
Playstation 3 Special Folge 1: PS3 Linux

*UPADATE:* Wer Yellow Dog Linux 6.0 oder 6.1 installieren möchte der sollte diesem Link folgen
Heute beginnt auf elhabib.at eine Artikelreihe zu dem Thema “Playstation 3″ und ihre Möglichkeiten. Den Anfang machen wir mit einem Bericht bzw. einer Anleitung zum installieren von Linux auf der PS3. Es ist eigentlich ganz einfach, wenn man sich an die Anweisungen hält. Nach der Installation hat man gleich viel mehr Möglichkeiten dieses doch sehr teure Gerät zu verwenden. Funktioniert es wirklich aus einer Spielkonsole einen vollwertigen Heim Computer zu machen?
Playstation3: Bewusst Offen
Die meisten Hersteller von Spielkonsolen versuchen immer mehr die Hardware ihrer Produkte strikt einzuschränken. Ganz im Gegenteil hat sich Sony von Anfang an aktiv darum gekümmert die Playstation3 für andere Betriebsysteme zu öffnen.
Wer hätte gedacht, dass allerdings Windows von Microsoft nicht auf dem Cell-Prozessor läuft. Seit dem Release der Playstation3 in Japan und Nordamerika arbeiten viele an Linux Distributionen die auf der Playstation3 laufen. Sony kümmerte sich sogar aktiv darum, den Entwicklern zu helfen den Linux-Krenel an die PS3 anzupassen. Außerdem stellten sie Anleitungen und Pakete zum aufspielen einer Linux Distribution bereit.
Einige Zeit nach dem Release wurde von Terra Soft die erste auf die PS3 abgestimmt Linux Distribution “Yellow Dog Linux 5.0″ veröffentlicht. Auf diese Distribution wird im verlauf des Artikels näher eingegangen und als “YDL” bezeichnet. Dank dem Netzwerkanschluss hat man Zugang zum Heim- und Internet. Außerdem können über die USB-Schnittstelle alle möglichen Peripheriegeräte wie Tastatur, Maus oder Drucker angeschlossen werden – soweit ein Treiber vorhanden ist.
So wird aus einer ganz normalen Spielkonsole ein vielseitiger Linux-PC. Die Installation ist sehr einfach und auch für Linux nicht Kenner zu machen. In diesem Artikel wird gezeigt was man seitens der PS3 zu erledigen hat und wie die Installation von “YDL” abläuft.
Vorbereitungen
Als erstes Braucht ihr natürlich die Distribution YDL von Terra Soft. Diese was anfangs kostenpflichtig, aber gibt es jetzt auch kostenlos von TerraSoft.
Diese bekommt ihr hier: http://www.terrasoftsolutions.com
Außerdem zwei teile eines Bootloaders:
- PS3 Otheros-Bootloader (otheros.self) www.playstation.com/ps3-openplatform/manual.html
- der distributionsspezifische Teil (otheros.bld) www.terrasoftsolutions.com/support/installation/ps3/otheros.bld
Zur Formatierung von Festplatten in dem von der PS3 bzw. Linux benötigtem Dateiformat FAT32 ein von Heise veröffentlichtes Freewareprogramm. H2format:
ftp://ftp.heise.de/pub/ct/ctsi/h2format.zip
Wir empfehlen ausdrücklich für den Anschluss des Monitors oder Fernsehers entweder HDMI- oder YUV-Komponennten-Kabel zu benutzen. Die Installation von Linux mit dem der Konsole beiliegenden Composite-Kabel ist auch möglich, ist aber aufgrund der Konfiguration der graphischen Oberfläche mit wesentlich mehr Aufwand verbunden. Beide Varianten werden in diesem Artikel beschrieben.

Bevor man mit der Partitionierung der eingebauten Festplatte anfangen kann sollte man natürlich eine Datensicherung durchführen. Diese Datensicherung sollte am besten mit einer externen Festplatte gemacht werden, da die Dateigrößen der Sicherungsdateien schnell die Speicherkapazität aktueller Speichersticks überschreiten. Eine externe Festplatte ermöglicht auch den Austausch von Daten zwischen PS3-System und Linux-System. Leider erkennt die PS3 nicht das von Windows verwendete Dateisystem NTFS sondern nur FAT32. Da Windows XP höchstens Partitionen bis 32 GByte Formatieren kann, kann man das vom Heise Verlag kostenlos zur Verfügung gestellte Tool namens “H2format” verwenden. Dieses in der Windowskonsole durchgeführte Tool formatiert auch FAT32 Partitionen die größer als 32GByte sind. Sicherheitshalber formatiert “h2format” nur unformatierte Festplatten. Bei der Partitionierung unter Windows in der Datenträgerverwaltung einfach “nicht formatieren” auswählen.
Danach einfach in der Kommandozeile einfach das Programm mit dem Befehl “H2format X:” ausführen. Das “X” steht hierbei für den Laufwerksbuchstaben.
Nach der Formatierung der Platte kann man die Datensicherung durchführen. Hierzu wählt man unter “System Settings” den Menüpunkt “Backup Utility” auf. In den Folgenden Masken kann man das Speichermedium wählen. Die PS3 speichert die Daten in Archiv-Containern im Verzeichnis “PS3/Export/Backup/” in einen nach Datum und Uhrzeit benannten Ordner. Das Backup kann nur auf dieselbe Konsole wieder zurückgespielt.
Die Partitionierung der Playstation3 Festplatte erfolgt unter dem Menüpunkt “Einstellungen, Systemeinstellungen; Formatierungs-Dienstprogramm”. Nachdem man “Festplatte Formatieren” bestätigt, erscheint eine Sicherheitsabfrage die davor warnt das alle Daten gelöscht werden. Diese kann ohne bedenken mit “ja” abgehakt werden. Um die PS3 Systemdaten muss man sich keine Sorgen machen die sind sicher an einem anderen Platz gesichert.
Hierauf folgt ein Auswahlmenü zu den “Einteilungs-Einstellungen” in dem man “Benutzerdefiniert” auswählen muss. Jetzt werden die Größen der Partitionen jeweils für Linux und PS3 festgelegt. Es empfiehlt sich “weisen sie 10GB dem anderen System zu” auszuwählen, da in der Regel 10 GB für Linux und zusätzlich installierte Software ausreichen. Bei der Art der Formatierung empfiehlt es sich die Schnellformatierung durchzuführen. Nach einer Weiteren Sicherheitsabfrage startet die Formatierung. Ist die Formatierung durchgeführt, wird nach einer weiteren Abfrage die Konsole neu gestartet.
Installieren des Bootloaders
Nach der Formatierung der Festplatte ist die Spielkonsole bereit für die Installation des Bootloaders. Dieser Bootloader ermöglicht die Auswahl zwischen den beiden Betriebssystemen. Um diesen zu installieren muss man die zwei bereits oben genannten Dateien “otheros.self” und “otheros.bld” auf einem anderen System herunterladen und auf ein Memorystick oder eine kompatible Speicherkarte verfrachten.
Nach dem Speichern der beiden Dateien wird der Datenträger an die Playstation3 angeschlossen. Mit dem Menübefehl “Einstellungen/System-Einstellungen/Anderes System installieren” lässt man die Konsole nach dem Bootloader-Gespann suchen. Nach dem Auffinden des Bootloaders wird die nächste Sicherheitsabfrage mit Okay weggeklickt.
Als nächstes sollte man den Controller an das Ladekabel, da die nächsten Schritte teilweise nur mit dem Gamepad ausgeführt werden können. Jetzt erscheint das Installationsfenster des Bootloaders. Hier muss die erste Sicherheitsabfrage bestätigt werden und dann die Lizenzbedingungen angenommen werden. Jetzt installiert die PS3 den Bootloader.
Währen der Installation sollte die PS3 auf keinen Fall ausgeschaltet oder der Vorgang unterbrochen werden!
Nach der Installation des Bootloaders sind die Vorbereitungen seitens des Playstation3 Systems abgeschlossen. Jetzt kann auch schon das Backup von der externen Platte wieder aufgespielt werden. Mit dem Menüpunkt “Restore” im “System Setup” kann man die Daten wieder aufspielen. Dabei sollte darauf geachtet werden das sich in sämtlichen Unterordnern keine weiteren Ordner befinden, da das Backup sonst nicht funktioniert. Hierbei handelt es sich vermutlich um einen Bug, aber dieser ist nicht weiter schlimm.
Wer jetzt noch Zeit und Muse mitbringt kann noch die eineinhalbstündige Linux-Installation in Angriff nehmen.
Aufspielen der Linux Distribution
Zum aufspielen der Linux-Software wird eine DVD mit YDL benötigt. Es gibt drei Möglichkeiten um an diese Distribution zu kommen. Entweder man Kauft die “Yellow Dog Linux 5.0″ DVD bei Terra Soft, man Lädt die Distribution im Internet herunter und brennt sie auf eine DVD-R oder man erwirbt sich, wie in dem Fall er Redaktion, die DVD in Verbindung mit der “ct` Playstation3 spezial” die im Heise Verlag erschienen ist und im gut sortierten Zeitschriftenhandel erhältlich ist.
Der Bootloader der PS3 erscheint nicht wie bei den meisten Systemen direkt nach dem Start des Systems, sonder ist in der PS3 Steuerung eingebunden. So muss man um die das andere Betriebssystem starten zu können, in der Steuerung im Menüpunkt ” Einstellungen/System-Einstellungen/Standartsystem” die Einstellung auf “Anderes System gesetzt werden. Danach startet die Konsole auf der Linuxpartition.
Die PS3 startet nun die zuvor installierte Bootloaderumgebung Kboot. Diese Zeichnet sich durch die am oberen Bildschirmrand erscheinenden Tux Pinguinen aus. Nach einigen Installationsmeldungen zeigt der Bootloader den erfolgreichen Start durch “kboot:” und einem blinkenden Cursor an.

An dieser Stelle könnt der Erfahrene Linux-User jede beliebige kompatible Linux Distribution installieren. Nach zirka 10 Sekunden startet die graphische Installationsroutine von “Yellow Dog Linux” automatisch. Man kann diese auch mit dem befehl install manuell starten. Per installtext wird der Installer im Textmodus gestartet und mit boot-game-os wird das Betriebssystem der PS3 gestartet.
Die Graphische Installationsroutine funktioniert nur mit hochauflösenden Bildschirmen und somit nur mit Bildschirmen die über HDMI oder YUV-Komponentenkabel verbunden sind. Wer seinen Fernseher über ein Composite Kabel (Video, Audio links u. rechts) anschließt, muss auf die textbasierte Installationsroutine zurückgreifen und diese mit installtext manuell starten. In der textbasierten Installationsroutine muss man mit Hilfe der Cursortasten und des Tabulator wie zu alten DOS Zeiten navigieren. Da sich die textbasierte von der graphischen Installationsroutine kaum unterscheidet, wird in der folgenden Installationsanleitung nur die graphische Routine berücksichtigt.
Nachdem der Begrüßungsbildschirm geladen ist erscheint ein Auswahlmenü für die Benutzerinterface-Sprache. Diese wird wie Gewünscht, aber vermutlich bei den meisten auf Deutsch gestellt. Danach muss noch ebenso das Tastaturlayout mit deutsch ausgewählt werden. Jetzt erfolgt eine erneute Festplatteneinteilung dies sich allerdings nur auf die Linux zugewiesene Partition bezieht. Die als Erstes erscheinende Warnung das, die auf der Platte enthaltenen Daten gelöscht werden könnten, kann ruhigen Gewissens weggeklickt werden, da sich auf diesem Teil der Platte noch keine Daten befinden und sich die Daten der PS3 in einem gesicherten Bereich befinden. Die vom System vorgeschlagene Festplatteneinteilung empfiehlt sich da die manuelle Festplatteneinteilung sich nur für fortgeschrittene Linux-User empfiehlt die der Linuxpartition 50 GB spendiert haben. Die darauf folgende erneute Warnung, dass die Daten der Linuxpartition gelöscht werden, kann man gefahrlos abnicken.
Danach wird das Passwort des Systemverwalters “root” festgelegt. Dieser Benutzer kann später À�nderungen an der Systemkonfiguration vornehmen. Daraufhin prüft das System welche Pakete installiert werden müssen. Nach dem letzten Mouseclick der Installation auf weiter, startet die etwa eine Stunde dauernde eigentliche Installation von “Yellow Dog Linux 5.0″.

Die Erste Konfiguration
Nach dem Kopieren der Datei-Pakete wird die PS3 neu gestartet und bootet wieder in der Kboot Umgebung. Der Weitere Verlauf der Konfiguration hängt von der Wahl der Art der Installationsroutine (graphisch oder textbasiert) ab.
Diejenigen die die graphische Installation genutzt haben, müssen einfach in der Kboot-Eingabeaufforderung “Enter” drücken um kommen nach dem Bootvorgang in ein Programm das dabei hilf die erste Systemkonfiguration durchzuführen. Alternativ kann man in der Eingabeaufforderung einfach zirka 10 Sekunden warten bis der Bootvorgang automatisch startet. In dem Systemkonfigurationsprogramm muss man YDL-Lizenz akzeptieren und danach die Uhrzeit und das Datum eingeben. Dann muss noch ein Hauptbenutzerkonto erstellt werden. Am besten man nimmt als Loggin seinen Vornamen, ein Nickname oder ein Kürzel. Leerzeichen und die meisten Sonderzeichen dürfen aber nicht benutzt werden. Zusätzlich zu Loggin muss natürlich auch das Passwort doppelt eingegeben werden. Zu guter letzt gibt es noch ein Programm als das den automatisch konfigurierten Soundchip der PS3 in der Funktion kontrolliert. Jetzt kann man sich noch mit dem soeben erstellten Benutzerkonto einloggen und befindet sich schon auf der “Yellow Dog Linux” Benutzeroberfläche.

Alle die die Installation im Textmodus durchgeführt haben gilt die folgende Vorgehensweise. Nach der Eingabe von ydltext in der Kboot Umgebung startet das System in einer niedrigen Auflösung im Textmodus. Anstatt der graphischen Anwendung, erscheint nun eine textbasierte Anwendung zur ersten Konfiguration. In dieser Anwendung kann man allerdings im Gegensatz zur graphischen kein Benutzerkonto einrichten. Nach der Kontrolle von Datum und Zeit kann die Anwendung geschlossen werden. Dann sollte man sich als ‘root’ anmelden. Jetzt kann man das Erste Benutzerkonto anlegen indem man folgende Befehle eingibt.
useradd username
passwd passwort
Anstatt ‘username’ und ‘passwort’ sind natürlich die von einem persönlich gewählten Daten einzutragen. Dann sollte das Programm Xautoconfig gestartet werden welches die Konfigurationsdatei für die graphische Oberfläche erstellt. Die graphische Oberfläche kann man dann mit dem Befehl startx teilweise aufrufen. Wenn das geling muss man noch die Startkonfiguration insofern ändern dass die graphische Oberfläche beim Start automatisch erschein. Dazu müssen die zu ändernden Dateien in dem Editor Gedit über die Kommandozeile geöffnet werden.
gedit /etc/inittab /etc/kboot.conf
In der /etc/inittab stellt man den Runlevel “5″ als Standart-Runlevel ein, indem man in der Zeile “id:3:initdefault:” die “3″ in eine “5″ ändert (siehe Abbildung 3). In der /etc/kboot.conf schreibt man hinter “default=” den Namen der Kernelaufrufs mit der gewünschten Bildschirmauflösung. In diesem Fall “ydl480i” (siehe Abbildung 4). Wer die optimale Wiedergabeauflösung seines Fernsehgerätes einstellen möchte, sollte das Programm ps3videomode verwenden; dieses wird im Anhang 1 näher beschrieben.


Soviel zur Erstinstallation zu Yellow Dog Linux 5.0. Sollte es noch Unklarheiten geben, gibt es noch eine weitere englischsprachige Installationsanleitung auf der Homepage von Terra Soft unter diesem Link: www.terrasoftsolutions.com/support/installation/ydl5.0_ps3_guide.pdf
Das Enlightenment Desktop
Terra Soft hat sich bei YDL für Enlightenment als Standart-Desktop entschieden, da es wesentlich ressourcenschonender arbeitet als die anderen gängigen Desktops vie Gnome oder KDE. Das Zentrale Element des Enlightenment Desktops ist das “Shelf”, das bei anderen Desktops “Panel” genannt wird. Das Enlightenment-Desktop bietet zugriff zu den am häufigsten benutzten Anwendungen, den Virtuellen Desktops und minimierte Programme.
Wenn man auf den links liegenden blauen Button mit dem gelben Umriss eines Hundes drückt, öffnet sich das Hauptmenü.

Daneben befinden sich die Pager der sechs Virtuellen Desktops. Die virtuellen Desktops können dazu verwendet werden eine gewisse Ordnung auf dem Desktop zu halten. Beispielsweise können in einem Desktop alle Gimp Fenster geöffnet bleiben, wobei auf dem zweiten Desktop die Internetanwendungen wie Browser und E-Mail-Client laufen. Die Virtuellen Desktops können, wenn man sich damit auseinandersetzt eine große Hilfe sein. Links daneben findet man, einen nach dem Start von Linux noch leerer Bereich. In diesem Bereich erscheinen die Icons der minimierten Anwendungen. Hier sind die einzelnen Anwendungen zwar nicht benannt, aber alle laufenden Anwendungen findet man wohl sortiert im Hauptmenü unter dem Eintrag “Windows”. Auf der Rechten Seite befinden sich die Schnellstart-Icons für die wichtigsten Anwendungen wie Kommandozeile, Firefox, Thunderbird, OpenOffice oder den Dateimanager.

Ganz auf der Rechten Seite des Shelfs befinden sich noch zwei so genannte Gadgets. Einmal ein Screenshot-Programm und eine Uhr. Es gibt noch eine größere Auswahl an Gadgets die man im Kontextmenü des Shelfs unter dem Menüpunkt “Configure Shelf Contents” hinzufügen oder entfernen kann. Die meisten Gadgets kann man nach dem darauf klicken mit der rechten Maustaste unter dem Kontextmenü und dem Menüpunkt “Configuration” individuell Konfigurieren – verschiedene Optionen offenbaren sich erst nach einem Klick auf die Schaltfläche “Advanced”.
Einige nachträgliche Einstellungen
Die Systemeinstellungsmöglichkeiten sind leider über mehrere Anwendungen verteilt worden. Einige Einstellungen wie beispielsweise zum Bildschirmschoner gibt es im Menüpunkt “System” im Hauptmenü. Andere Einstellungen die sich direkt auf das Enlightenment-Desktop beziehen findet man in den Menüunterpunkten “Enlightenment” oder “Configuration”. In dem zuletzt genannten Menü findet man auch das Configuration Panel über da man die meisten Einstellmöglichkeiten erreichen kann.
Dort sind zwei Fehler in der Yellow Dog Konfiguration zu beheben. Vielleicht ist euch aufgefallen das die Anwendungen alle in Englisch sind obwohl man bei der Installation Deutsch eingestellt hat. Über den Eintrag “Language” im Configuration Panel kann man Deutsch als Sprache wählen. Nun sollten zumindest die meisten Anwendungen auch in deutscher Sprache erscheinen. Das Enlightenment Desktop wurde leider nicht ins Deutsche übersetzt. Aber das sollte den wenigsten Anwendern ein Problem bereiten.
Außerdem ist die Tastatur unter der graphischen Oberfläche falsch eingestellt. Dazu sollte man ein Gnome Terminal öffnen und folgende Befehlzeile eingeben:
system-konfig-key-board
Das Problem behebt man indem man kurz “Deutsch” auswählt und dann sofort wieder zu “Deutsch (latin 1 ohne ‘tote’ Tasten/Akzente)”wechselt. Anschließend muss man die “À�nderung” noch mit Okay bestätigen und sich neu anmelden.
Eine Runde Spielen?
Nachdem man sich jetzt so viel mit Yellow Dog Linux beschäftigt hat möchte man sicherlich auch mal wieder etwas auf seiner Playstation3 spielen. Da fällt einem sicherlich der Menüpunkt “Boot OS3 Game OS” ins Auge. Dieser sollte eigentlich das Linux-System runterfahren und danach das PS3-Betriebssystem starten. Aber leider funktioniert dieser Menüpunkt nur wenn man als Systemverwalter ‘root’ angemeldet ist. Anstatt sich jetzt als ‘root’ anzumelden, sollte man lieber folgenden Befehl in das Kommandozeilenfenster ausführen:
su –l –c “boot-game-os”
Dieser Befehl führt das Programm /sbin/boot-game-os nach Eingabe des ‘root’ Passworts aus. Möchte man von dem PS3 Betriebssystem zu Linux wechseln will, muss man nur “Anderes Betriebssystem” als Standartsystem in den Systemeinstellungen festlegen.
Die Spielkonsole als Ersatz für einen Desktop-PC?
Die Playstation3 kann die meisten Aufgaben erledigen die auch ein Standart-PC erledigt, aber man sollte es sich gut überlegen sich die PS3 als Ersatz für einen PC hinzustellen. Beispielsweise braucht man schon alleine um den Bootloader aufzuspielen ein anderes System da man die Daten nicht ohne Hilfe eines weiteren Rechners nicht auf die festplatte bekommt.
Wenn das PS3-Linux mal läuft muss man aber auch im vergleich zu einem üblichen PC-System mit teilweise nervigen Einschränkungen rechnen. Es gibt zwar einige Open-Source-Anwendungen die mit den Linux-Distributionen mitgeliefert werden aber oft fehlt Software zum abspielen von DVDs oder proprietären Multimedia-Formaten.
Beispielsweise gibt es zwar proprietäre Linux-Programme wie den Flash Player, den Adobe Reader oder Suns Java-Plug-in, aber diese sind nur für x86-Systeme erhältlich und laufen nicht auf dem PPC-Kern des Cell-Prozessors. Den RealPlayer von RealNetworks gibt es zwar in einer PPC-Variante, aber man könnte ihn eher als Experimentell einstufen.
Das geht soweit das man sich sehr schwer tut einen passenden Treiber für zum Beispiel einen Drücker zu finden. Wenn es einem Linux-Treiber gibt, dann meistens nur für x86-Systemen. Es gibt zwar auch Peripherie die von Open-Source-Treibern unterstützt wird, aber meist verwendet man schon vorhandene Peripherie.
Außerdem sollte man auch beachten, dass die PS3 einen Immensen Stromverbrauch hat. So zieht die PS3 im Betrieb zirka 180 Watt an Leistung und hat damit einen zirka zwei bis dreimal so hohen Stromverbrauch wie ein durchschnittlicher PC.
Auf die Nerven gehen könnt auch die schlechte Performance. So dauert das einschalten von Linux von dem einschalten der PS3 bis zum vollständig gestarteten Desktop knapp 2 Minuten. Der Start einiger Anwendungen wie beispielsweise OpenOffice kann schon man 20 Sekunden in Anspruch nehmen. Außerdem stößt der sehr knapp bemessene Arbeitsspeicher schnell an seine Grenzen und das System muss auf den Auslagerungsspeicher ausweichen der vergleichsweise sehr langsam ist.
Die Playstation3 mit Linux eignet sich sicherlich hervorragend als zweit oder Wohnzimmer-PC. Aber selbst dem Nachwuchs wird mit fortschreitendem Alter die Eine oder Andere Einschränkung gewaltig auf die Nerven gehen.
Zu guter Letzt
Dies war der erste Artikel einer Reihe zu den Möglichkeiten der neusten Spielkonsole von Sony der Playstation3. Haltet in der nächsten Zeit nach anderen Artikeln Ausschau zu dem Thema Playstation3 und ihr Möglichkeiten. Dort werden beispielsweise Themen wie “ergänzende Software zu Yellow Dog Linux”, “Was wenn es keine passende Software gibt”, oder “Informationen zu Festplattentausch” geben. Also Schaut wieder rein bei www.elhabib.at
Anlagen
Anlage 1: Bildschirmauflösung anpassen mit “ps3videomode”
Yellow Dog nutzt nicht automatisch die ideale Bildschirmauflösung. Die Standart-Auflösung bei der graphischen Installation ist 720p und bei der textbasierten Installation 480i (NTSC). Wenn man die Fähigkeiten seines Wiedergabegerätes ausnutzen will muss mit dem in YDL beiliegenden Programm ps3videomode selbst Hand anlegen.
Eine Liste aller Parameter und eine Tabelle der einstellbaren Auflösungen bekommt man durch die Eingabe folgenden Befehls in die Kommandozeile:
ps3videomode—help
Beispielsweise hat Interlaced-Pal bei 50Hertz den Video-Mode “6″, 720p hat die “3″ und 1080i hat die “4″.
Um die Videoauflösung zu ändern muss man zunächst den für die graphische Oberfläche zuständigen X-Server beenden. Dazu muss man sich zunächst als ‘root’ anmelden und danach das System in Runlevel 3 schicken:
telinit 3
Dann kann man die neue Bildschirmauflösung mit folgendem Befehl am Beispiel einer 1080i Auflösung ausführen:
ps3videomode –v 4
Wenn man die perfekte Auflösung gefunden hat kann man die Nummer des Videomodus in der Konfigurationsdatei /etc/kboot.conf von Kboot direkt eintragen. Dazu nimmt man etwa die Konfigurationszeile für die über ydl478i aufrufbare Auflösung, kopiert sie, gibt ihr einen anderen Identifikationsnamen und ändert die Nummer für die einzustellende Auflösung. Alternativ schreibt man den Aufruf von ps3videomode in die Datei /etc/rc.local – dann führt die PS3 das Programm am Ende des Boot-Vorgangs vor dem Start des X-Servers aus, sodass dieser gleich in der richtigen Auflösung startet.
Quellen
- ct’ spezial Playstation3 erschienen im Heise Zeitschriften Verlag GmbH & Co. KG, www.heise.de
- Internetseite Terra Soft: www.terrasoftsolutions.com
- Internetseite Playstation3 Open Plattform: www.playstation.com/ps3-openplatform/manual.html
- Internetseite Enlightenment: www.enlightenmant.com





