Installieren des Bootloaders
Nach der Formatierung der Festplatte ist die Spielkonsole bereit für die Installation des Bootloaders. Dieser Bootloader ermöglicht die Auswahl zwischen den beiden Betriebssystemen. Um diesen zu installieren muss man die zwei bereits oben genannten Dateien “otheros.self” und “otheros.bld” auf einem anderen System herunterladen und auf ein Memorystick oder eine kompatible Speicherkarte verfrachten.
Nach dem Speichern der beiden Dateien wird der Datenträger an die Playstation3 angeschlossen. Mit dem Menübefehl “Einstellungen/System-Einstellungen/Anderes System installieren” lässt man die Konsole nach dem Bootloader-Gespann suchen. Nach dem Auffinden des Bootloaders wird die nächste Sicherheitsabfrage mit Okay weggeklickt.
Als nächstes sollte man den Controller an das Ladekabel, da die nächsten Schritte teilweise nur mit dem Gamepad ausgeführt werden können. Jetzt erscheint das Installationsfenster des Bootloaders. Hier muss die erste Sicherheitsabfrage bestätigt werden und dann die Lizenzbedingungen angenommen werden. Jetzt installiert die PS3 den Bootloader.
Währen der Installation sollte die PS3 auf keinen Fall ausgeschaltet oder der Vorgang unterbrochen werden!
Nach der Installation des Bootloaders sind die Vorbereitungen seitens des Playstation3 Systems abgeschlossen. Jetzt kann auch schon das Backup von der externen Platte wieder aufgespielt werden. Mit dem Menüpunkt “Restore” im “System Setup” kann man die Daten wieder aufspielen. Dabei sollte darauf geachtet werden das sich in sämtlichen Unterordnern keine weiteren Ordner befinden, da das Backup sonst nicht funktioniert. Hierbei handelt es sich vermutlich um einen Bug, aber dieser ist nicht weiter schlimm.
Erstellen einer bootfähigen CD
Ladet die alternate Installations-CD von hier runter. Das runter geladene .iso-file muss richtig gebrannt werden um sie als bootfähige CD nutzen zu können. Was man dazu braucht ist ein CD-Brenner und ein 700Mb CD Rohling. Außerdem empfehle ich die Freeware Software ISORecorder zu verwenden um die bootfähige CD zu erstellen. Solltet ihr noch einen Rechner haben auf dem kein Windows XP, Server 2003 oder Vista installiert ist, könnt ihr auch auf den Infra Recorder zurückgreifen.
ISO Recorder
Legt die neuste Version von ISO Recorder herunter und installiert sie auf eurem Windows Rechner. Legt die leere CD in euren CD-Brenner. Öffnet im Windowsexplorer den Speicherort der iso-datei. Mit der rechten Maustaste öffnet sich das Kontextmenü und wählt darin “Image auf CD brennen” oder “öffnen mit -> ISORecorder” aus. Die CD wird dann gebrannt. Sollte ein Fehler während dem Brennvorgang passieren, kann man die maximale Geschwindigkeit des Brennvorganges verringern und es noch mal probieren.
Infra Recorder
Ladet die neuste Version der Infra Recorder Software runter. Legt die leere CD in das Laufwerk und öffnet den Infra Recorder. Wählt unter “Actions” den Menüpunkt “Burn image” aus. Sucht die Ubuntu image Datei aus und drückt auf “open”., Drückt im folgenden Dialogfeld auf OK.
Legt jetzt die bootfähige CD in das Laufwerk ein und startet die Playstation über die Linux Partition neu. Der Bootloader der PS3 erscheint nicht wie bei den meisten Systemen direkt nach dem Start des Systems, sonder ist in der PS3 Steuerung eingebunden. So muss man, um das andere Betriebssystem starten zu können, in der Steuerung im Menüpunkt ”Einstellungen/System-Einstellungen/Standartsystem” die Einstellung auf “Anderes System” gesetzt werden. Danach startet die Konsole auf der Linux Partition.
Laden des Installers
Nach ein paar Zeilen stoppt das Terminal und zeigt folgendes an:
Tis is an Ubuntu Live CDROM
…
If in doubt, just press Enter.
kboot: _
Wenn man hier Enter drückt, startet die Installation.
Als erstes startet ein kleines Programm, dass über Eingaben das Tastaturlayout erkennt. Eigentlich ist das eine ganz feine Sache, denn so hat man keine Probleme während der Installation mit falschen Zeichen und Tastensuchen. Folgt einfach den Bildschirmanweisungen. Die sind eigentlich selbsterklärend.

Wenn auf dem Bildschirm der Text “Detect Keyboard layout” auftaucht bestätigt ihr den mit JA.

Nachdem die Saftware die Hardware überprüft hat, muss man die Platte partitionieren. Hier kann man aus verschiedenen Partitionierungsmethoden wählen. Ihr solltet hier “Geführt – verwende vollständige Festplatte” und im nächsten Schirm “/dev/ps3da 10,7 GB” wählen. In der darauf folgenden Auswahlmaske wählt ihr noch “format #1 as ext3 and #5 as swap”. Jetzt sollte die Partitionierung und Formatierung ablaufen. Sollte noch zwischendurch eine Sicherheitsabfrage kommen, könnt ihr die mit Enter bestätigen.


Installieren des Hauptsystems
Nach der Partitionierung bzw. erneuten Formatierung der Festplatte, startet nun die Installation des Ubuntu Systems. Anfangs werden von dem Installieren, Dinge wie Rechnername, Name des Benutzers und Passwort abgefragt. Füllt die Felder nach eigenem ermessen aus und drückt jeweils auf Weiter.

Im weiteren Verlauf werdet ihr auch noch nach der Netzwerkverbindung gefragt. Es ist am einfachsten die Netzwerkeinstellungen nach der Installation im Betriebssystem selber vorzunehmen.
Jetzt wird die CD nach den relevanten Dateien durchsucht und das Hauptsystem wird installiert.
Nachdem die Installation abgelaufen ist, erscheint noch eine Aufforderung die Monitorauflösung zu bestimmen. Hier solltet ihr aber einfach auf Weiter drücken, da die Einstellungen erst über die graphische Oberfläche von Ubuntu Linux ausgeführt werden sollten.

Herzlichen Glückwunsch! Das System ist installiert und man kann mit den Einstellungen fortfahren!

Nach Abschluss der Installation wird die Installations-CD aus dem Laufwerk ausgeworfen, damit sie nach dem Neustart nicht noch mal gebootet wird. Es ist möglich, dass sich das System bei beboot in der Zeile “USB bus deregistrated” aufhängt. Das ist nicht weiter schlimm! ihr könnt die Konsole neu starten indem ihr einige Sekunden die I/O Taste an der PS3 gedrückt haltet bis das System 2 Mal piepst.
Wenn das System neu startet, erscheint folgende Zeile
kboot:_
Drückt hier einfach Return um den Bootvorgang zu starten.
“OMFG! Da stimmt was nicht!”
Sollte etwas grundlegend falsch laufen und ihr denkt, dass ihr das alternative Betriebssystem nicht mehr retten könnt, solltet ihr nach einem Neustart mit I/O in der erscheinenden Kommandozeile folgendes eingeben um zurück in das XMB zu kommen.
kboot: boot-game-os
Ubuntu Setup
Nachdem das Betriebssystem neu gebootet hat, kommt ihr zur Login Maske. Hier könnt ihr den vorher eingegebene Usernamen und das Passwort eingeben und bestätigen.

Wenn ihr euch bei Ubuntu angemeldet habt findet ihr euch auf der graphischen Oberfläche von Ubuntu wieder. Allerdings ist die Auflösung nicht an euren Bildschirm angepasst. Ich vermute, dass ihr eure Playstation wie gewöhnlich an einem Fernseher angeschlossen habt, sei es ein normaler Röhrenfernseher mit 576i oder ein Full-HD Fernseher mit 1080p. Ubuntu liefert alle gängigen Auflösungen gleich mit, also braucht man nicht zusätzliche Grafiktreiber zu installieren um Ubuntu an einem Fernseher zu betreiben.
Also sollten wir als erstes Mal die Auflösung beim booten festlegen. Um die richtige Auflösung für euren Bildschirm festzustellen benutzt ihr einfach das Tool ps3videomode.
Um das Terminal aufzurufen, in das man die Kommandozeilen eingibt, müsst ihr einfach folgendem Menüpfad folgen
Applications -> Accessories -> Terminal

Tippt in das Terminal folgende Kommandozeile ein
ps3videomode -h
ps3videomode zeigt daraufhin eine Liste der Unterstützten Auflösungen mit einer Zennziffer an
YUV 60Hz 1: 480i 2:480p 3:720p 4:1080i 5:1080p
YUV 50Hz 6: 576i 7:576p 8:720p 9:1080i 10:1080p
RGB 60Hz 33: 480i 34:480p 35:720p 36:1080i 37:1080p
RGB 50Hz 38: 576i 39:576p 40:720p 41:1080i 42:1080p
VESA 11:WXGA 12:SXGA 13:WUXGA
Aus dieser Liste müsst ihr die für euren Fernseher oder Monitor zutreffende Auflösung auswählen. Wenn ihr einen Full-HD Fernseher habt solltet ihr eine 1080p Auflösung wählen, bei einem HD-Ready Fernseher eine 720p Auflösung.
Um zu testen, ob die gewählte Auflösung mit eurem Monitor funktioniert, muss der Gnome Desktop Manager (gdm) bei jedem Test aus- und wieder angeschaltet werden. Schreibt jetzt wieder in Das Terminal folgende Kommandozeile um das gdm zu stoppen.
sudo /etc/init.d/gdm stop
Es ist möglich, dass euch das Terminal nach eurem Login und Passwort fragt um diesen Befehl ausführen zu können. Gebt diese ein und drückt einfach auf Enter.
Um die Auflösung temporär auf eine bestimmte Auflösung einzustellen müsst ihr folgende Kommandozeile eingeben
ps3videomode -v 3
oder
ps3videomode -v 131
Achtet darauf, dass die Ziffer hinter -v die von euch ausgewählte Auflösung darstellt und je nachdem geändert werden muss.
Beide Kommandozeilen wählen die gleiche Auflösung wobei die untere die Widescreenversion darstellt. Um eure Widescreen Auflösung zu erzielen addiert ihr einfach zu der oben beschriebenen Kennziffer die Nummer 128, da ab 129 die Widescreen Auflösungen beginnen.
Um gdm wieder zu starten gebt ihr einfach folgende Kommandozeile ein
sudo /etc/init.d/gdm start
Damit die gewünschte Auflösung auch gleich beim booten von Linux angezeigt wird, müsst ihr die folgende Kommandozeile eingeben
sudo nano /etc/event.d/ps3videomode
Dieser Befehl öffnet den Konsolen Texteditor Nano mit einer leeren Textdatei mit dem Namen ps3videomode im event.d Ordner. Gebt nun in diese Datei folgenden Code ein
start on runlevel 2
exec /usr/bin/ps3videomode -v xxx
wobei ihr das xxx mit der Kennziffer eurer gewählten Auflösung ersetzt.
Speichert die Textdatei mit Strg+o, bestätigt mit Enter und beendet Nano mit Strg+x.
Jetzt wird bei jedem booten die von euch ausgewählte Auflösung automatisch angezeigt.

Netzwerkeinstellung
Damit ihr auch gleich im Heimnetzwerk und im Internet loslegen könnt, müsst ihr noch die Netzwerkeinstellungen vornehmen. Am einfachsten und schnellsten geht es ein Kabelgebundenes Netzwerk zu konfigurieren. Es ist auch möglich ein Wireless Netzwerk zu machen wenn man kein Kabel in der nähe hat. Ich empfehle aber immer ein Kabelgebundenes Netzwerk.

Ihr folgt einfach den Menüpfad “System -> Systemverwaltung -> Netzwerk” und öffnet damit die Netzwerkeinstellungen. Wählt in dem Fenster das sich gerade geöffnet hat die gewünschte Verbindungsart.

Wählt im nächsten Fenster die Automatische Konfiguration der IP Adresse und der Subnetmaske (DHCP) und betätigt mit OK. Diejenigen, die gerne ein Wireless Netzwerk verwenden möchten müssen noch in der folgenden Eingabemaske ihr Daten zum Netzwerk und Router eingeben.

Leider kann ich euch nicht genauer beschreiben wie die Einrichtung eines Wireless Netzwerks funktioniert, das ich selber ein komplett vernetztes Haus habe und aus Sicherheits- und Geschwindigkeitsgründen kein Wireless verwende.
Wenn ihr dann euren Firefox öffnet müsst ihr nur noch eure Startseite auf http://www.elhabib.at einstellen und es bietet sich dann folgendes Bild :)






